Marokko Zwei Tage Marokko – Ein Reisebericht

Die Medina von Chefchaouen Foto: Regina Hölzel

Die Sonne fällt morgens nur selten in die engen Gassen der Medina von Tanger. In der Luft hängt der Geruch von Safran und Kreuzkümmel. Eine rot-weiß-getigerte Katze streckt sich auf einer rissigen Betonmauer.

In den 50ern und 60ern war Tanger eine literarische Hochburg und in den 70ern das Mekka der Hippies. In der Altstadt hat es niemand eilig. Zwei alte Männer schlendern über den Petit Socco (kleiner Platz). Sie tragen Djellabas, weite Roben mit einer spitzen Kapuze.

Der halbe Petit Socco wird von den Tischen und Stühlen des Café Central eingenommen. Hier saßen literarische Größen wie Tennessee Williams und Paul Bowles, um an ihren Geschichten zu schreiben. Hier kam man her, um zu sehen und gesehen zu werden.

An einer Ecke des Platzes sitzt ein wettergegerbter Mann mit großen Zahnlücken. Er verkauft auf einem aufgestellten Pappkarton Zigaretten – einzelne Zigaretten. Immer wieder grüßt er einen Passanten, plaudert mit Vorbeigehenden.

Eine enge Gasse schlängelt sich bergab. Ich warte, bis der Gegenverkehr abreißt und drücke mich durch eine besonders enge Stelle. Die ganze Altstadt ist gewachsen wie eine Pflanze. Die Häuser wuchern in jeden freien Zentimeter, winden sich um Hindernisse und sind selbst überwuchert. Die Gässchen schlängeln sich plan- und ziellos zwischen ihnen hindurch und nehmen den Platz ein, der eben übrig ist.

In den engen Gassen wird geplaudert. Ein alter Mann hinkt auf mich zu. Er stützt sich auf seinen Gehstock und bleibt stehen. „Du solltest mehr kiffen“ sagt er mit einem spitzbübischen Grinsen in flüssigem Englisch. Ich lache verlegen. Er fragt mich, woher ich komme. „Deutschland“, antworte ich. In gebrochenem Deutsch erzählt er mir, er habe selbst drei Jahre in Hamburg gelebt.

Zwei Tage Marokko – Ein Reisebericht Zwei Tage Marokko – Ein Reisebericht

Die Sonne fällt morgens nur selten in die engen Gassen der Medina von Tanger. In der Luft hängt der Geruch von Safran und Kreuzkümmel. Eine rot-weiß-getigerte Katze streckt sich auf einer rissigen Betonmauer.

In den 50ern und 60ern war Tanger eine literarische Hochburg und in den 70ern das Mekka der Hippies. In der Altstadt hat es niemand eilig. Zwei alte Männer schlendern über den Petit Socco (kleiner Platz). Sie tragen Djellabas, weite Roben mit einer spitzen Kapuze.

Der halbe Petit Socco wird von den Tischen und Stühlen des Café Central eingenommen. Hier saßen literarische Größen wie Tennessee Williams und Paul Bowles, um an ihren Geschichten zu schreiben. Hier kam man her, um zu sehen und gesehen zu werden.

An einer Ecke des Platzes sitzt ein wettergegerbter Mann mit großen Zahnlücken. Er verkauft auf einem aufgestellten Pappkarton Zigaretten – einzelne Zigaretten. Immer wieder grüßt er einen Passanten, plaudert mit Vorbeigehenden.

Eine enge Gasse schlängelt sich bergab. Ich warte, bis der Gegenverkehr abreißt und drücke mich durch eine besonders enge Stelle. Die ganze Altstadt ist gewachsen wie eine Pflanze. Die Häuser wuchern in jeden freien Zentimeter, winden sich um Hindernisse und sind selbst überwuchert. Die Gässchen schlängeln sich plan- und ziellos zwischen ihnen hindurch und nehmen den Platz ein, der eben übrig ist.

In den engen Gassen wird geplaudert. Ein alter Mann hinkt auf mich zu. Er stützt sich auf seinen Gehstock und bleibt stehen. „Du solltest mehr kiffen“ sagt er mit einem spitzbübischen Grinsen in flüssigem Englisch. Ich lache verlegen. Er fragt mich, woher ich komme. „Deutschland“, antworte ich. In gebrochenem Deutsch erzählt er mir, er habe selbst drei Jahre in Hamburg gelebt.

Zwei Tage Marokko – Ein Reisebericht Kultureller Hotspot "Hotel Continental"

Ich werde oft gefragt, woher ich komme. Mit meinen gefärbten Haaren und der großen Kamera um den Hals falle ich natürlich auf. So komme ich mit den Einheimischen ins Gespräch. Jimmy, der Besitzer des Souvenirladens im Hotel Continental, erzählt mir, wen er schon getroffen hat.

Das Hotel ist seit Jahrzehnten ein Hotspot für berühmte Persönlichkeiten. Jimmy zeigt mir stolz seine Fotos. Er hat Bilder von sich mit Kofi Annan und eines mit Prinzessin Margaret. Inmitten seiner Souvenirs stehen alte Telefone mit Wählscheibe und mehr oder weniger ramponierte Möbel aus allen Epochen.

Er schenkt meiner kompletten Reisegruppe Halsketten und verabschiedet sich mit den paar deutschen Worten, die er beherrscht: „Auf Wiedersehen, gute Reise“. Als ich unseren Reiseführer frage, ob er Jimmy kennt, lacht er nur und sagt: „Den kennt jeder hier, der gehört zu Tanger.“

Die Terrassen des Hotel Continental blicken über den Hafen und das Meer. Wir gehen hinter dem Hotel wieder in die Medina.

In den größeren Gassen reihen sich Läden aneinander. Vor den Geschäften türmen sich Töpferwaren, Säcke mit Gewürzen und verschiedenste Stoffe. Die Sonne steigt höher und über der Medina erhebt sich ein Surren. Die vormittägliche Ruhe weicht geschäftigem Treiben. Überall wimmelt es von Kindern und jungen Leuten. Aus allen Himmelsrichtungen rufen Muezzine zum Gebet. Der Gesang aus den Lautsprechern überlagert sich, webt sich ineinander.

An den Rändern einer ausgetretenen Treppe stellen Schneider Djellabas her. Vor den Geschäften rattern kleine Maschinen, die die Fäden auf Spannung halten. Im Inneren sitzen die Männer und weben Verzierungen und Knopfleisten direkt an den Stoff. Eine seltsame Mischung aus Motorrad und Schubkarren rattert durch eine Querstraße.

Die Treppe zum Café Tangier Moments windet sich schmal und steil in den zweiten Stock. Die überdachte Terrasse ist in strahlendem Blau und Gelb gehalten. Ein junger Mann spielt Gitarre und singt auf Arabisch. Weiter oben sitzen junge Leute und trinken Tee, sie unterhalten sich auf Französisch. Die kühle Abendluft streicht durch die Gassen. Bis spät in die Nacht spielen Kinder in den abschüssigen Gassen Fußball. Einige Geschäfte haben noch offen. Die ersten Gemüsehändler packen um zehn Uhr Abends ihre Stände zusammen, weil sie keine Waren mehr haben.

Zwei Tage Marokko – Ein Reisebericht Chefchaouen

Am nächsten Morgen fahren wir aufs Land. Der klapprige Bus rast über kurvige Straßen, vorbei an halbfertigen Häusern und buckligen Hütten. Hinter den Stadtgrenzen nimmt die Zahl der Frauen mit Kopftuch rapide zu. Auf den Feldern arbeiten die Menschen schon früh morgens. Die Frauen tragen weite Kleider und mit Bommeln besetzte Strohhüte. Einige führen Esel oder Pferde über die staubigen Feldwege.

Chefchaouen schmiegt sich gut verborgen an den Fuß des Berges Jbel Tizouka. Die Stadt war lange Zufluchtsort für Moslems und Juden, die aus Spanien fliehen mussten. Die Häuser leuchten in verschiedensten Blautönen. Die Farbe soll gegen den „bösen Blick“ schützen.

Am Parkplatz bin ich sofort umringt von Kindern, sie wollen mir Blumenketten verkaufen. Ich wimmle sie ab und schiebe mich durch eine riesige Touristenmenge langsam den Berg hinauf. Es ist Sonntag und Chefchaouen ist ein beliebtes Ausflugsziel. Der Weg in die Stadt führt über eine Schlucht mit einem kleinen Gebirgsbach. Unter der Brücke hängen zwei Hütten wie Schwalbennester am Fels. Hier waschen die Frauen von Hand ihre Wäsche.

Die Gassen schlängeln sich den Hang entlang und ich versinke im Hellblau der Häuser. Ein Motorrad donnert durch die enge Straße. Ich hechte gerade noch in eines der Geschäfte. Der Besitzer versucht mir Schals und Teetassen zu verkaufen. Über dem Hauptplatz thront die Moschee. Schulklassen bahnen sich ihren Weg durch die Menge. Eine Hochzeitsgesellschaft macht Fotos.

Der Muezzin ruft zum Mittagsgebet und übertönt die lärmenden Menschen. Der Busfahrer bringt uns zum Mittagessen in eine kleine Herberge außerhalb der Stadt Tetuan. Wir sitzen im Garten unter Orangenbäumen. Nach der Hektik von Chefchaouen habe ich die Ruhe dringend nötig. Vor dem Haus steht eine kleine, runde Hütte. Hier kocht eine junge Frau Fleisch und Tanjines über glühenden Kohlen. Wir löffeln Bissara (marokkanische Bohnensuppe). Ich muss mich an den Kreuzkümmel in fast jedem Gericht erst noch gewöhnen. Nach dem Essen steigen wir in den Bus nach Tetuan.

Zwei Tage Marokko – Ein Reisebericht Tetuan

Die Medina von Tetuan ist ein einziger riesiger Basar. Zwischen Obst und Gemüse hängen geschlachtete Hühner. Wilde Katzen schleichen um die Fischstände. Zwei alte Männer würfeln vor einem Schuhgeschäft. Neben einem Laden mit Haushaltswaren hat ein fliegender Händler seine Schätze ausgebreitet. Über einem geschmolzenen Puppenkopf liegt ein zerrissener Weihnachtsmann. Der Hafen ist nicht weit weg. Viele der Kostbarkeiten sind nicht verzollt. Hier landet alles, was die Europäer nicht wollen. Kleiderschürzen und Jogginghosen gibt es für zehn Dirham (ein Euro).

Ein Mann verkauft Musikinstrumente. Ich frage ihn, ob er etwas für mich spielen könnte. Er lacht und gesteht verlegen, dass er kein Instrument beherrscht. Er verkauft und repariert sie nur. Er zeigt mir eine Oud (eine Art Laute) mit kunstvollen Einlegearbeiten. Das ist der Stolz seiner Sammlung.

Als wir wieder im Bus sitzen, atme ich auf. Ich bin solche Menschenmassen nicht gewohnt. In den engen Gassen der historischen Altstädte gibt es kaum Möglichkeiten, jemandem auszuweichen. Außer in den frühen Morgenstunden ist es immer voll und laut. Diese Enge bringt Menschen aber auch zusammen. Irgendwie scheint es leichter, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, wenn man eh schon fast aufeinander steht.

Gesprochen wird bis tief in die Nacht. Dann sind es nur noch ein paar Stunden, bis die Sonne aufgeht und in der frischen Morgenluft wieder der Geruch von Safran und Kreuzkümmel hängt.

Zwei Tage Marokko – Ein Reisebericht Service

 

Durchschnittliche Temperatur in Tanger:

  • Frühjahr: 17° - 20°
  • Sommer: 20° - 30°
  • Herbst: 17° - 25°
  • Winter: 15° - 17°

Flüge:

  • Direktflüge von München werden kaum angeboten.
  • Von Frankfurt aus erreicht man den recht zentral gelegenen Flughafen in Tanger auch ohne Zwischenlandung.
  • Flüge mit Zwischenstop in Barcelona oder Madrid sind oft günstiger.

Übernachtungen:

  • In Tanger gibt es einige große Hotels, die sich direkt an der Uferstraße aneinanderreihen.
  • Wer Tanger in seiner ganzen Essenz erleben möchte, ist mit einem der vielen Bed and Breakfasts in der Medina gut beraten.
  • Das Hotel Continental ist eher etwas für Menschen, die das Außergewöhnliche und Geschichtsträchtige schätzen. Es hat schon bessere Tage gesehen.
  • Das Frühstück auf der Terrasse über dem Hafen lohnt sich auch, wenn man nicht dort eincheckt.

Verkehr:

  • Taxis: In den größeren Städten Marokkos gibt es zwei Arten von Taxis. Die Petits Taxis haben Taxameter und fahren nur innerhalb der Stadt. Größere Taxis fahren auch zwischen den Städten und können mit anderen Passagieren geteit werden. Den Fahrpreis handelt man am besten vor der Fahrt mit dem Fahrer aus.
  • Überlandbusse: Die Busverbindungen zwischen den Städten sind einigermaßen pünktlich und zuverlässig. Viele der Busse sind regelmäßig überfüllt. Wer einen Sitzplatz möchte, sollte früh am Bus sein.
  • Zug: Von Tanger aus fahren Züge an der Küste entlang nach Süden. Die Städte Rabat, Casablanca, Marrakesch und Fés sind so bequem zu erreichen.
  • Stadtbusse: In Tanger gibt es ein paar Buslinien, die aus dem Zentrum ins Umland führen. Manche Busse fahren aber recht unregelmäßig und man sollte sich auf Wartezeiten bis zu zwei Stunden einstellen.
  • Zu Fuß: Die Altstadt von Tanger ist für die meisten Fahrzeuge kaum zugänglich. Fast alle Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Medina. Gehen ist oft die beste Möglichkeit.

Währung:

  • In Marokko zahlt man mit Dirham.
  • Zehn Dirham sind etwas weniger als ein Euro.
  • Am Flughafen gibt es Wechselstuben.

Sprache:

  • Arabisch und Berberisch sind die Amtssprachen.
  • In der ehemaligen französischen Kolonie Marokko sprechen sehr viele Menschen Französisch.
  • Viele junge Menschen sprechen mehr oder weniger gut Englisch.
  • Im Norden, in direkter Nähe zur Straße von Gibraltar, kann man sich auch mit Spanisch gut zurechtfinden.

 

 

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