Wenig erfreut ist Richter Florian Grotz am Mittwoch darüber gewesen, dass ein junger Simbacher "schon wieder" auf der Anklagebank sitzt. "Diesmal aber wegen was anderem", stellte der redselige 19-Jährige klar. Auf Facebook hatte er sich zu rechtsextremen Äußerungen hinreißen lassen, den Holocaust geleugnet und als Lüge abgetan. "Das war ein riesengroßer Scheiß", gestand der Angeklagte selbst ein.

Laut Anklageschrift habe der Simbacher den Massenmord unter dem Naziregime auf einer Facebook-Seite Ende März 2016 in Abrede gestellt und bagatellisiert. Unter anderem als "nicht bewiesen" habe er den Holocaust bezeichnet - "eine Lüge muss nur so groß sein, dass es das Volk glaubt", habe es weiter in seinem Facebook-Kommentar geheißen. Warum sich der 19-Jährige zu dieser Aussage verleiten hat lassen? "Aus Dummheit und Ignoranz", meinte er selbst. "Was ich getan habe, ist moralisch verwerflich", bekannte er einsichtig. Auf der Internetseite seien Bilder zu sehen gewesen, die den Massenmord verharmlosen. "Die Fotos haben so echt ausgesehen. Deshalb habe ich mich zu dem Kommentar hinreißen und von meiner Wut verleiten lassen", erklärte der junge Simbacher, der gestern selbst ob seiner Naivität verwundert zu sein schien.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 09. November 2017.