Niederbayern/Oberpfalz Der Winter ist zurück: Über 350 Unfälle auf Ostbayerns Straßen

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Symbolfoto: Mathias Adam (Quelle: Unbekannt)

Kaum war der lang ersehnte Winter da, sorgte er schon für chaotische Verhältnisse auf den Straßen: Die Polizeipräsidien Niederbayern und Oberpfalz meldeten insgesamt mehr als 350 Verkehrsunfälle, die am Mittwoch und Donnerstag aufgrund von Schneeglätte passierten. Meist waren nur Blechschäden und Staus die Folge, einige Menschen wurden leicht verletzt. In wenigen Fällen gab es auch Schwerverletzte. Lastwagenunfälle auf der A 93 legten die Autobahn am Donnerstagnachmittag mehrere Stunden lang komplett lahm, kilometerlange Staus waren die Folge. Am Freitag habe sich die Lage auf den Straßen etwas entspannt, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern am Freitagvormittag mit.

Die Streu- und Abschleppdienste seien bereits am Mittwochabend im Dauereinsatz gewesen, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern am Donnerstag mit. Bis 22 Uhr sind im Bereich des Präsidiums insgesamt 66 Unfälle passiert, davon neun auf den Autobahnen A 3, A 92 und A 93. In den meisten Fällen rutschten Fahrzeuge in Straßengräben oder prallten gegen Leitplanken, Verkehrszeichen und Bäume. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ereigneten sich weitere 56 Unfälle. Dabei wurden fünf Personen leicht verletzt.


Für die Einsatzkräfte besonders kurios war ein Unfall in Wegscheid (Kreis Passau). Dort kam ein Lastwagenfahrer mit seinem Gespann von der Fahrbahn ab und das Fahrzeug kippte in eine Wiese. Nachdem ein anderer Verkehrsteilnehmer dem Fahrer aus dem Führerhaus geholfen hatte, lief dieser einfach in den Wald davon. Feuerwehrleute verfolgten seine Spuren im Schnee, weil sie vermuteten, dass der Mann verletzt sein oder unter Schock stehen könnte. Nach zwei Stunden fand ein Polizeihund den Fahrer schließlich im Wald. Er war zwar nicht verletzt, aber betrunken und musste seinen Führerschein vorerst abgeben.


Chaotischer Berufsverkehr

Am Donnerstagmorgen wurden die Straßenverhältnisse mit Einsetzen des Berufsverkehrs noch chaotischer. Insgesamt 109 Verkehrsunfälle in ganz Niederbayern mit einem geschätzten Gesamtschaden von etwa 400 000 Euro verzeichnete das Präsidium von Mittwoch um 22 Uhr bis Donnerstag um 13 Uhr. Viele Lastwagen blieben an den bekannten Steigungsstrecken des Bayerischen Waldes hängen. In den höheren Lagen waren auch zahlreiche Straßenabschnitte durch Schneeverwehungen nur schwer passierbar. Die Polizeidienststellen Freyung und Zwiesel berichteten von etwa 15 bis 20 Zentimetern Neuschnee allein bis Mittwochabend.

Auto rammt Schulbus

In Jandelsbrunn (Kreis Freyung-Grafenau) kam es im Berufsverkehr zu einem schweren Unfall zwischen einem Auto und einem Schulbus. Das Auto eines 18-Jährigen geriet ins Schleudern und prallte mit solcher Wucht gegen den Bus, dass es fast vollständig in zwei Teile gerissen wurde. Der Fahrer hatte Glück im Unglück und wurde nur mittelschwer verletzt. Der Busfahrer erlitt einen Schock. Da der Bus erst auf der Anfahrt war, hatte er keine Kinder an Bord.

In der Oberpfalz ereigneten sich von Mittwochabend bis Donnerstagmorgen um 10 Uhr insgesamt 103 Unfälle. Der Großteil davon passierte auch hier im morgendlichen Berufsverkehr. Selbst bei kleinen Unfällen seien Staus und Behinderungen die Folge gewesen, berichtete das Präsidium. Ein Auffahrunfall am Autobahnkreuz Regensburg habe beispielsweise eine kurzzeitige Vollsperrung der Autobahn zur Folge gehabt, weil nach dem Stau an einer Steigung zwei Lastwagen feststeckten.

Noch schlimmer wurde es dann am Nachmittag: Nach zwei Lastwagen-Unfällen auf der A 93 zwischen den Anschlussstellen Regensburg-Süd und Bad Abbach war die Autobahn in Richtung München stundenlang komplett gesperrt, zeitweise war auch eine Komplettsperrung auf der Gegenrichtung nötig. Es bildeten sich kilometerlange Staus, in denen sich weitere, kleinere Unfälle ereigneten. Ein dreijähriges Kleinkind sowie eine Schwangere wurden durch die Polizei aus dem Stau gebracht.

Lastwagen zu schnell


Allein bei den Lastwagenunfällen entstand ein Schaden von weit über 100 000 Euro. Der Polizei zufolge war Unfallursache in beiden Fällen den winterlichen Straßenverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit der Lastwagenfahrer. Beim ersten Unfall kam ein Sattelzug ins Schleudern, dessen 51-jähriger Fahrer wegen eines einfahrenden Schneeräumfahrzeugs zu bremsen versuchte. Der komplette Lastwagen drehte sich um 180 Grad.


Tonklumpen auf der A 93

Wenig später stellte sich ein mit 26 Tonnen Ton beladener Sattelzug mit Kippvorrichtung, den ein 67-Jähriger lenkte, quer. Der Kipperaufbau riss sich bei der Schleuderfahrt los, stürzte auf die Fahrbahn und blockierte sie vollständig. Ein Teil der Tonklumpen wurde über die Mittelleitplanke auf die Gegenfahrbahn geschleudert, wo drei vorbeifahrende Autos beschädigt wurden. Zwei dem Unglücks-Lastwagen nachfolgende Lastwagen prallten bei Ausweichversuchen in die Leitplanken und fuhren über Tonklumpen.

Insgesamt meldete das Präsidium Oberpfalz von Donnerstagmittag bis gegen 18 Uhr am Abend 75 Verkehrsunfälle auf den winterlichen Straßen. Bei diesen wurden fünf Menschen leicht verletzt. Der Unfallschwerpunkt lag in der südlichen Oberpfalz, 35 der Unfälle ereigneten sich in Stadt und Landkreis Regensburg.

Bereits am Mittwochabend hatten sich in der Oberpfalz zwei schwere Unfälle ereignet. Im Landkreis Amberg-Sulzbach stürzte ein 17-Jähriger, als er mit seinem Kleinkraftrad auf der schneeglatten Fahrbahn stürzte und sich dabei schwer verletzte. Der zweite Unfall passierte kurz nach 22.30 Uhr im Gemeindegebiet Eschlkam (Landkreis Cham). Ein 31-Jähriger kam auf einer Staatsstraße mit seinem Opel Astra auf die Gegenfahrbahn und krachte ihn einen entgegenkommenden Opel Vectra. Dabei prallte noch ein VW Touran in die verunfallten Fahrzeuge. Der Unfallverursacher erlitt schwere Verletzungen. Der 25-jährige Opel-Astra-Fahrer verletzte sich leicht und der 45-jährige VW-Touran-Fahrer blieb unverletzt. Der Sachschaden beträgt hier etwa 9.000 Euro.

In Furth im Wald hat sich in der Nacht zum Donnerstag ein Unfall wegen Schneeglätte ereignet. Die Bilanz sind zwei Verletzte und ein 9.000 Euro hoher Schaden. (idowa berichtete).


Am Freitagmorgen gegen 5.30 Uhr ist ein Autofahrer in Pfakofen (Landkreis Regensburg) von der Fahrbahn abgekommen und hat einen Stromkasten aus der Verankerung gerissen. Ein weiterer Unfall ereignete sich gegen 6.45 Uhr auf der A3 im Bereich der Anschlussstelle Wörth. Dabei kam ein Kleinwagen ebenfalls von der Fahrbahn ab. Anschließend kippte das Fahrzeug im Graben um. Ein Kran musste den Wagen herausziehen. Auch auf der B15 zwischen Hagelstadt und Köfering ist gegen 7.20 Uhr ein Auto von der Straße abgekommen und hat sich im angrenzenden Feld überschlagen. Dabei verletzte sich der Fahrer nicht.

Ein Auffahrunfall passierte gegen 8.30 Uhr am Autobahnkreuz Regensburg. Die Ursache für den Unfall waren vermutlich Lastwagen, die an der Steigungsstrecke von der A93 zur A3 feststeckten. Die Autobahn musste für kurze Zeit komplett gesperrt werden.

  1. Autor

    amu/map/sra
  2. Datum

    17.01.2013 06:57 Uhr
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