Regensburg/München Die Störung Pädophilie kontrollieren

Betroffene haben auch die Möglichkeit, sich erst im Internet über das Programm zu informieren. Foto: dpa

Die schlechte Nachricht vorab: Pädophilie, also die andauernde sexuelle Hinwendung zu präpubertären Kindern, ist nicht "heilbar". Die gute Nachricht: Betroffene können die Neigung in den Griff bekommen, ohne zu Straftätern zu werden.

Das ist die Botschaft der sexualwissenschaftlichen Ambulanz der Universität Regensburg, die seit 2010 in das Projekt "Kein Täter werden" eingebunden ist. Für ihn sei dies "die Idealform des Opferschutzes", sagte Justizminister Winfried Bausback am Freitag.

Weil Prävention allemal billiger ist als Verurteilen und Einsperren, ganz zu schweigen von den Langzeitschäden der kindlichen Opfer, hat der Freistaat seinen Geldbeutel für das Präventionsprojekt im Laufe der Jahre immer weiter aufgemacht, berichtete Bausback in München. Von 200.000 Euro im Jahr 2013 stiegen die Ausgaben für diesen Zweck auf jetzt 520.000 Euro. Man hoffe, dass diese Kosten bald von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Eine sexuelle Hinwendung zu Kindern ist gar nicht so selten, wie man vielleicht glaubt. Die Wissenschaft geht davon aus, dass etwa ein Prozent der Männer in Deutschland unter dieser "Störung der Sexualpräferenz" leidet, sagte der Leiter der sexualwissenschaftlichen Ambulanz Michael Osterheider. 1.064 Kontakte hatte die Ambulanz, die seit 2015 eine zweite Kontakt-, Beratungs- und Therapiestelle in Bamberg unterhält, bisher zu verzeichnen. Daraus entwickelten sich bislang 150 konkrete Therapieangebote. 50 Menschen haben inzwischen eine Therapie abgeschlossen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 12. August 2017.

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