Vilshofen Drogen für den Papa (24), aber kein Essen für das Kind

Nicht alltäglicher Einsatz für die Vilshofener Polizei am Sonntagnachmittag. Sie mussten einen 15 Monate alten Jungen aus einem verwahrlosten Umfeld herausholen. (Symbolbild) Foto: Mathias Adam
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Nicht alltäglicher Einsatz für die Vilshofener Polizei am Sonntagnachmittag. Sie mussten einen 15 Monate alten Jungen aus einem verwahrlosten Umfeld herausholen. (Symbolbild) (Foto: Mathias Adam)

Dieser Einsatz machte nicht nur die beiden Polizisten der PI Vilshofen nachdenklich. Sanitäter hatten zuvor Alarm geschlagen, weil sie in einer völlig vermüllten Wohnung ein Kleinkind gefunden hatten. Der dazugehörige Vater war derweil im Drogendelirium.

Zu dem Vorfall kam es am Sonntagnachmittag in Vilshofen (Kreis Passau). In einer dort gelegenen Wohnung hatten sich ein 24-jähriger Mann und sein 26-jähriger Kumpel aus München buchstäblich die volle Dröhnung gegeben. Welche Drogen sich die beiden reingezogen hatten, dazu konnte die Polizei auf idowa-Nachfrage keine Angaben machen. Fakt ist aber, dass es wohl zu viel war. Der 24-Jährige kollabierte und hatte mit schwerer Atemnot zu kämpfen. Was einen besonders fassungslos macht: All das musste sich der 15 Monate alte Sohn des jungen Mannes mit ansehen.

In Sorge um seinen zwei Jahre jüngeren Kumpel rief der 26-jährige Münchner sofort einen Notarzt. Die beiden Sanitäter trauten ihren Augen nicht, als sie die Wohnung betraten. Überall lag Müll, dazu zwei Männer im Drogenrausch und mittendrin ein Kleinkind völlig auf sich allein gestellt. Der Rettungsdienst sah keine andere Möglichkeit, als die Polizei zu verständigen.

Gegenüber den Polizisten äußerte der wenig vorbildliche Vater den Wunsch, sein Münchner Spezl sollte doch die Aufsicht für seinen Sohn übernehmen, solange er ins Krankenhaus müsse. Hier legten die Beamten freilich sofort ihr Veto ein, da auch der 26-Jährige allzu offensichtlich unter Drogen stand.

Deshalb nahmen die Polizisten das Kleinkind stattdessen mit auf die Dienststelle, um es dort vorüber mit dem Nötigsten zu versorgen. Allerdings gab es da noch ein Problem: In der Wohnung des Vaters wurde keinerlei Nahrung für den Jungen gefunden. Auch passende, frische Kleidung gab es für den verwahrlosten Buben nicht. Daher improvisierte einer der Polizisten, der zufällig einen Jungen im etwa gleichen Alter hatte, und holte Kleidung von seinem Kind für den 15 Monate alten Buben.

In Absprache mit dem Jugendamt wurde die in München lebende Mutter des Kindes verständigt. Die Frau erreichte die Vilshofener Polizeidienststelle noch in den Abendstunden und holte ihren Jungen ab. Bislang hatte der Vater laut Polizei das Sorgerecht für den Buben. Das könnte sich nach diesem Vorfall nun ändern.

Der 24-Jährige wird derweil wegen seiner durch den Drogenrausch verursachten gesundheitlichen Probleme immer noch stationär im Krankenhaus behandelt. Sowohl ihn, als auch seinen Münchner Kumpel erwartet außerdem eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

  1. Autor

    idowa
  2. Datum

    20.03.2017 09:48 Uhr
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