SSV Jahn Regensburg Jonas Nietfeld: Teamplayer mit Torriecher

Jonas Nietfeld (links) hat sich inzwischen gut akklimatisiert beim SSV Jahn Regensburg. Foto: dpa

Jonas Nietfeld ist vor der Saison aus Zwickau zum SSV Jahn Regensburg gewechselt. Inzwischen ist er gut angekommen – beim Jahn und in der 2. Bundesliga.

Es läuft die 86. Minute im DFB-Pokalspiel des SSV Jahn Regensburg gegen den SV Darmstadt 98 Anfang August. Es steht 1:1, als Kapitän Marco Grüttner an die Latte köpft und der Ball zurück ins Feld springt. Dort steht Jonas Nietfeld goldrichtig, nutzt den zweiten Ball und köpft zum 2:1 ein. Am Ende siegt der Jahn mit 3:1 gegen den Ligakonkurrenten und zieht in die nächste Runde ein. Für Nietfeld war es sein erster Pflichtspieltreffer für den neuen Club. Ein wichtiger Treffer, ein tolles Gefühl. Inzwischen hat Nietfeld vier Saisontore auf seinem Konto – zwei im Pokal und zwei in der 2. Bundesliga. Jonas Nietfeld scheint angekommen zu sein beim SSV Jahn Regensburg.

Gegen Darmstadt stach Nietfeld als Joker, kam wie häufig zu Saisonbeginn erst während des Spiels rein. Doch in den vergangenen drei Pflichtspielen – darunter die beiden so wichtigen Heimsiege gegen Kaiserslautern und Fürth – stand der 23-Jährige jeweils in der Startelf. "Auf dem Platz habe ich anfangs ein bisschen gebraucht, um mich hundertprozentig einzufinden. Aber inzwischen bin ich gut dabei, habe meine Spiele von Anfang an gemacht und konnte auch schon meinen Teil zum Mannschaftserfolg beitragen", sagt er über seine erste Zeit beim Jahn.

Der Jahn steht mit inzwischen 15 Punkten nach 13 Spielen für einen Aufsteiger sehr solide da und belegt Platz 13. "Damit können wir bisher zufrieden sein", sagt der Stürmer. "Aber wir wollen jetzt auch nicht locker lassen und die Serie ausbauen."

Angepasst ans neue Niveau

Wie der Jahn kam auch Nietfeld aus der 3. Liga – er ist im Sommer vom FSV Zwickau in die Domstadt gewechselt. Neue Liga – neues Niveau. "Man merkt schon deutliche Unterschiede. Es ist alles noch einmal schneller und körperlicher, vor allem spielen die Gegner auch schlauer und können das Spiel besser lesen", berichtet Nietfeld. Aber er und die gesamte Mannschaft hätten sich gut eingefunden auf dem neuen Niveau.

"Die Mannschaft lernt mit jedem Spiel dazu. Wir sehen, dass in dieser Liga auch minimale Dinge sofort bestraft werden können. Ich selbst bin vor allem in den Zweikämpfen noch stabiler geworden. Ich denke, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe und hoffe, dass es so weitergeht", sagt der Stürmer zu der bisherigen Entwicklung der Mannschaft und von sich selbst.

Nietfeld ist ein ähnlicher Spielertyp wie Kollege Marco Grüttner und kommt viel über seinen Körper und seinen Einsatz. "Das passt sehr gut mit uns beiden", sagt Nietfeld. "Es macht sehr viel Spaß, mit Marco vorne drin zu spielen. Er geht enorme Wege, haut sich rein – er ist ein Mentalitätsmonster und ein super Kapitän." Nietfeld gefällt vor allem auch die Spielweise des Jahn – ganz anders als noch letzte Saison in Zwickau. Mehr mit fußballerischen Lösungen, weniger mit weiten Bällen. "Das kommt auch meinem Spiel zugute", sagt er.

Nietfeld hat in der bisherigen Saison durchaus Selbstvertrauen getankt – und das ist für ihn auch elementar wichtig, um gute Leistungen zu bringen. "Du kannst noch so begabt sein, aber ohne Selbstvertrauen wirst du das nie auf den Platz bringen", so seine Überzeugung. Entsprechend verwundern auch die beiden Spieler nicht, zu denen Nietfeld aufschaut: Zlatan Ibrahimovic und Sandro Wagner. "Mir gefällt, wie sie auftreten und wie sie Fußball spielen - welches Selbstverständnis sie haben und dass sie überzeugt von sich sind", sagt er.

Seine fußballerischen Anfänge machte der in Nienburg an der Weser aufgewachsene Nietfeld in seiner Heimatregion. Kurz vor seinem 15. Geburtstag wechselte er in den Nachwuchs von Hannover 96. Plötzlich war er einer von vielen und nicht mehr der Ausnahmekicker. "Es war schon eine Umstellung, aber ich habe mich dann doch recht schnell zurecht gefunden", blickt er zurück. Nach zwei Jahren ging es für Nietfeld weit weg von Zuhause ins Internat von Rot-Weiß Erfurt – weil er dort das Abitur in 13 statt zwölf Jahren absolvieren konnte.

Trainiert mit Schalkes Bundesliga-Team

In Erfurt machte Nietfeld auch seine ersten Schritte im Profifußball, kam als 18-Jähriger zu ersten Einsätzen in der 3. Liga und machte in seinem ersten kompletten Herrenjahr 26 Spiele und erzielte fünf Tore. Doch dann wurde ihm vom Trainer angedeutet, dass er in der neuen Spielzeit nur noch Stürmer Nummer vier sein werde – also entschied sich Nietfeld zu einem Wechsel. Es ging zur zweiten Mannschaft des FC Schalke 04. Dort spielte er an der Seite von Gerald Asamoah und durfte auch mit dem Bundesligateam trainieren. "Sportlich war die Zeit nicht so erfolgreich für mich, aber sie hat mich dennoch weitergebracht", sagt Nietfeld rückblickend.

Nach einem Jahr wechselte Nietfeld weiter zum FSV Zwickau und dort sollte seine Karriere wieder richtig Fahrt aufnehmen. Mit Zwickau gelang der Aufstieg in die 3. Liga, ein Jahr später gelang dem Angreifer persönlich durch den Wechsel zum Jahn der Sprung in die 2. Bundesliga. Nietfeld wäre auch in der 3. Liga nach Regensburg gewechselt und hatte schon vor dem Aufstieg unterschrieben – "aber so ist es natürlich umso besser", sagt er mit einem breiten Grinsen.

Beim Jahn fühlt er sich bislang sehr gut aufgehoben. "Wir sind eine super Truppe", sagt er. Der Teamgeist sei der große Trumph. Passt perfekt, denn "auch ich bin ein absoluter Teamplayer", sagt Nietfeld. Und als solcher will er auch zukünftig seine Qualitäten einbringen und noch das eine oder andere wichtige Tor für die Jahnelf erzielen.

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