Umweltschutz Grüne Weihnachten - 15. Dezember 2017

Passen Umweltschutz und Weihnachten zusammen? Ja. Im zweiten Teil der Serie „Sophias MUT“ erfährst du, wie. Unsere Tipps kannst du leicht umsetzen: Zum Beispiel mit dem Papier einer alten Freistunde-Ausgabe.

Am Fest der Liebe will man anderen und sich selbst etwas Gutes tun. Während du deiner Familie, deinen Freunden und dir in der „staden Zeit“ eine Freude machst, kannst du das auch für die Umwelt tun. Wie? So:

Umweltfreundlich einpacken

Geschenkpapier und Schleifen sehen schön aus, klar. Aber nach dem Auspacken ist der Müllberg groß. Dann ist das Geschenkpapier nicht mehr schön. Warum packst du deine Geschenke dieses Jahr nicht in Zeitungspapier? Zum Beispiel in die Freistunde, die du gerade in der Hand hältst. Aus Zeitungspapier kannst du auch kleine Tüten basteln. Für eine Anleitung scann’ einfach den QR-Code, der zur Pinterest-Pinnwand von „Sophias MUT“ führt. Ein Ersatz für Geschenkpapier sind schöne Boxen, die man später wiederverwenden kann.

Deko aus Zeitungspapier

Oder du bastelst Weihnachtsdeko aus Zeitungspapier. So ein Stern (unten) eignet sich auch gut als kleines Geschenk und geht ganz einfach. Du brauchst acht Rechtecke, jeweils doppelt so lang wie breit. Beim Stern unten sind es sechs mal drei Zentimeter. Die Rechtecke faltest du alle an der langen Seite zur Hälfte. An der offenen Seite knickst du die Ecken links und rechts nach unten auf die geschlossene Kante. Die zwei entstandenen Spitzen faltest du dann aufeinander. Jetzt hältst du ein Stück an der Spitze fest. Stecke dann die zwei Spitzen des nächsten Teils in die beiden äußeren Laschen an der kurzen Seite. Das machst du, bis alle acht Teile miteinander verbunden sind. Dann fädelst du nur noch einen Faden durch den Stern und fertig. Natürlich kannst du ihn noch anmalen oder in der Größe variieren.

Für den großen Papier-Stern verwendest du am besten alte Zeitschriften. Schneide zuerst sechs Quadrate aus. Falte sie zweimal diagonal in der Mitte zu einem Dreieck. Auf der offenen kurzen Seite schneidest du mit der Schere drei Streifen parallel zur langen Seite ein. Den kürzesten vorne an der Spitze, einen längeren in der Mitte und den längsten an der langen Seite außen. Alle drei bis etwa einen Zentimeter vor den Schluss der geschlossenen Seite. Falte das Dreieck wieder zum Quadrat auf. Tackere die jeweils gegenüberliegenden Streifen des ersten Quadrats übereinander zusammen. Immer abwechselnd auf die eine und die andere Seite. Das machst du auch mit den restlichen fünf Quadraten. Wenn alle fertig sind, tackerst du die sechs Einzelteile zu einem großen Stern zusammen.

Alternativen zu Teelichtern

Kerzen gehören einfach zu Weihnachten. Aber Teelichter enthalten meist Paraffin. Das wird aus Erdöl gewonnen. Und sie stecken in Aluminium-Behältern, das später weggeschmissen wird. Nachhaltig ist das nicht. Eine Alternative: Bienenwachskerzen aus kleinen Imkereien aus der Region. Damit hilfst du auch den Bienen. Viele Christkindlmärkte haben einen Stand, an dem du Produkte von regionalen Imkern kaufen kannst. Und die honigfarbenen Kerzen verstärken das weihnachtliche Hygge-Gefühl.

Geschenke gebraucht kaufen

Muss es immer etwas Neues sein? Wahrscheinlich nicht. Auf Plattformen wie Ebay, Shpock, oder Kleiderkreisel entdeckst du Schätze, die sonst niemand hat. Suchen lohnt sich, dabei kannst du auch noch richtig Geld sparen. Es hilft, vorher nachzufragen, ob sich die Freunde etwas bestimmtes wünschen. So vermeidest du Fehlkäufe, die ungenutzt herumstehen. Rede mit deiner Familie, ob es wirklich jedes Jahr zehn verschiedene Geschenke sein müssen, oder ob eines reicht.

Lichterketten, die sich selbst aufladen

Wer vor dem Haus nicht auf künstliche Beleuchtung verzichten will, kann auf Solar-Lichter umsteigen. Da gibt es Lichterketten, ganze Bäume aus Lichtern, Kugeln, Sterne oder Eiszapfen. Und die laden sich von ganz allein wieder auf.

Alternativen zum Christbaum

In der Familie kann man sich überlegen, ob man sich einen Christbaum zulegt, der mehrere Jahre im Wohnzimmer stehen kann und wieder verstaut wird. Keinen aus Plastik, aber aus Eisen oder großen Ästen. Oder einen kleinen Baum in einem großen Topf.

Obwohl einen echten Baum wahrscheinlich nichts ersetzen kann. Wie wäre es daher mit einem bio-zertifizierten Baum? Bäume aus Plantagen haben oft eine hohe Pestizidbelastung. Eine andere Möglichkeit sind heimische Weihnachtsbäume aus Durchforstungen. Die Bäume müssen also sowieso aus dem Wald. Die sind vielleicht nicht so prachtvoll, aber nachhaltiger.

 

Alle Ideen und Anleitungen der aktuellen und aller vergangenen Serien findest du auf der Pinterest-Pinnwand von „Sophias MUT“: www.pinterest.de/sophiahaens/freistunde-pinnwand-sophias-mut/.

Fachliche Unterstützung: Bund Naturschutz in Bayern e.V.

Sophias MUT: Die Serie für Weltverbesserer in der Freistunde Sophias MUT: Die Serie für Weltverbesserer in der Freistunde

Der Spruch „Ich alleine kann sowieso nichts ändern“ gilt nicht. Du kannst nämlich ganz einfach herausfinden, ob du etwas ändern kannst. Indem du es versuchst. Wurde dir nicht auch eingetrichtert, dass viele Menschen, die für eine Sache kämpfen, auch etwas erreichen können?
 

Denn: Unsere Umwelt lässt sich durch Dinge schützen, die so banal sind, dass du sie schnell vergisst. Jeder von uns kann dabei sein Bestes geben. Es geht darum, das Thema in das Bewusstsein des Menschen zu rücken. So, dass man von ganz alleine handelt.

Darum geht’s in der Serie

In der neuen Umweltschutz-Serie von Freistunde-Volontärin Sophia Häns gibt es Tipps, die du ohne Anstrengung in den Alltag integrieren kannst. Damit hilfst du Natur und Umwelt ein kleines bisschen. Ganz nebenbei. Und die Welt braucht auch kleine Schritte.

In der Serie wird es mal um umweltfreundliche Geschenketipps für Weihnachten oder Geburtstage gehen, Filme- und Internet-Tipps, DIYs zum Beispiel für einen eigenen Kräutergarten oder ein Insektenhaus, Freizeit-Tipps, Foodsharing, und vieles mehr. Die Ideenliste ist lang.

Schicke Sophia gerne auch eigene Vorschläge und Ideen, Bilder zum Thema oder coole Projekte über unseren Snapchat-Account freistundesnaps oder einfach als E-Mail an die Adresse freistunde@idowa.de.

Alle Ideen und Anleitungen der aktuellen und aller vergangenen Serien findest du auf der Pinterest-Pinnwand von „Sophias MUT“: www.pinterest.de/sophiahaens/freistunde-pinnwand-sophias-mut/.

Sophias MUT: Die Serie für Weltverbesserer in der Freistunde Hautgemacht - 17. November 2017

Cremes, Peelings und Deos. Auch wenn es auf den Packungen versprochen wird, weißt du nie, ob die Inhaltsstoffe gut für dich oder die Umwelt sind. Daher: selber machen. Zum Start der neuen Umwelt-Serie „Sophias MUT“ von Freistunde-Volontärin Sophia Häns geht es um Hausgemachtes für die Haut.

Klar, Naturkosmetik tut vieles für die Umwelt. Damit machst du einiges richtig. Besser ist es, alle Schönheitsartikel, die du besitzt, auf ein Minimum zu reduzieren und mit einem einzelnen Produkt viele andere zu ersetzen. Wie das gehen soll?

Der Klassiker ist Kokosöl. Das ist Haarmaske, Lotion, Make-up-Entferner und Lebensmittel in einem. Misch es mit Kaffee-Satz und verwende es als Maske. Oder benutze es als Mundspülung. Kokosöl kannst du fast in jedem Drogeriemarkt kaufen. Alle Verwendungsmöglichkeiten findest du im Online-Blog von Volontärin Sophia unter sophiasmut.wordpress.com/wundermittel-kokosoel oder unter www.zentrum-der-gesundheit.de/kokosoel-pi.html.

Auch Teebaumöl ist ein Alleskönner. Es hilft bei Entzündungen oder schlechter Haut. Aber auch bei Erkältungen mit ein paar Tropfen in einem Dampfbad. Verrieben unter der Nase, kann es die Atemwege befreien.

Selbstgemachte Kosmetik

Du kannst deine Kosmetik aber auch einfach selbst herstellen. Dann kannst du dir über alle Inhaltsstoffe sicher sein. Je mehr Zutaten du in Bio-Qualität verwendest, desto besser und natürlicher ist später deine Kosmetik. Gehe nach dem Motto „Weniger ist mehr“ vor. Wenn du nicht weißt, wo und wie du anfangen sollst, ergreife die Initiative: In Straubing bietet der Mikrobiologe Dr. Klaus Breese Vhs-Kurse an, in denen er verschiedene Kosmetik-Produkte selbst herstellt. Hier verrät er seine Rezepte für Lotion und Deo.

DIY-Lotion

Für etwa 800 Milliliter Lotion brauchst du 200 Milliliter Nachtkerzenöl, 200 Milliliter Mandelöl und 200 Milliliter Sonnenblumenöl. Die drei Öle schüttest du zusammen und stellst sie in einem Wasserbad in einem Topf auf die Herdplatte. Während sich die Öle langsam erwärmen, löst du 30 Gramm Carnaubawachs darin auf. Dann kommen noch 150 Milliliter Wasser dazu. Das Wasser schüttest du in einem dünnen Strahl in das Öl-Gemisch. Gleichzeitig verrührst du die Mischung mit einem Pürierstab. Sonst verbinden sich die Öle und das Wasser nicht. Wenn die Flüssigkeit ein bisschen abgekühlt ist, kannst du noch 20 Tropfen eines ätherischen Öls dazugeben.

DIY-Deo

In 400 Milliliter Wasser gibst du sechs Teelöffel Speisestärke. Die Mischung kochst du dann kurz auf. Während das Wasser abkühlt, schüttest du nacheinander acht Teelöffel Natron dazu. Mit 20 Tropfen eines ätherischen Öls (zum Beispiel Lavendel) riecht dein Deo frisch und gut.

Fülle deine Natur-Produkte am besten in Glasgefäße ab und lagere sie im Kühlschrank. Aber sie halten sich auch bei Raumtemperatur für längere Zeit.


Weitere Ideen für DIY-Kosmetik auf Sophias Pinterest-Pinnwand: www.pinterest.de/sophiahaens/freistunde-pinnwand-diy-naturkosmetik/


Dr. Klaus Breese: Der Mikrobiologe teilt sein Wissen zur Natur

Klaus Breese kommt aus Freiburg im Breisgau und hat Biologie mit Hauptfach Mikrobiologie studiert. Mittlerweile lebt er mit seiner Familie in Straubing. Umweltschutz hat ihn schon immer interessiert. Er war und ist viel in der Natur unterwegs und befasst sich damit. Nachhaltigkeit ergibt für den Vater zweier kleiner Kinder aber nur als ganzheitliches Konzept Sinn. Das heißt, man sollte versuchen, die Nachhaltigkeit in jedem Bereich des Alltags auszuleben. Die soziale Frage ist ihm dabei sehr wichtig.

Die Rückbesinnung zur Natur sieht Klaus Breese als „Wertzuwachs“ für das eigene Leben. Für den Mikrobiologen ist das kein Rückschritt, sondern die „Pforte zum Garten Eden“. Denn Lebensqualität wird in Zeit gemessen.

Mit Vhs-Kursen, Pilzexkursionen, der Gründung des Gemeinschaftsgartens in Straubing, der Pflege des Vereins „G’wandelt wird e.V.“ und vielen weiteren Projekten hat er sich seiner Leidenschaft verschrieben und will die Natur wieder ins Bewusstsein und damit in das Leben von Erwachsenen und Kindern bringen. Dafür sind in der Zukunft auch konkrete Projekte geplant, wie zum Beispiel eine „Natur-Schule“. Dabei soll in Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen mit Ausflügen und Exkursionen geholfen werden, die Verbindung zu Pflanzen und Tieren wiederherzustellen.

Sophias MUT: Die Serie für Weltverbesserer in der Freistunde Grüne Weihnachten - 15. Dezember 2017

Passen Umweltschutz und Weihnachten zusammen? Ja. Im zweiten Teil der Serie „Sophias MUT“ erfährst du, wie. Unsere Tipps kannst du leicht umsetzen: Zum Beispiel mit dem Papier einer alten Freistunde-Ausgabe.

Am Fest der Liebe will man anderen und sich selbst etwas Gutes tun. Während du deiner Familie, deinen Freunden und dir in der „staden Zeit“ eine Freude machst, kannst du das auch für die Umwelt tun. Wie? So:

Umweltfreundlich einpacken

Geschenkpapier und Schleifen sehen schön aus, klar. Aber nach dem Auspacken ist der Müllberg groß. Dann ist das Geschenkpapier nicht mehr schön. Warum packst du deine Geschenke dieses Jahr nicht in Zeitungspapier? Zum Beispiel in die Freistunde, die du gerade in der Hand hältst. Aus Zeitungspapier kannst du auch kleine Tüten basteln. Für eine Anleitung scann’ einfach den QR-Code, der zur Pinterest-Pinnwand von „Sophias MUT“ führt. Ein Ersatz für Geschenkpapier sind schöne Boxen, die man später wiederverwenden kann.

Deko aus Zeitungspapier

Oder du bastelst Weihnachtsdeko aus Zeitungspapier. So ein Stern (unten) eignet sich auch gut als kleines Geschenk und geht ganz einfach. Du brauchst acht Rechtecke, jeweils doppelt so lang wie breit. Beim Stern unten sind es sechs mal drei Zentimeter. Die Rechtecke faltest du alle an der langen Seite zur Hälfte. An der offenen Seite knickst du die Ecken links und rechts nach unten auf die geschlossene Kante. Die zwei entstandenen Spitzen faltest du dann aufeinander. Jetzt hältst du ein Stück an der Spitze fest. Stecke dann die zwei Spitzen des nächsten Teils in die beiden äußeren Laschen an der kurzen Seite. Das machst du, bis alle acht Teile miteinander verbunden sind. Dann fädelst du nur noch einen Faden durch den Stern und fertig. Natürlich kannst du ihn noch anmalen oder in der Größe variieren.

Für den großen Papier-Stern verwendest du am besten alte Zeitschriften. Schneide zuerst sechs Quadrate aus. Falte sie zweimal diagonal in der Mitte zu einem Dreieck. Auf der offenen kurzen Seite schneidest du mit der Schere drei Streifen parallel zur langen Seite ein. Den kürzesten vorne an der Spitze, einen längeren in der Mitte und den längsten an der langen Seite außen. Alle drei bis etwa einen Zentimeter vor den Schluss der geschlossenen Seite. Falte das Dreieck wieder zum Quadrat auf. Tackere die jeweils gegenüberliegenden Streifen des ersten Quadrats übereinander zusammen. Immer abwechselnd auf die eine und die andere Seite. Das machst du auch mit den restlichen fünf Quadraten. Wenn alle fertig sind, tackerst du die sechs Einzelteile zu einem großen Stern zusammen.

Alternativen zu Teelichtern

Kerzen gehören einfach zu Weihnachten. Aber Teelichter enthalten meist Paraffin. Das wird aus Erdöl gewonnen. Und sie stecken in Aluminium-Behältern, das später weggeschmissen wird. Nachhaltig ist das nicht. Eine Alternative: Bienenwachskerzen aus kleinen Imkereien aus der Region. Damit hilfst du auch den Bienen. Viele Christkindlmärkte haben einen Stand, an dem du Produkte von regionalen Imkern kaufen kannst. Und die honigfarbenen Kerzen verstärken das weihnachtliche Hygge-Gefühl.

Geschenke gebraucht kaufen

Muss es immer etwas Neues sein? Wahrscheinlich nicht. Auf Plattformen wie Ebay, Shpock, oder Kleiderkreisel entdeckst du Schätze, die sonst niemand hat. Suchen lohnt sich, dabei kannst du auch noch richtig Geld sparen. Es hilft, vorher nachzufragen, ob sich die Freunde etwas bestimmtes wünschen. So vermeidest du Fehlkäufe, die ungenutzt herumstehen. Rede mit deiner Familie, ob es wirklich jedes Jahr zehn verschiedene Geschenke sein müssen, oder ob eines reicht.

Lichterketten, die sich selbst aufladen

Wer vor dem Haus nicht auf künstliche Beleuchtung verzichten will, kann auf Solar-Lichter umsteigen. Da gibt es Lichterketten, ganze Bäume aus Lichtern, Kugeln, Sterne oder Eiszapfen. Und die laden sich von ganz allein wieder auf.

Alternativen zum Christbaum

In der Familie kann man sich überlegen, ob man sich einen Christbaum zulegt, der mehrere Jahre im Wohnzimmer stehen kann und wieder verstaut wird. Keinen aus Plastik, aber aus Eisen oder großen Ästen. Oder einen kleinen Baum in einem großen Topf.

Obwohl einen echten Baum wahrscheinlich nichts ersetzen kann. Wie wäre es daher mit einem bio-zertifizierten Baum? Bäume aus Plantagen haben oft eine hohe Pestizidbelastung. Eine andere Möglichkeit sind heimische Weihnachtsbäume aus Durchforstungen. Die Bäume müssen also sowieso aus dem Wald. Die sind vielleicht nicht so prachtvoll, aber nachhaltiger.

 

Alle Ideen und Anleitungen der aktuellen und aller vergangenen Serien findest du auf der Pinterest-Pinnwand von „Sophias MUT“: www.pinterest.de/sophiahaens/freistunde-pinnwand-sophias-mut/.

Fachliche Unterstützung: Bund Naturschutz in Bayern e.V.

Sophias MUT: Die Serie für Weltverbesserer in der Freistunde Der Klimamönch - 12. Januar 2018

Der 1. Januar 2010 war für den Österreicher Edmund Brandner ein Neubeginn. Ein Jahr lang wollte der Journalist so viel CO2 wie möglich einsparen, um das Klima zu schützen. Darüber berichtete er in der Zeitung. Die Reaktionen darauf waren teilweise böse. Ein Interview über das Versuchen, Gewinn und Verzicht und Authentizität.

Herr Brandner, um die Klimaziele zu erreichen, also die Erderwärmung auf zwei Grad zu beschränken, müsste jeder seinen CO2-Verbrauch um 80 Prozent reduzieren. Haben Sie das geschafft?

Edmund Brandner: Der durchschnittliche Österreicher oder Deutsche verursacht im Jahr elfeinhalb Tonnen CO2. Um die Klimaziele zu erreichen, müsste jeder auf zweieinhalb Tonnen kommen. Vor meinem Fastenjahr, also 2009, habe ich mindestens 15 Tonnen erzeugt. Mein Ergebnis nach 2010, also dem Jahr als Klimamönch, waren etwa fünf Tonnen. Ich habe mein offizielles Ziel verfehlt. Trotzdem habe ich meine CO2-Bilanz um zwei Drittel reduziert. Ohne Gesetzesänderung oder ohne dass das Wirtschaftssystem auf den Kopf gestellt wurde.

Sind 80 Prozent möglich?

Das muss man von zwei Seiten sehen. Zweieinhalb Tonnen zu erreichen, ist für den Einzelnen extrem schwer. Mich ermutigt, dass man im Alleingang sehr viel erreichen kann. Wenn Gesetzgeber und Wirtschaft mitmachen, schafft man es. Es geht viel mehr, als man glaubt.

Hand aufs Herz: Ist CO2-Fasten Gewinn oder Verzicht?

Alle sprechen immer vom Verzichten, aber in Wahrheit gewinnt man. Das ist der Witz. „Was muss das für ein hundselendiges Leben sein, wenn wir so leben müssen, wie es die Klimaschützer verlangen“, habe ich mir gedacht. Ich hatte Angst vor der Geschichte, sonst wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen. Das Überraschendste war, dass die Lebensqualität im Großen und Ganzen steigt.

Inwiefern?

Man lebt langsamer und gesünder. Der Genuss spielt eine größere Rolle. Ich habe Rezepte von früher, als man noch nicht so viel Fleisch gegessen hat, wiederentdeckt. Wir kochen wieder mit der ganzen Familie. Ich habe angefangen, Tomaten zu züchten. Die Lebensqualität, die nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie gestiegen ist, ist das, was mich freut. Das hat mich positiv überrascht. Und das will ich gerne weitergeben.

Hat sich die Gesellschaft seit 2010 verändert?

Die Menschen haben wieder Hunger nach authentischen Produkten. Lebensmittel zum Beispiel. Die Leute lechzen danach. Das Thema ist im Kommen.

Wie haben die Leser Ihrer Zeitung auf das Projekt reagiert?

Die Serie hat extrem polarisiert. 80 Prozent haben geschrien „Endlich tut einer was!“ und die anderen 20 Prozent haben wüst reagiert. Teilweise sehr aggressiv. Das hat mich ziemlich belastet. Wenn man persönlich oder die eigene Familie angegriffen wird, ist das schlimm. Mit so einem Projekt stellt man im Prinzip den Lebensstil des Lesers infrage. Darauf reagieren manche Menschen sehr, sehr sensibel. Man darf dieses Thema nicht mit erhobenem Zeigefinger angehen. Ich habe bewusst nur über meine Versuche berichtet und irgendwann gemerkt: Scheitern gefällt den Menschen.

Woher kommt der Name „Klimamönch“?

Wenn man über sich selber schreibt, muss man furchtbar aufpassen, dass es nicht peinlich wird. Man darf sich nicht zu wichtig nehmen. In einem Nebensatz habe ich mich einmal als „Klimamönch“ bezeichnet. Ich fand die Formulierung witzig. Der Name ist kleben geblieben. Das ist zur Marke geworden. Mönche sind Menschen, die sich ein Ziel setzen. Das schaffen sie vielleicht nicht, aber sie versuchen es.

Geben Klimaschützer insgesamt mehr Geld aus?

Es hat noch nie eine Gesellschaft gegeben, die so viel Geld zur Verfügung hatte, da müssen wir ehrlich sein. Erstmal muss man Geld in die Hand nehmen. Das heißt aber, man gibt für sinnvollere Produkte mehr Geld aus. Mir bleibt somit mehr Geld, weil ich nur noch die Dinge kaufe, die ich wirklich brauche. Ich bin überzeugt davon, dass ich mein Geld mittlerweile überlegter ausgebe. Meiner Meinung nach stärkt man regionale Kreisläufe, also Wirtschaft und Unternehmen, wenn man bedacht und regional einkauft.

 

Die fünf Säulen: So sparst du CO2 in deinem Alltag

1. Autofahren: „Ich habe mein Auto verkauft“, erzählt Edmund Brandner im Interview und erklärt, dass 80 Prozent aller Autofahrten kürzer als zehn Kilometer und 50 Prozent kürzer als fünf Kilometer sind. Diese Strecken könne man mit dem Rad fahren. Wer das gerne macht, kann auf einen Großteil der Autofahrten verzichten, hält sich zudem fit und verbringt Zeit an der frischen Luft.

2. Verzicht auf Flugreisen: „Da kann man tonnenweise CO2 sparen.“ Ein Flug nach New York und zurück verbraucht zum Beispiel pro Kopf vier Tonnen CO2, auf die Philippinen sogar elf Tonnen, legt der Journalist dar. „Das ist der Jahresdurchschnitt eines Österreichers oder Deutschen.“

Der Verzicht auf Flugreisen sei eine Entscheidung, die man Anfang des Jahres trifft, aber „das ist keine Hexerei. Da ist der Verzicht aufs Auto viel schwieriger.“ Man kann seine Reisen anders planen, oder sich nach Frühbucher-Angeboten mit Bahn oder Bus innerhalb Europas umschauen.

Gegen den Naturschutz richtet sich allerdings das große Angebot an Billigflügen: „Die Preise sind obszön. Das ist eine Schweinerei“, sagt Edmund Brandner.

3. Heizen und Isolieren: Ein großes Projekt mit Zukunft. Heizung und Haus auf nachhaltige Systeme umstellen. Und davon gibt es immer mehr und immer bessere Angebote für Niedrigenergiehäuser, Pelletheizungen und Solaranlagen.

4. Ernährung: Eine große Rolle in der persönlichen CO2-Bilanz spielt das Fleisch in der Ernährung. Wer immer mal wieder darauf verzichtet oder vegetarisch lebt, tut der Umwelt viel Gutes. „Ansonsten sollte man darauf achten, regional, saisonal und vor allem biologisch einzukaufen.“ Also bei Erdbeeren aus Afrika oder Südamerika mitten im Winter vielleicht mehrmals überlegen.

5. Konsumverhalten: Beim Konsumverhalten kann man viel bewirken. Das ist ganz einfach, sagt Edmund Brandner. „Das, was man nicht braucht, nicht kaufen.“ Man solle beim Einkaufen sein „Hirn einschalten.“ Denn es sei ein Unterschied, ob man Schuhe aus Bangladesch kauft, die von Kindern genäht wurden, oder mitteleuropäische Produkte. Die seien dann vielleicht teurer. Dafür aber besser, qualitativ hochwertiger und haben eine längere Lebensdauer. Edmund Brandner benennt das Problem: „Das Zeug aus Bangladesch zum Beispiel ist so billig, das verführt den Konsumenten.“

Diese fünf Säulen hat der Journalist Edmund Brandner für sich und andere aufgestellt. Damit kann jeder in seinem Tempo bei sich selbst anfangen, ohne von anderen abhängig zu sein.

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