Niederbayerischer Fußball-Trainer Manuel Baum über Aus beim FCA: "Schon sehr überrascht"

Manuel Baum wurde im Frühjahr als Trainer des FC Augsburg entlassen. Foto: dpa

Der Dingolfinger Manuel Baum hat sich in einem Interview zu seiner Entlassung als Trainer des FC Augsburg und seiner Zukunft geäußert.

Nach über zwei Jahren wurde der gebürtige Dingolfinger Manuel Baum Anfang April als Cheftrainer des FC Augsburg entlassen. Ein Aus, das sich für ihn nicht angedeutet hatte, wie er nun in einem Interview mit dem Onlineportal spox.com verriet: „Ich war schon sehr überrascht, als ich den Anruf bekommen habe. Es war uns allen klar, dass es nicht den einen ausschlaggebenden Punkt dafür gab. Letztlich ist das aber einfach Teil des Geschäfts.“ Baum glaubt, dass auch unter seiner Leitung der Klassenerhalt gelungen wäre: „Natürlich bin ich davon überzeugt, dass es mit mir genauso funktioniert hätte. Es ist schwierig zu sagen, ob man auch mit mir das Spiel in Frankfurt gewonnen hätte. Ich glaube aber definitiv, dass die Mannschaft in dieser Saison den Klassenerhalt geschafft hätte.“

Im ersten Moment war es eine große Umstellung vom Vollgas-Job Bundesliga-Trainer auf deutlich mehr Freizeit, erklärte Baum: „Ich habe zwei, drei Wochen benötigt, um herunter zu fahren und andere Dinge genießen zu können. Ich habe auch in meinen Urlauben immer ein paar Tage gebraucht, um abzuschalten und loszulassen. Wenn man im Job ist, glaubt man ja gar nicht, dass es auch etwas Positives haben kann, wenn man nicht mehr dabei ist.“ Nun sieht Baum aber durchaus auch positive Aspekte: „Ich war insgesamt fünf Jahre in Augsburg tätig und bin ein 24-7-Mensch. Daher ist die aktuelle Situation für mich zwar ungewohnt, aber es tut ganz gut, mal ein bisschen Ruhe zu haben.“ Seine beiden Kinder und ein Hausbau in München würden aktuell für Ablenkung sorgen.

Baum: "Keine dreckige Wäsche waschen"

Zwei Wochen nach seiner Entlassung hat sich Baum noch einmal mit den FCA-Geschäftsführern Stefan Reuter und Michael Ströll getroffen. „Mir ist es schon wichtig“, sagte Baum, „dass man in diesem Job die persönliche Beziehung, die weiterhin intakt bleiben soll, und die sachliche Ebene trennt. Es war niemand beleidigt oder sauer. Ich halte es da so, wie ich es von meinen Spielern auch erwarte: Wenn eine Entscheidung getroffen wird, hat man die zu akzeptieren und muss keine dreckige Wäsche waschen. Dazu haben wir in den letzten fünf Jahren zusammen zu viel erreicht.“

Derzeit rüstet sich Baum auch für seine Zukunft als Trainer: „Ich mag keinen Stillstand. Das Thema Weiter- und Fortbildung ist mir deshalb sehr wichtig, denn sonst würde man im nächsten Job wieder das gleiche machen und hätte sich keinen Zentimeter weiterentwickelt.“ Wann Baum wieder einsteigen möchte? „Ich bin nicht panisch, sondern denke, wenn eine Tür zugeht, geht irgendwo eine andere auf. Ich habe Spaß am Geschäft Fußball, in fast allen Bereichen schon gearbeitet und hatte extrem viel Vergnügen in der Bundesliga. Trainer zu sein ist einfach mein Leben, daher kann ich mir gut vorstellen, diesen Job langfristig zu machen.“

Auch zum Thema Martin Hinteregger, der Baum öffentlich kritisiert hatte („Ich kann nichts Positives über ihn sagen und werde auch nichts Negatives sagen.“), äußerte sich der Fußballlehrer: „Martin Hinteregger ist wirklich ein richtig, richtig guter Spieler, aber das war schon ein Ausreißer. Die grundsätzliche Frage, wenn Themen wie beispielsweise die angeblich verlorene Kabine auch medial von außen an dich herangetragen werden, ist: Wie reagierst du als Verein darauf? Wir haben uns entschieden, in diesem Fall gar nicht öffentlich zu reagieren.“

 
 

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