Steiermark Graz als Geheimtipp abseits der Touristenrouten

Die begehbare Mur-Muschel ist inzwischen ein Wahrzeichen für das moderne Graz. Foto: Michaela Schabel

Graz wurde nicht umsonst 1999 UNESCO-Weltkulturerbe, 2003 Kulturhauptstadt Europas und 2008 als österreichische Genuss-Hauptstadt ausgezeichnet.

Aufgrund seiner Geschichte als einstige Habsburger Residenzstadt und Bollwerk gegen die osmanische Bedrohung entwickelt Graz einen besonderen Charme zwischen adeliger Historie, steiermärkisch gediegenem Lokalkolorit und mediterranem Lebensflair. Die Universität für Musik und Kunst bringt Innovationen in die Stadt und aufgrund des milden Klimas bietet das Umland Produkte für bestes Essen und Trinken.

Vom Schlossberg aus überblickt man Graz

Den besten Überblick über Graz bekommt man vom Schlossberg aus, der die Altstadt 123 Meter überragt, bequem mit der Bergbahn oder vor allem zu Fuß - und auch nachts sehr romantisch - über eine gigantische Treppenanlage zu erreichen. Man überblickt die Altstadt mit ihren sanierten Gebäudeensembles und Innenhöfen zwischen Mur und Schlossberg und darüber hinaus bis an die Stadtperipherie.

Mit 286 686 Einwohnern ist Graz die zweitgrößte Stadt Österreichs, seit zehn Jahren die größte Wachstumsregion Österreichs. In der Altstadt geht es aufgrund der Fußgängerzonen dennoch recht gemütlich zu. Trambahnen reduzieren den Autoverkehr, und nicht zuletzt auch die überaus exakten Politessen.

Gutes Essen wird großgeschrieben

Der Verkehr brandet die Glacisstraße und den Opernring entlang des ehemaligen Burggrabens, den der große, gepflegte Stadtpark, vorwiegend auf dem einstigen Gelände des einstigen Freiplatzes vor der Burg akustisch abschottet. So bleibt die Altstadt historisches Kleinod mit Dom, Mausoleum, Landeszeughaus, der größten Waffensammlung der Welt und dem am Stadtrand gelegenen Schloss Eggenberg mit dem Planetarium.

Die Innenhöfe erobert die Gastronomie. Mit 14 Bauernmärkten, der schönste am Kaiser-Josef-Platz sorgen für ein wahrhaft lukullisches Angebot. Verkauft wird hier tatsächlich nur, was im Umland selbst angebaut wird, daher also keine Bananen und Mangos, dafür aber alle Sorten von heimischen Beeren, Früchten, Gemüsesorten, Käse-, Wurst- und Brotspezialitäten, außerdem nicht zu vergessen das Kürbiskernöl und die eigens gezüchtete Salatsorte, das Grazer Krauthäuptl. Denn Graz will nicht nur Kultur-, sondern auch Genusshauptstadt sein.

Deutlich wird aber auch der Anspruch der Grazer, en vogue zu sein. Mit der futuristischen Murinsel, einer 47 Meter langen Netzkonstruktion in Form einer Muschel, wird die wilde Mur erlebbar gemacht, ohne dass dabei wirklich neue Wege gegangen werden, denn anstatt mit Umweltkonzepten zu punkten, beschränkte man sich auf ein schickes Gastronomieangebot, das so chic nicht mehr ist.

Noch auffälliger ist das Grazer Kunsthaus von 2003. Es schuf eine neue Sichtachse zwischen Uhrturm auf dem Schlossberg und Fluss. Als Universitätsstadt für Musik und darstellende Kunst leistete sich Graz damit ein neues Kunstmuseum: Das auffällig biomorphe Objekt mit einer Außenhaut aus über 1000 Acyrlglaselementen setzt sich mit seiner Form und seinen Materialien bewusst von den Giebelhäusern ab und fusioniert doch gekonnt mit dem Nachbarhaus.

Die Ausstellungen bieten Innovatives exklusiv nur aus den letzten vier Jahrzehnten. Entspannte Verweilmöglichkeiten bietet das Kunsthaus-Café und es gibt einen schönen Ausblick von der obersten Etage. Die Flimmerwerbung auf der metallischen Außenhaut ist nachts allerdings unübersehbar und aufdringlich.

Fazit: Ein paar Tage genügen nicht, um Graz wirklich zu erforschen, zumal wenn man per Rad unterwegs die Radwege rund um Graz und der Mur entlang erleben, man Stadt und Umland lukullisch genießen will.

Weitere Informationen

Unter www.graztourismus.at findet man auch Informationen über aktuelle Veranstaltungen (zum Beispiel Konzerte und Lesungen auf der Murinsel) und Führungen.

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