Waldmünchen

Bundespolizei fasst Waffennarr


Große Beute haben die Fahnder der Bundespolizei gemacht.

Große Beute haben die Fahnder der Bundespolizei gemacht.

Von Polizei

Der Bundespolizei Waldmünchen ist am Samstag ein Waffennarr ins Netz gegangen. In den frühen Abendstunden kontrollierten die Beamten im Bereich Waldmünchen ein Auto, bei der alles mit dem Blick der Beamten auf einen Stockdegen seinen Anfang nahm. Wie sich herausstellte, ist der 39-Jährige strafrechtlich kein unbeschriebenes Blatt - das zudem ohne Führerschein unterwegs war. Nicht nur die Waffen im Kofferraum kamen dann auf, sondern auch die in der saarländischen Heimat.

Bereits beim ersten Blick in das Fahrzeug fiel den Beamten ein Stockdegen griffbereit zwischen Fahrertür und Fahrersitz auf. Die Beifahrerin hielt ebenfalls einen Stockdegen in der Hand. Durch eine leichte Drehbewegung am Knauf kann ein rund 40 Zentimeter langer Degen aus dem Stock gezogen werden. Der 39-Jährige und seine 43-jährige Beifahrerin zeigten sich überrascht und gaben an, die Stöcke lediglich als Gehhilfen benutzen zu wollen. Von dem darin befindlichem Dolch hätten sie nichts gewusst.

Auf Nachfrage gab der 39-Jährige an, noch einen Elektroschocker im Kofferraum zu haben. Daraufhin unterzogen die Fahnder das Fahrzeug auf der Dienststelle der Bundespolizei einer genaueren Durchsuchung. Dabei staunten die Beamten nicht schlecht: Bei dem angegebenen Elektroschocker handelte es sich um ein als Taschenlampe getarntes Elektroimpulsgerät ohne amtliche deutsche Zulassung und ohne Prüfzeichen.

Allerdings nicht ein Stück, wie angegeben, sondern um elf solcher Geräte. Darüber hinaus diverse verbotene Messer, mehrere Schlagringe, einen Schlagstock sowie eine verbotene Präzisionsschleuder mit Armstütze.

In einem Überraschungsei fanden die Beamten zudem Aufputschmittel. Diese führte der Mann für seine Frau, die 43-jährige Beifahrerin mit. Bei seiner Belehrung und Vernehmung gab der 39-jährige Saarländer zu, dass bis auf einen Gehstock alles ihm gehöre. Da er Sammler sei, habe er einzelne Teile für sich gekauft, die meisten wollte er verschenken.

Er habe nicht gewusst, dass die Sachen in Deutschland einen Verstoß gegen das Waffengesetz darstellen. In seiner Wohnung habe er auch noch weitere derartige Gegenstände. Noch in der Nacht zum Sonntag beantragte die Bundespolizei deshalb bei der Staatsanwaltschaft eine Wohnungsdurchsuchung zur Beweissicherung bei dem Waffensammler.

Kollegen des Kriminaldauerdienstes des Lansdespolizeipräsidiums Saarbrücken durchsuchten die Wohnung und machten dabei erneut überraschende Funde. Neben 45 Messern, darunter Dolche, Butterflymesser und Schlagringmesser, stellten die Beamten auch ein Schwert, mehrere Wurfsterne und einen geladenen Trommelrevolver sicher. Zudem fanden sie ein Küchengerät mit Rückständen von Marihuana.

Die 43-Jährige muss sich wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Der 39-jährigen Waffensammler muss sich ebenfalls wegen mehrfacher Verstöße gegen das Waffengesetz verantworten. Allerdings kommt noch einiges hinzu. Eine Anzeige nach dem Straßenverkehrsgesetz wegen Fahrens ohne die erforderliche Fahrerlaubnis. Da er einen Joint geraucht hatte, führte er zudem ein Fahrzeug unter Einfluss berauschender Mittel. Dies gab er zu und bestätigte auch ein entsprechender Test. Da er Aufputschmittel für seine Ehefrau mitführte, erwartet ihn auch eine Strafanzeige nach dem Arzneimittelgesetz.

Im Übrigen ist der Beschuldigte kein unbeschriebenes Blatt. Bereits in der Vergangenheit ist er mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Unter anderem auch wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Waffengesetz.