Landshut Wolfgangsschule bangt um ihr Schwimmbad

Das Schwimmbad ist eines der Wahrzeichen der Schule. Ende Februar hatte sich der Bausenat für eine Sanierung ausgesprochen – doch dafür ist nun wohl doch kein Geld da. Foto: jv

„Die Verwaltung wird beauftragt, in die Sanierungsplanung für das Schwimmbad der Grundschule St. Wolfgang einzusteigen“: Das hat der Bausenat vor etwa einem halben Jahr beschlossen. Doch wegen der Haushaltslage steht das 750.000 Euro teure Projekt nun mehr denn je auf der Kippe – und die Schule muss seit der jüngsten Sitzung des Haushaltsausschusses um die Zukunft eines ihrer Wahrzeichen bangen.

Die Schwimmbad-Modernisierung taucht nämlich erneut nur auf der „Giftliste“ 7 B auf. Darauf werden Vorhaben geparkt, für die voraussichtlich auch mittelfristig kein Geld vorhanden ist.

Für das Schwimmbad könnte das das Aus bedeuten, wie Baureferent Johannes Doll sagte. Der Grund: Auch die Heizungsanlage der Schule ist veraltet und muss dringend erneuert werden – wie, hänge aber vom Fortbestand des Bades ab. „Bleibt das Schwimmbad, würden wir wohl ein Blockheizkraftwerk bauen, das dann energetisch sinnvoll wäre. Ansonsten reicht eine normale Heizungsanlage“, erläuterte Doll. Allzu lange warten, was wegen der knappen Kassen natürlich am einfachsten wäre, könne man nicht mehr. Denn: „Wenn die Heizung ausfallen sollte, hätten wir ein echtes Problem.“ Dagegen könne der Schulbetrieb im Zweifel auch ohne Schwimmbad aufrechterhalten werden.

Ein Urteil, das die Mitglieder des Haushaltsausschusses teilten. Zwar betonten etliche Stadträte, wie wünschenswert es sei, dass Kinder das Schwimmen lernen. Andererseits müsse dies nicht zwingend in einem schuleigenen Bad geschehen. So sah das auch Kämmerer Rupert Aigner, der in dieser Hinsicht vor allem die Eltern in die Pflicht nahm. Dennoch wurde deutlich, dass die meisten Politiker das Bad gerne erhalten würden.

Stadtrat Hoffmann (FDP): Schulbad ist „purer Luxus“

Aus Überzeugung dagegen sprach sich mit Norbert Hoffmann zunächst nur ein Stadtrat aus. Dies dafür mit eindringlichen Worten: „Wenn wir es als Stadträte nicht mal schaffen, den puren Luxus eines Schulschwimmbads aufzugeben, kommen wir mit dem Haushalt nie auf einen grünen Zweig“, sagte der FDP-Politiker. In diesem Fall könne und müsse man zeigen, „dass wir zum Verzicht bereit sind“. Dieser Appell an den Sparwillen der Kollegen zeigte bei einigen Wirkung. Zum Beispiel bei Christine Ackermann (ÖDP), die als Alternative Schwimmunterricht im städtischen Hallenbad oder im Ergomar vorschlug. Das Problem: „Während der Unterrichtszeiten sind nach unseren Informationen keine Kapazitäten mehr frei“, sagte Doll.

Rektorin Blank: „Wünschen, dass das Bad erhalten bleibt“

Daran könnte sich aber zumindest mittelfristig etwas ändern. Denn bekanntlich gibt es Pläne, das von den Stadtwerken betriebene Landshuter Hallenbad zu erweitern beziehungsweise ganz neu zu bauen. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie soll am Dienstag, 24. November, bei einer Sitzung des Werksenats vorgestellt werden, wie Oberbürgermeister Hans Rampf (CSU) ankündigte. Er rief dazu auf, diesen Termin abzuwarten. Schließlich könne dies die Entscheidung über das Bad der Wolfgangsschule beeinflussen. „Derzeit befinden wir uns beiden Fragen in einem ergebnisoffenen Entscheidungsprozess“, sagte Rampf. Allerdings müsse über die Zukunft des Schwimmbads der Wolfgangsschule angesichts der Problematik mit der Heizungsanlage zeitnah entscheiden.

Rektorin Sylvia Blank erfuhr derweil erst am Donnerstag von der LZ, dass dem Schwimmbad ihrer Grundschule offenbar neues Ungemach droht. Und sie kündigte an, in diesem Fall kämpfen zu wollen. „Unser Wunsch ist, dass das Schwimmbad, das eines der Wahrzeichen der Schule ist, erhalten bleibt.“ Dafür gebe es gute Gründe. Schließlich sei derzeit für die 15 zweiten, dritten und vierten Klassen je eine Wochenstunde Schwimmunterricht vorgesehen. Dazu kommen zwei Stunden der benachbarten Mittelschule und im Anschluss an den Schulunterricht vier Anfängerkurse für die Nichtschwimmer der ersten bis vierten Klassen, die der SC 53 in Kooperation mit der Wolfgangschule erteilt. Macht unterm Strich 21 Schulstunden, die pro Woche in dem Schwimmbad abgehalten werden.

„Sollte das Bad wegfallen, würden nur noch die dritten Klassen Schwimmunterricht bekommen“, so Blank. Dies müsse dann in anderen Einrichtungen erfolgen – mit den entsprechenden Zeitverlusten. Für die Zweit- und Viertklässler fiele das Schulschwimmen flach und würde durch „normalen“ Sportunterricht ersetzt. Der Haken: „Für so viele zusätzliche Turnstunden reichen die Kapazitäten unserer Halle nicht.“

Wolfgangsschule bangt um ihr Schwimmbad Wolfgangsschule bangt um ihr Schwimmbad

„Die Verwaltung wird beauftragt, in die Sanierungsplanung für das Schwimmbad der Grundschule St. Wolfgang einzusteigen“: Das hat der Bausenat vor etwa einem halben Jahr beschlossen. Doch wegen der Haushaltslage steht das 750.000 Euro teure Projekt nun mehr denn je auf der Kippe – und die Schule muss seit der jüngsten Sitzung des Haushaltsausschusses um die Zukunft eines ihrer Wahrzeichen bangen.

Die Schwimmbad-Modernisierung taucht nämlich erneut nur auf der „Giftliste“ 7 B auf. Darauf werden Vorhaben geparkt, für die voraussichtlich auch mittelfristig kein Geld vorhanden ist.

Für das Schwimmbad könnte das das Aus bedeuten, wie Baureferent Johannes Doll sagte. Der Grund: Auch die Heizungsanlage der Schule ist veraltet und muss dringend erneuert werden – wie, hänge aber vom Fortbestand des Bades ab. „Bleibt das Schwimmbad, würden wir wohl ein Blockheizkraftwerk bauen, das dann energetisch sinnvoll wäre. Ansonsten reicht eine normale Heizungsanlage“, erläuterte Doll. Allzu lange warten, was wegen der knappen Kassen natürlich am einfachsten wäre, könne man nicht mehr. Denn: „Wenn die Heizung ausfallen sollte, hätten wir ein echtes Problem.“ Dagegen könne der Schulbetrieb im Zweifel auch ohne Schwimmbad aufrechterhalten werden.

Ein Urteil, das die Mitglieder des Haushaltsausschusses teilten. Zwar betonten etliche Stadträte, wie wünschenswert es sei, dass Kinder das Schwimmen lernen. Andererseits müsse dies nicht zwingend in einem schuleigenen Bad geschehen. So sah das auch Kämmerer Rupert Aigner, der in dieser Hinsicht vor allem die Eltern in die Pflicht nahm. Dennoch wurde deutlich, dass die meisten Politiker das Bad gerne erhalten würden.

Stadtrat Hoffmann (FDP): Schulbad ist „purer Luxus“

Aus Überzeugung dagegen sprach sich mit Norbert Hoffmann zunächst nur ein Stadtrat aus. Dies dafür mit eindringlichen Worten: „Wenn wir es als Stadträte nicht mal schaffen, den puren Luxus eines Schulschwimmbads aufzugeben, kommen wir mit dem Haushalt nie auf einen grünen Zweig“, sagte der FDP-Politiker. In diesem Fall könne und müsse man zeigen, „dass wir zum Verzicht bereit sind“. Dieser Appell an den Sparwillen der Kollegen zeigte bei einigen Wirkung. Zum Beispiel bei Christine Ackermann (ÖDP), die als Alternative Schwimmunterricht im städtischen Hallenbad oder im Ergomar vorschlug. Das Problem: „Während der Unterrichtszeiten sind nach unseren Informationen keine Kapazitäten mehr frei“, sagte Doll.

Rektorin Blank: „Wünschen, dass das Bad erhalten bleibt“

Daran könnte sich aber zumindest mittelfristig etwas ändern. Denn bekanntlich gibt es Pläne, das von den Stadtwerken betriebene Landshuter Hallenbad zu erweitern beziehungsweise ganz neu zu bauen. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie soll am Dienstag, 24. November, bei einer Sitzung des Werksenats vorgestellt werden, wie Oberbürgermeister Hans Rampf (CSU) ankündigte. Er rief dazu auf, diesen Termin abzuwarten. Schließlich könne dies die Entscheidung über das Bad der Wolfgangsschule beeinflussen. „Derzeit befinden wir uns beiden Fragen in einem ergebnisoffenen Entscheidungsprozess“, sagte Rampf. Allerdings müsse über die Zukunft des Schwimmbads der Wolfgangsschule angesichts der Problematik mit der Heizungsanlage zeitnah entscheiden.

Rektorin Sylvia Blank erfuhr derweil erst am Donnerstag von der LZ, dass dem Schwimmbad ihrer Grundschule offenbar neues Ungemach droht. Und sie kündigte an, in diesem Fall kämpfen zu wollen. „Unser Wunsch ist, dass das Schwimmbad, das eines der Wahrzeichen der Schule ist, erhalten bleibt.“ Dafür gebe es gute Gründe. Schließlich sei derzeit für die 15 zweiten, dritten und vierten Klassen je eine Wochenstunde Schwimmunterricht vorgesehen. Dazu kommen zwei Stunden der benachbarten Mittelschule und im Anschluss an den Schulunterricht vier Anfängerkurse für die Nichtschwimmer der ersten bis vierten Klassen, die der SC 53 in Kooperation mit der Wolfgangschule erteilt. Macht unterm Strich 21 Schulstunden, die pro Woche in dem Schwimmbad abgehalten werden.

„Sollte das Bad wegfallen, würden nur noch die dritten Klassen Schwimmunterricht bekommen“, so Blank. Dies müsse dann in anderen Einrichtungen erfolgen – mit den entsprechenden Zeitverlusten. Für die Zweit- und Viertklässler fiele das Schulschwimmen flach und würde durch „normalen“ Sportunterricht ersetzt. Der Haken: „Für so viele zusätzliche Turnstunden reichen die Kapazitäten unserer Halle nicht.“

Wolfgangsschule bangt um ihr Schwimmbad Das sagt der Schwimmclub 53

Neben der Grundschule nutzt auch der Schwimmclub 53 das Wolfgangsbad. „Derzeit halten wir dort wöchentlich zwölf Trainingsstunden ab. Insgesamt nehmen daran rund 120 Kinder teil“, sagte Präsident Norbert Döring gestern. Das Bad der Grundschule sei aufgrund der variablen Wassertiefe optimal für die ersten Ausbildungsschritte geeignet.

Von den Überlegungen, das Becken womöglich ganz aufzugeben, wurde Döring überrascht. „Ich bin nicht glücklich darüber, dass wir als Verein nur so nebenbei davon erfahren“, sagte er. Dennoch könne er die Zwänge der Politik nachvollziehen. „Mir ist die Problematik mit dem Geld und der Heizungsanlage bewusst. Ungeachtet dessen werden wir um den Fortbestand des Bades kämpfen.“ Allerdings sehe er nicht nur die Stadt, sondern auch den Freistaat in der Pflicht. „Bildungspolitik ist ja Ländersache.“ Insofern erwarte er großzügige Zuschüsse.

Aber auch der Verein könnte – jedenfalls nach den Vorstellungen Dörings – eine „nicht unwesentliche Summe“ als Eigenanteil zu den erwarteten Kosten von 750.000 Euro beisteuern. Denn auf das Bad verzichten könne man nicht: „Für die Anfänger- und Nachwuchsausbildung ist das städtische Hallenbad keine Alternative“, sagte Döring. „Insofern müssten wir bei einer Schließung des Wolfgangsbades mit einem Einbruch beim Nachwuchs rechnen.“ Zumal selbst ein Neubau des Hallenbads mit einem geeigneten Lehrbecken offene Fragen aufwerfe. So befürchtet der SC-Präsident, dass die Kapazitäten in dem öffentlichen Bad ausreichen würden.

Wolfgangsschule bangt um ihr Schwimmbad Das sagt der Elternbeirat

Der Elternbeirat der Grundschule St. Wolfgang reagiert empört auf Gedankenspiele der Politik, das Schulbad aus finanziellen Gründen möglicherweise aufzugeben. Besonders das Urteil von FDP-Stadtrat Norbert Hoffmann, der das Bad als „puren Luxus“ bezeichnete, stößt dem Elternbeiratsvorsitzenden Achim Reinhart sauer auf: „Man muss bedenken, dass immer weniger Kinder in Deutschland sich über Wasser halten können“, sagte er der LZ. „Die Zahl der tödlichen Ertrinkungsunfälle nimmt zu.“ Gerade Flüchtlingskinder seien betroffen.

Das Bad der Wolfgangsschule sei kein Spaßbad. „Die Kinder der Wolfgangsiedlung lernen darin seit Jahrzehnten sehr zuverlässig das Schwimmen – unter anderem meine eigenen drei“, sagte Reinhart. Zudem bringe der SC 53 auch jungen Flüchtlingen dort das Schwimmen bei. „Diese Schwimmhalle ist für unser bestimmt nicht privilegiertes Stadtviertel mit vielen jungen Familien ein Segen“, so der Elternbeiratschef. Denn Alternativen gebe es keine: Stadtbad und Ergomar seien zumindest während der Unterrichtszeiten ausgebucht.

Sollte das Schulbad tatsächlich geschlossen werden, fordert Reinhart vom Stadtrat eine konsequente Umsetzung des Sparwillens auch bei anderen Projekten. „Dann sparen wir uns bitte auch das Stadtmuseum und das sündhaft teure Stadttheater“, sagte er. „Denn wenn von den Kindern Landshuts Opfer verlangt werden, können das besser situierte Bildungsbürger bitte auch .“

von

0 Kommentare

Videos