Landshut Ein Stormtrooper auf Weltreise

Larry hat es sich in der Karibik gemütlich gemacht. Foto: Stefan Höhn

An Heike Eichners Universum ist auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches. Sie lebt in einem Mietshaus in Landshut und arbeitet im Krankenhaus als Schreibkraft. Doch ihre Wohnung ist gleichzeitig das Tor in eine ganz andere Welt – nämlich in diejenige von Star-Wars. Zusammen mit anderen Fans hat sie ein Projekt auf die Beine gestellt, das lustig ist und gleichzeitig einen sozialen Nutzen hat: Ein Stormtrooper bereist die Welt und soll kranken Kindern helfen.

Stormtrooper sind bei Star-Wars eigentlich das Fußvolk der dunklen Seite der Macht, doch Larry, so heißt die Figur von Heike Eichner, ist ein ganz Lieber. Sie hat ihren Larry auf Weltreise geschickt. Wenn er zurückkommt, dann wird aus den Fotos, die von seinen Abenteuern gemacht wurden, ein Fotobuch entstehen. Der Verkaufserlös der Auflage wird für krebskranke Kindern gespendet.

Vom Frühstückstisch nach Matchu Picchu

Die Ausflüge von Larry begannen im Kleinen. Der Stormtrooper trieb sich öfters auf dem Frühstückstisch, beim Entenrennen auf der Isar und auf anderen Plätzen herum. "Ich habe Fotos von ihm in außergewöhnlichen Situationen gemacht. Meine Gruppe auf Facebook fand das lustig und wollte mehr sehen." So entstand die Idee, Larry an exotische Ziele zu schicken und ihn vor ansprechender Kulisse zu fotografieren. Paris, die Malediven, Matchu Picchu, Hongkong – an allen diesen Orten haben Star Wars Fans den ungewöhnlichen Gast schon aufgenommen und dann Bilder von ihm an Heike Eichner geschickt. Die freut sich über jeden Gruß aus der Ferne von ihrem Trooper.

Wie kam es, dass Heike Eichner so gerne in die Welt von Darth Vader und Co. eintaucht? Es begann mit einer weniger schönen Geschichte, einer Familienkrise. Ihre erlitt Mutter erlitt vor einigen Jahren einen Herzinfarkt. Heike Eichner suchte nach Ablenkung in dieser Situation – und fand sie im Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Jedi und Sith in der Science-Fiction-Welt. Star Wars hatte neben der faszinierenden Geschichte aber noch einen weiteren Vorzug: Sie lernte schnell weitere Fans kennen. Ein ganzes Netzwerk an Personen ist mittlerweile mit ihr befreundet, zum Teil haben sie das Larry-Projekt mitgeplant. "Das ist das Schöne: Fans gibt es überall auf der Welt," sagt sie. Man trifft sich regelmäßig auf sogenannten Conventions, also auf Treffen von Star Wars Fans. Vom Comiczeichner über Synchronsprecher und Schauspieler bis hin zu Autoren treffen die Fans hier die Macher der Science-Fiction-Welt.

Im Team mit "Imperathomas"

Gestartet hat sie ihr Projekt zunächst, weil sie Spaß daran hatte. Doch das allein genügte Heike Eichner nicht. Sie wollte, dass das Projekt einen wirklichen Sinn hat, und entschied sich für das Fotobuch, dessen Verkaufserlös der deutschen Kinderkrebshilfe zugute kommen soll. Sie setzt es zusammen mit ihren engsten Vertrauten um. Das sind Thomas Dommerdich, genannt "Imperathomas", der auf Conventions für die Deutsche Kinder-Krebsstiftung Spenden sammelt, und Andreas Klettke, der mit seinem Team den technischen Teil von "Larry geht auf Reisen" umsetzt. Daneben wird Heike Eichner von Larrys-Fans auf der ganzen Welt unterstützt. Ganze Clubs hat sie ins Boot geholt, zusammen ist man einfach stärker, oder sollte man sagen: Die Macht ist stark in der Gruppe...

Mittlerweile ist auch Larry nicht mehr allein auf Reisen. Ein Fan hat dem einsamen Kämpfer einen Mitstreiter an die Seite gegeben: Eine R2-D2-Figur begleitet ihn seit Kurzem zu seinen Zielen in einer Galaxy, weit weit entfernt von Landshut.

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