München

Abensberg oder Irlbach? Ärger um Weltrekordversuch im Maßkrugtragen


Mathias Völkl aus Deggendorf bei seinem Weltrekordversuch im Maßkrugstemmen im Münchner Hofbräuhaus. Ein Notar vor Ort befand den Versuch für gültig. Der designierte Weltrekordhalter Oliver Strümpfel ist da anderer Meinung.

Mathias Völkl aus Deggendorf bei seinem Weltrekordversuch im Maßkrugstemmen im Münchner Hofbräuhaus. Ein Notar vor Ort befand den Versuch für gültig. Der designierte Weltrekordhalter Oliver Strümpfel ist da anderer Meinung.

Von dpa/idowa

27 Maßkrüge hat Matthias Völkl aus Irlbach im Landkreis Straubing-Bogen über 40 Meter getragen. Damit hat er eigentlich den Guinness-Weltrekord im Maßkrugstemmen geknackt. Doch sein Vorgänger aus Abensberg (Kreis Kelheim), Oliver Strümpfel, hält den Versuch für ungültig. Noch steht das letzte Wort aus.

Immer wieder hat er 29 gefüllte Bierkrüge über 40 Meter getragen, die insgesamt fast 70 Kilo wiegen. Ein halbes Jahr lang hat er sich vorbereitet. Doch ausgerechnet an seinem großen Tag, der seinen Weg in das Guinness-Buch der Rekorde ebnen soll, gibt es eine Schrecksekunde für den 26 Jahre alten Matthias Völkl. Souverän trägt er den Berg an Krügen an jubelnden Zuschauern vorbei durch das Münchner Hofbräuhaus. Der Weg zum Glück ist nicht lang, aber beschwerlich. Und als er die Gläser abstellen will, erklingt ein Geräusch, das an diesem Tag weder Völkl noch die Leute vom Hofbräuhaus hören wollen, die den Rekordversuch werbewirksam für sich zu nutzen wissen: klirrendes Glas.

Krüge fallen zu Boden, ein Raunen geht durch die Menge und niemand traut sich zu jubeln. Erst als ein Notar offiziell verkündet, dass 27 Maßkrüge stehengeblieben sind, stößt Völkl einen Jubelschrei aus - und die Zuschauer stimmen ein. Laut Notar Martin Schwab hat Völkl den Weltrekord im Maßkrugtragen geknackt. "Er hat 27 Krüge ordentlich abgestellt. Das ist der offizielle Weltrekord", sagt er.

"Ein hammergeiles Gefühl" sei das, sagt Völkl daraufhin in verschiedene Kameras und Mikrofone und strahlt. Er sei stolz und erleichtert. "Mein ganzer Körper zittert - vor Anspannung und Aufregung. Die 40 Meter haben die ganze Kraft gekostet."

Vor einem Jahr sei die Idee dazu entstanden, den mit 25 Maßkrügen bisherigen Weltrekordhalter Oliver Strümpfel vom Thron zu stoßen, erzählt Völkl. Seit einem halben Jahr habe er hart trainiert - viermal pro Woche im Fitnessstudio und immer wieder auch auf Volksfesten, auf denen der gebürtige Deggendorfer oft kellnert.

Kampfansage aus Abensberg: Strümpfel plant neuen Rekord mit 30 Krügen

Doch trotzdem der Notar den Weltrekordversuch für gültig erklärt hat, ist das Ding noch längst nicht in trockenen Tüchern. Bis zu drei Monate kann die Prüfung durch das Guiness-Buch der Rekorde dauern. Bis dahin hält Oliver Strümpfel noch offiziell den Weltrekord. Strümpfel selbst war im Hofbräuhaus live dabei, als ihm sein Konkurrent Mathias Völkl den Rekord abluchsen wollte. Für Strümpfel ist der Fall klar: "Der Versuch war eindeutig irregulär. Das beweist auch das Videomaterial." Als schlechter Verlierer will der Abensberger freilich nicht dastehen, aber es sollte eben alles seine Richtigkeit haben.

Laut Strümpfel seien nämlich nicht nur zwei Krüge runtergefallen, sondern drei weitere wurden beim Abstellen noch von einem Helfer stabilisiert, bevor sie auf den Boden krachen konnten. Dies wäre ein eindeutiger Verstoß gegen die Regularien. "Das Abstellen der Krüge ist ja gerade das Schwierigste. Nur mit den Krügen 40 Meter laufen ist kein Problem", erklärt Strümpfel gegenüber idowa. Er geht davon aus, dass der Versuch als ungültig erklärt wird. Doch so oder so ist es für ihn eine "Riesenmotivation". Heißt im Klartext: Er will sich "seinen" Rekord im Falle des Falles schnellstmöglich wieder zurückholen. "Dann schnappe ich mir nächstes Jahr bei meinem Heimspiel auf dem Gillamoos 30 Krüge. Mit der Vorbereitung fange ich im Januar an", gibt Strümpfel die Marschroute vor.

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