Landshut und Straubing zeigen am Donnerstag, 10. März, eine Flagge für Tibet: Zum 57. Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes gegen die chinesische Besatzungspolitik folgt auch die Stadt wieder dem Aufruf der Tibet Initiative Deutschland e.V., die tibetische Fahne am Rathaus anzubringen. Mehr als 1.000 Städte, Gemeinden und Kommunen haben sich seit 1996 an der Aktion beteiligt.

Seit 1950 formell unter chinesischer Herrschaft wuchs in den Folgejahren verstärkt der Widerstand gegen China. Bereits 1956 kam es zu bewaffneten Aufständen. Die Besetzung und Unterdrückung Tibets durch China wurde so eklatant, der Widerwille der tibetischen Bevölkerung so stark und verzweifelt, dass das tibetische Volk schließlich am 10. März 1959 gegen die chinesische Besatzungsmacht vorging. Unmengen an Tibeter ließen bei diesem Volksaufstand ihr Leben. Eine enorme Flüchtlingswelle aus Tibet über den Himalaya und in die Nachbarstaaten begann, die nochmals zahllos viele Todesopfer forderte. Chinesische Soldaten, Schnee, Eis, Hunger und Krankheit waren in diesen Tagen die größten Feinde der Fliehenden. Auch die Tibeter, die es bis ins Exil schafften, waren nicht ohne Weiteres in Sicherheit und mussten erneut zusehen, wie sie im Alltag und in Flüchtlingscamps überlebten.

Weil die Tibeter währenddessen in Llasa befürchteten, der Dalai Lama könnte entführt werden, versammelten sich am 10. März rund 300.000 Tibeter vor der Residenz ihres geistigen und politischen Oberhauptes. Nachdem am 17. März zwei chinesische Artilleriegeschosse in der Umgebung der Residenz einschlugen, floh daraufhin der Dalai Lama ins Exil nach Indien.

Laut Angaben kamen bei dem großen Volksaufstand mindestens 87.000 Tibeter ums Leben. Heute sollen zwischen 120.000 und 150.000 der sechs Millionen Tibeter im Exil leben. Weitere Informationen zur Flaggenaktion können im Internet unter www.tibet-flagge.de eingesehen werden.