Naher Osten Wirkung nicht bedacht

Mit seiner Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, hat US-Präsident Donald Trump politische Realitäten anerkannt. Foto: dpa

Eines muss man Donald Trump lassen. Der US-Präsident schafft es immer wieder, ohne jede Not den Eklat zu provozieren. Zuletzt geschehen im Nahen Osten. Mit seiner Ankündigung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und deshalb auch die US-Botschaft von Tel Aviv als sichtbares Zeichen dorthin zu verlegen, hat er alte Wunden wieder ein Stück weiter aufgerissen.

Auch wenn es nur um den Umzug von einigen Diplomaten geht, ist die Symbolwirkung dieses Vorgehens nicht zu unterschätzen. Ob diese Anerkennung der Realität zu einem zu hohen Preis kommt, muss sich noch zeigen.

Die Botschaften aus aller Welt in Israel drängen sich in Tel Aviv. Das politische Machtzentrum des Landes ist indes schon immer Jerusalem. Hier befinden sich Parlament und Regierungssitz. Das Problem ist also weniger praktischer Natur. Vielmehr geht es darum, dass auch die Palästinenser Jerusalem als Hauptstadt eines noch zu gründenden Staates betrachten. Sie fürchten nun, dass Fakten geschaffen werden könnten, die ihnen den Zugriff in Zukunft unmöglich machen. Wenn nun ausgerechnet die Amerikaner, Schutzmacht des Staates Israel, ihre Botschaft nach Jerusalem, der Stadt von Felsendom, Al-Aksa-Moschee, Klagemauer und Grabeskirche, verlegen, so ist das ein klares Zeichen: Wir unterstützen Israel. Der Friedensprozess, der, so muss man zugeben, bestenfalls auf der Stelle tritt, kommt in dieser Gleichung nicht mehr vor.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 08. Dezember 2017.

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