Polizisten und Mitarbeiter des Landratsamts Landshut haben am Dienstagvormittag in Neufahrn die Wohnung eines mutmaßlichen "Reichsbürgers" durchsucht. Dabei wurden zahlreiche Waffen beschlagnahmt.

Acht Gewehre, drei Pistolen und eine große Menge Munition fanden die Beamten bei dem 75-Jährigen. Auch einige erlaubnisfreie Gas-Pistolen wurden sichergestellt. Der Rentner steht laut den Ermittlungen der Polizei der sogenannten "Reichsbürger-Bewegung" nahe. Demnach hatte der Mann, der seit 2002 im Landkreis Landshut wohnt, beim Landratsamt Unterlagen nach dem Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913 beantragt. Zudem hatte er gegenüber Polizisten verkündet, er gehe "jetzt zu den Reichsbürgern". Das Landratsamt Landshut prüfte daraufhin die waffenrechtliche Eignung des Jägers und erwirkte beim Verwaltungsgericht Regensburg einen Durchsuchungs- und Sicherstellungsbeschluss, der nun vollzogen wurde. An der Aktion waren neben der PI Rottenburg auch Polizisten aus Landshut und Straubing beteiligt.

Sogenannte "Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht an und behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Sie sprechen daher Behörden und Gerichten ihre Legitimität ab und akzeptieren auch keine amtlichen Bescheide. Seit Mitte Oktober ein 49 Jahre alter "Reichsbürger" in Georgensgmünd bei Nürnberg einen Polizisten erschossen hat, wird die Bewegung vom Verfassungsschutz beobachtet.