Mehr als nur ein Knall So funktioniert eine Silvester-Rakete

Beim Silvesterfeuerwerk gibt es viele Effekte. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Raketen fliegen in den Nachthimmel, Böller explodieren und Leuchtfontänen steigen auf - das neue Jahr beginnt. Die Effekte halten nur wenige Sekunden an. In dieser kurzen Zeit passiert so einiges in einer Rakete.

Das passiert beim Abschuss einer Silvester-Rakete

Die Zündung: An jeder Rakete befindet sich eine Zündschnur. Diese wird angezündet und brennt ab.

Der Abschuss: Jede Rakete besitzt unten einen Treibsatz. "Über die Zündschnur wird der Treibsatz gezündet", erklärt Thomas Kuchinka. Er ist Pyrotechniker, Sprengmeister und Inhaber der Firma Pyroflash-Spezialeffekte. Der Treibsatz ist mit Schwarzpulver gefüllt. Sobald ihn die brennende Zündschnur erreicht hat, entzündet sich das Schwarzpulver. Dieses brennt langsam ab und befördert die Rakete durch seine Schubkraft in den Himmel. Solange der Treibsatz brennt, wird die Rakete angetrieben.

Die Explosion: Im Kopf der Rakete befindet sich eine Effektladung. Diese ist mit dem Treiber verbunden. Wenn der abbrennende Treibsatz die Effektladung erreicht, entzündet sie sich und explodiert. Dabei werden die kleinen Kügelchen als farbenprächtige Effekte am Himmel sichtbar.

Feuerwerk und Jugendschutz

Es gibt verschiedene Feuerwerkskategorien.

Kategorie 1 ist das Ganzjahresfeuerwerk. Jeder ab zwölf Jahren darf Knallkörper wie Brummkreisel oder Knallerbsen kaufen und das ganze Jahr über zünden.

Kategorie 2 ist das Kleinfeuerwerk. Feuerwerkskörper dürfen nur an den drei Verkaufstagen vor Silvester gekauft und nur in der Silvesternacht gezündet werden. Diese Knallkörper sind ab 18 Jahren erlaubt.

Kategorie 3 ist das Mittelfeuerwerk und Kategorie 4 Großfeuerwerk. Beide sind nicht frei verkäuflich und dürfen nur von Experten gezündet werden.

Arten von Feuerwerk

Höhenfeuerwerk

  • Rakete
  • Römisches Licht
  • Kometenrohr
  • Feuerwerksbatterien

Bodenfeuerwerk

  • Fontäne
  • Vulkan
  • Sonne
  • Bodenkreisel

Mischformen zwischen Höhen- und Bodenfeuerwerk

  • Batterie
  • Feuertopf

Knallkörper

  • Kanonenschläge
  • China-Böller
  • Reibkopfböller
  • Knallfrosch
  • Knallerbsen

Beleuchtungsartikel

  • bengalische Zylinderflammen

Tipps von Pyrotechniker Thomas Kuchina:

1. Lass die Finger von Alkohol! Alkohol und Silvesterfeuerwerk passen nicht zusammen.

2. Grenze den Bereich, in dem gezündet wird, für andere sichtbar ab! Achte darauf, dass sich keine Personen in dem Bereich aufhalten, in den du zielst, und entferne leicht brennbare Sachen aus diesem Bereich.

3. Achte auf Tiere in deiner unmittelbaren Umgebung und nimm Rücksicht auf sie. Feuerwerkskörper gehören nicht in die Nähe von Katzen, Vögeln, Hunden oder gar Wild.

4. Halte den angegebenen Schutzabstand ein! Falls kein Abstand angegeben ist, solltest du mindestens 25 Meter weg gehen.

5. Sichere das Feuerwerk gegen Umfallen! Zünde Raketen auf einem Abschussgestell oder in einem leeren Bierkasten. Sichere Feuerwerksbatterien - wenn nötig - zusätzlich mit Heringen oder Steinen an den Seiten.

6. Lese die Gebrauchsanweisung des Krachers!

7. Zünde keinen Versager erneut, sondern gib ihn an den Händler zurück oder lege ihn für einen Tag in spülmittelhaltiges Wasser, bevor du ihn entsorgst.

8. Achte darauf, dass keine abstehenden Haare in den Gefahrenbereich hinein ragen und trage feuerabweisende Kleidung.

9. Verwende ausschließlich zugelassenes Feuerwerk, dass über ein CE-Zeichen und eine BAM-Identifikationsnummer verfügt und versuche keinesfalls, Feuerwerkskörper zu verändern oder gar selbst zu bauen.

 

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