Im Prozess gegen einen Frauenarzt aus Osnabrück, der seine Frau in Erding getötet haben soll, wurden am Mittwoch vor dem Landgericht Landshut die ersten Polizeibeamten vor Ort gehört sowie Beamte des Kriminaltechnischen Dauerdienstes (KTD). Dabei wurde ersichtlich, dass die Beamten von einem Routineeinsatz ausgegangen waren.

"Die vorherrschende Meinung am Tatort war, dass es ein Sturz gewesen sein muss", fasste eine Polizistin zusammen. Die Erdinger Kriminalpolizei hatte sich bereits im ersten Prozess gegen den renommierten Gynäkologen Kritik gefallen lassen müssen. Der Tatort als solcher war trotz 100 Blutergüssen an der Leiche nicht erkannt worden.

Und die Kritik an der Arbeit der Kripo reißt nicht ab. Die Beamten vom KTD mussten vor Gericht einräumen, dass die Leiche nicht gesichert wurde. Die Temperatur der toten Frau wurde lediglich ein Mal, und das mit einem völlig unzureichenden Bratenthermometer, gemessen. Während den Chefermittler am Vormittag des Folgetags dann "irgendein komisches Gefühl" beschlich, putzte der Frauenarzt zudem mit Erlaubnis der Kripo das Badezimmer gründlich und steckte die Badematten in die Waschmaschine. Er habe den beiden Kindern, die ihr Kommen angekündigt hatten, nicht zumuten wollen, das Blut ihrer Mutter sehen zu müssen, so der Angeklagte. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 04. Mai 2017.