Nach Freispruch Vergewaltigung erneut vor Gericht

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Symbolbild: dpa (Quelle: Unbekannt)

Seit Dienstag muss sich ein 72-jähriger Rentner aus Straubing erneut vor einer Strafkammer des Landgerichts Regensburg verantworten. Er soll vor genau zwei Jahren seine um ein Jahr jüngere, langjährige Lebensgefährtin malträtiert und vergewaltigt haben. Im ersten Verfahren war er im August 2011 aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf die Revision der Staatsanwaltschaft hin auf und verwies es zu einer neuen Verhandlung nach Regensburg zurück.

Die Anklage basiert auf den Angaben der Geschädigten, die im Sommer vergangenen Jahres verstorben ist. Der Notarzt hatte bei der früheren Masseurin "ungeklärt" als Todesursache vermerkt.

Der Angeklagte hatte gegenüber der Haftrichterin, die damals Bereitschaftsdienst hatte, die Tat gestanden. Danach habe er sich in den Abendstunden mithilfe einer Scheckkarte Zutritt zu der Wohnung verschafft, aus der er zwei Wochen vorher auf Betreiben der Geschädigten ausziehen musste. Danach habe sie das Schloss auswechseln lassen. Er habe sich dann in der Küche entkleidet und sei ins Schlafzimmer gegangen, wo die Seniorin bereits schlief. Nach einem kurzen Wortwechsel habe er unter Würgen am Hals den Verkehr mit ihr erzwungen.

Bei ihrer polizeilichen Vernehmung hatte die Geschädigte noch angegeben, dass sie eigentlich schon seit Jahren nicht mehr mit dem Angeklagten intim sein wollte. Er habe ihr jedoch jedes Mal leidgetan.

Im ersten Verfahren kamen die Richter zu dem Ergebnis, dass die Attacken gegen den Hals des Opfers nicht mit der sich anschließenden Vergewaltigung im Zusammenhang stehen und nicht mit der erforderlichen Sicherheit feststehe, ob es nicht doch zu einem einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zwischen Täter und Opfer gekommen war. Mit der Rüge, dass die Beweismittel nicht vollständig ausgeschöpft wurden und auch die Beweiswürdigung hinsichtlich der Körperverletzung mangelhaft sei, hoben die Bundesrichter das Urteil auf. Sie wiesen darauf hin, dass neben der Vergewaltigung auch gefährliche oder gar schwere Körperverletzung in Betracht kommen könne.

An zunächst acht Verhandlungstagen wird der Prozess erneut aufgerollt, wobei der Angeklagte am ersten Verhandlungstag keine Angaben machte.

Die damals diensthabende Ermittlungsrichterin konnte sich im Zeugenstand noch an viele Details der damaligen Vernehmung des Angeklagten erinnern, bei der ihm auch der Haftbefehl eröffnet wurde. Er habe viel geredet, jedoch kein so rechtes Unrechtsbewusstsein gezeigt. Vielmehr sei das Tatgeschehen für ihn nach seinen eigenen Worten "relativ alltäglich" gewesen.

Er habe die Seniorin vor Jahren als Besucherin in der Justizvollzugsanstalt Straubing kennengelernt, in der er seine Strafe wegen Tötung seiner Ehefrau verbüßte. Auch diese Straftat sei "nötig gewesen, weil's nicht mehr gegangen ist".

Nach seiner Entlassung sei er bei der Geschädigten eingezogen. Vor seinen sexuellen Aktivitäten sei seine damalige Lebensgefährtin sogar zweimal ins Frauenhaus geflohen, dann aber wieder in die damals gemeinsame Wohnung zurückgekehrt. Am Tattag habe er weder geklingelt noch geklopft. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, "es noch einmal zu tun".

Da die Kronzeugin inzwischen gestorben ist, müssen in dem jetzigen Verfahren neben außenstehenden Zeugen auch die damals beteiligten Juristen darüber vernommen werden, was die Geschädigte im ersten Verfahren als Zeugin aussagte. Wir werden weiter berichten.

  1. Autor

    alf
  2. Datum

    16.01.2013 08:50 Uhr
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