NawaRo Straubing Zu schnell für den Sieg im Topspiel

NawaRo Straubing, hier Franziska Liebschner im Angriff, hat das Topspiel gegen VV Grimma knapp im Tiebreak verloren. Foto: fotostyle-schindler.de

NawaRo Straubing hat das Topspiel gegen VV Grimma im Tiebreak verloren. Auch, weil man mit dem langsameren Tempo der Gäste nicht immer zurecht kam.

Es war ein emotionaler Volleyballabend, mit tollem Sport und dem am Ende schlechteren Ausgang für NawaRo Straubing. Der niederbayerische Volleyball-Zweitligist hat am Samstag das Top-Duell mit dem Tabellendritten VV Grimma vor fast 800 Zuschauern in eigener Halle im Tiebreak verloren. Auch Straubings Trainer Benedikt Frank war trotz der Niederlage begeistert vom Spiel: "Das war kein normales Niveau. Das war echt geiles Volleyball und riesige Werbung für den Sport."

Am Ende hat NawaRo den Kürzeren gezogen – auch weil die Gäste aus Sachsen in den entscheidenden Moment den Tick abgezockter agiert haben. Es sei das Duell "Erfahrung gegen jung und wild" gewesen, beschrieb es Frank im Anschluss. Während bei Grimma die Spielerinnen schon einiges an Erfahrung auf diesem Level gesammelt hätten, würde diese den meisten seiner Spielerinnen eben noch fehlen. "Trotzdem haben wir ein gutes Spiel gemacht, wir waren nur nicht clever genug", sagte Straubings Coach.

Furiose Aufholjagd

Bis auf den dritten Satz gelang es den Gästen stets, sich relativ früh ein gewisses Punktepolster zu verschaffen, sodass NawaRo einem Rückstand hinterherlaufen musste. Den konnte die junge Mannschaft lediglich im ersten Satz aufholen – aber wie! Fast schon aussichtslos zurück, wehrte Straubing insgesamt acht Satzbälle ab und entschied den ersten Satz mit 27:25 für sich. Eine Situation, die für Frank nicht sonderlich überraschend kam: "Wir haben einfach diese Moral in unserer Mannschaft und ich habe das von meiner Mannschaft schon gekannt. Es war schön für die Zuschauer, dass sie gesehen haben, dass sie immer an unsere Mannschaft glauben können."

Doch Auftrieb verlieh der spektakuläre Satzgewinn zunächst nicht, denn in Durchgang zwei lag Straubing schnell klar zurück (4:10) und verlor am Ende mit 22:25. In einem ausgeglichenen Spiel auf gutem Niveau sicherte sich NawaRo mit 25:19 Satz drei und Grimma glich mit 25:22 erneut aus. Somit fiel die Entscheidung erst im Tiebreak, den Grimma, trainiert vom ehemaligen Vilsbiburger Coach Jorge Munari, mit 15:6 sehr deutlich gewann.

Der Knackpunkt des Spiels war für Frank der vierte Satz, als er Hoffnung auf einen Drei-Punkte-Sieg hatte, dann aber mit einer Schiedsrichterentscheidung überhaupt nicht einverstanden war. "Davon haben wir uns nicht mehr so recht erholt", sagte er.

Franks Fazit: "Wir haben hervorragend im Angriff gearbeitet, haben viele Bälle rausgeholt. Aber wir haben einfach nicht genügend Punkte gemacht. Wir haben deutlich mehr Fehler gemacht als Grimma und viel zu viel gearbeitet für zu wenig Ertrag." Er sah seine Mannschaft besser, man habe viele Situationen dominiert – und zog einen Vergleich aus dem Fußball heran. "Das war wie wenn der FC Bayern gegen Heidenheim die komplette Zeit anrennt, am Ende Heidenheim aber drei Treffer macht und Bayern eben nur zwei."

Zwei unterschiedliche Teams

Ein Hauptgrund für die Niederlage war aus Franks Sicht das Tempo im Spiel. "Es sind zwei Mannschaften aufeinander getroffen, die komplett unterschiedlich agieren", sagte er. "Was Grimma gespielt hat, ist so übermäßig bodenständig. Das Spiel ist langsamer, nicht ganz so emotional und mit weniger Risiko. Mit diesem Tempo haben wir uns ganz schwer getan." Seine Mannschaft habe viele Ballwechsel kontrolliert, aber zu wenig Punkte daraus gemacht. "Das ist schade, aber das ist genau das, was wir gesagt haben: wir haben eben eine sehr junge Mannschaft. Wenn wir kein Spiel verlieren würden, dann wären wir ja schon viel zu weit", fügte er mit einem Lachen hinzu.

Frank setzte fast durchgehend auf dieselben Spielerinnen und scheint damit seine aktuelle Top-Sechs gefunden zu haben. Dana Schmit als Zuspielerin, Carina Aulenbrock auf der Diagonalposition, Danica Markovic und Franziska Liebschner auf Außen sowie Kristen Stehling und Celin Stöhr im Mittelblock, dazu Libera Sarah Markt. "Ich wollte, dass das die Sechs ist, die einen Sieg schafft", sagte Frank und erklärte: "Meine jungen Spielerinnen sind noch nicht so weit. Ich sage ganz ehrlich: Für die Situationen, die wir hatten, waren die Wechseloptionen noch nicht gut genug."

Am kommenden Wochenende wartet schon das nächste Highlight auf NawaRo. Dann geht es im Achtelfinale des DVV-Pokals zu Hause gegen den Erstligisten Potsdam. "Da freuen wir uns riesig darauf", sagt Frank und betont: "Wir brauchen uns da nicht verstecken." Man könne das Spiel dieses Mal ganz anders angehen, denn: "Wir müssen nichts, sondern dürfen." Vielleicht werde man 0:3 verlieren, sagt Frank. "Vielleicht können wir aber auch einen Satz gewinnen. Wir wollen einfach Ballwechsel für Ballwechsel fighten und das wird uns tierisch Spaß machen. Dieses Spiel ist die Belohnung für alles, was wir bis hierhin schon geleistet haben."

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