Mariaposching Die Fähre schwimmt wieder! Marathonbergung abgeschlossen

Es ist geschafft. Die Fähre schwimmt. Foto: Jessica Seidel

Das Hoffen und Bangen hat ein Ende: Die am Dienstag gesunkene Donaufähre konnte zwei Tage später erfolgreich aus der Donau zwischen Mariaposching und Stephansposching geborgen werden. Jetzt ermittelt die Polizei gegen den Fährmann.

Die Seilfähre verbindet seit 1927 zwei Landkreise. Für Pendler ist sie der beste Weg, weil die nächste Brücke einen Umweg von 30 Kilometern bedeutet. Am Dienstagvormittag war damit Schluss. Ihr Nahverkehrsmittel sank aus bisher unerklärlichem Grund in der Mitte der Donau. Wegen der starken Strömung konnte sie erst zwei Tage später aus dem Fluss geborgen werden. Dazu waren zwei spezielle Bergeschiffe der Firma Domarin nötig, die aus Vilshofen angefordert wurden.

Bei den Schiffen handelte es sich um das Bergeschiff "Raphaela", das einen Bagger mit sich führte, und um das zweischraubige Schubboot "Domarin 12" mit je 780 PS samt Ponton Kilian.

Knifflige Bergung

Zunächst installierten Einsatzkräfte im Fluss neben dem Bergungsschiff "Kilian" eine Schwallschutzwand. Sie gewährleistete einen strömungsberuhigten Bereich, in dem der Berufstaucher in Ruhe arbeiten konnte. Zuerst sicherte er die Fähre, damit sie nicht abtreiben konnte, sobald der Kran den Traktor samt Anhänger aus dem Wasser gezogen hat. Dadurch entlastete er auch die beiden Masten, an denen das Fährseil befestigt ist. Danach wollte der Taucher den Anhänger fest auf der Fähre sichern, weil eine separate Bergung von Traktor und Anhänger vorgesehen war. Doch die Strömung war dafür zu stark. Um 12.25 Uhr hob der Kran dann beides aus dem Wasser.

Anschließend stieg der Taucher noch einmal in den Fluss und befestigte das Bergungsseil an der 19 Tonnen schweren Fähre. Um 15.30 Uhr zog der Kran die Fähre an der stromaufwärts liegenden Seite langsam hoch, damit das Wasser selbstständig aus ihr fließen konnte. Das zweite Schiff "Raphaela" schloss zu "Kilian" parallel auf und ankerte auf der anderen Seite der Unglücksstelle. Ein Bagger hob das Heck der Fähre an. Dadurch wurde die Fähre in eine waagrechte Position gebracht.

Erste Begutachtung

Nachdem das restliche Wasser aus der Fähre gepumpt wurde, gab es eine erste Begutachtung. Sie fiel positiver aus als gedacht. Die Fähre kann noch schwimmen und wurde dennoch zur Sicherheit mit einem Bergungsschiff am Ufer auf eine Holzkonstruktion gehoben. Der Traktor und der Anhänger wurden separat am Ufer abgestellt. Es werden weitere Ermittlungen bezüglich der Unfallursache durchgeführt. Auch der Transporter, Ducato, den die Einsatzkräfte schon am Mittwoch aus der Donau zogen, wurde sichergestellt. Die Schifffahrt auf der Donau wurde wieder freigegeben.

Ermittlungen gegen den Fährmann

Gegen den 28 Jahre alten Fährmann werde wegen fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr ermittelt, sagte ein Polizeisprecher. Bis die Unglücksursache geklärt ist, könnten noch Wochen vergehen. Die Donau bleibt zwischen Straubing und Deggendorf auch nach der Bergung noch gesperrt. Zunächst muss die Fahrrinne überprüft werden.

 

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