Regensburg Und plötzlich waren sie Eltern: Die Geschichte einer Pflegefamilie

Viele Pflegekinder kommen schon bald nach ihrer Geburt in eine Pflegefamilie. Foto: dpa

Emma ist ein sehr fröhliches Kind. Wenn sie lacht, wölben sich ihre Bäckchen und die dunklen Augen strahlen. Emma lacht oft und gerne, erzählt ihre Mutter. Offensichtlich ist die Eineinhalbjährige mit ihrem Leben zufrieden. Dass das so ist, verdankt sie ihren Pflegeeltern, bei denen sie seit gut einem Jahr lebt. Denn das kleine Mädchen hatte bei seiner Geburt keine guten Voraussetzungen für eine glückliche Kindheit.

Ihre leibliche Mutter war drogenabhängig. Kurz nach Emmas Geburt wurde ihr das Sorgerecht entzogen, das Baby wurde bei einer Kurzzeitpflegefamilie untergebracht. Fünfeinhalb Monate blieb sie dort, bis klar war, dass sie zu ihrer Mutter nicht zurückkehren würde.

Der Anruf kam dann schneller als erwartet

Gerda und Hans Obermeier (alle Namen geändert) warteten zu diesem Zeitpunkt bereits darauf, ein Pflegekind aufzunehmen. Sie hatten lange über diese Möglichkeit nachgedacht. "Ich habe immer geglaubt, dass man das Kind nach ein paar Jahren wieder abgeben muss", erzählt Gerda Obermeier. Als sie im Amt für Jugend und Familie erfuhr, dass viele Pflegekinder für immer bei ihren Pflegeeltern bleiben können, hat sich das Paar schnell entschieden. Sie absolvierten einen Vorbereitungskurs und begannen zu warten. Mit den Arbeitgebern hatten sie bereits gesprochen. Gerda Obermeier reduzierte ihre Stelle auf eine Teilzeitstelle, Hans Obermeier nahm Elternzeit.

Der Anruf kam dann schneller als erwartet. Eine Woche lang besuchten sie Emma bei der Kurzzeitpflegemutter. Besorgten ein Bett und eine Wickelkommode. Dann zog das Mädchen bei den Obermeiers ein. "Ohne Probleme", wie die Mutter erzählt. "Sie schlief gleich durch, hat gut gegessen und uns sofort als Bezugspersonen angenommen." Auch im Verwandten- und Bekanntenkreis wurde Emma freudig begrüßt. Sie hat ihren festen Platz in der Großfamilie. Ihre Eltern bieten ihr einen geregelten Tagesablauf. "Das ist ihr wichtig", erzählt die Mutter. "Wenn der Spaziergang ausfällt, macht sie sich bemerkbar." Emma kann inzwischen laufen und fängt an zu sprechen. Sie hat sich völlig normal entwickelt, das bestätigt auch der Kinderarzt. Emma hatte Glück, dass die Drogen, die die Mutter während der Schwangerschaft nahm, nicht in ihren Körper übergingen. Sie hatte nach der Geburt keine Entzugserscheinungen. Pflegeeltern werden ausführlich über den Gesundheitszustand der Kinder informiert. Sie können bei der Bewerbung ihre Vorstellungen angeben, wie alt das Kind sein sollte, und eventuell auch, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen bevorzugen. Den Obermeiers war es wichtig, dass das Kind noch klein ist. "Für uns ist es das erste Kind", sagt die Mutter. "Wir müssen in die Aufgabe erst hineinwachsen."

Den vollständigen Artikel lesen Sie am Montag, 6. Februar, in der Donau Post.

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