Kunst Lebe deinen Traum: Christian Kölbl studiert freie Malerei und Grafik

Christian Kölbl bei der Arbeit in seinem Atelier. Foto: privat

Er ist kein Träumer, er lebt seinen Traum: Der 22-jährige Christian Kölbl aus Falkenstein im Landkreis Cham studiert freie Malerei und Grafik. Sein bisheriger Weg: reich an Umwegen und Stolpersteinen. Seine Erkenntnis: Man muss auch mal auf die Schnauze fallen. Sein Credo: Mach dich nicht so sehr vom Geld abhängig.

Ein Blick zurück: Christian ist alles andere als ein Musterschüler. Die Wirtschafts-FOS bricht er ab, die anschließende Lehre als Heizungsbauer führt er nicht zu Ende. Lange Phasen des Nichts-Tuns lassen Christian an sich selbst zweifeln. Bis er schließlich Barbara trifft, Illustratorin und Grafikerin. Durch sie taucht er ein in die Welt der Kunst und entwickelt eine von ihm bisher nicht für möglich gehaltene Leidenschaft. Barbara bestärkt ihn in seinem Tun, sie erkennt sein Talent. Christian absolviert die Kunst-FOS in Straubing, steht in seinem Schaffensdrang beinahe täglich nach der Schule bis weit nach Mitternacht in Barbaras Atelier. Beide sind inzwischen ein Paar.

„Geh halt mal richtig arbeiten!“

In dieser Zeit muss sich Christian immer wieder rechtfertigen. „Geh halt mal richtig arbeiten!“ Dass Christian täglich mehr als zwölf Stunden im Atelier verbringt, sehen die Wenigsten als Arbeit. Auch seine Eltern haben anfangs Vorbehalte, stehen inzwischen aber voll und ganz hinter ihrem Sohn.

Mittlerweile hat Christian seinen Lebensmittelpunkt nach Leipzig verlegt. An der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert er freie Malerei und Grafik. Hin und wieder überkommen ihn Selbstzweifel, dass er sein Leben nur im Atelier absitzt und dadurch viele soziale Kontakte verliert. Deshalb fasst er nach dem zweiten Semester den Entschluss, eine Auszeit zu nehmen und zu Fuß die Alpen zu überqueren.

Gestärkt durch diese Auszeit startet der junge Künstler ins dritte Semester. Seine Vorliebe gehört zwar der Ölmalerei, doch hat für ihn jedes Material seinen Reiz. Christian möchte nicht einen, nicht seinen Stil eintüten und auf die Leinwand werfen. „Ich hoffe, dass ich mein ganzes Leben auf Findung sein werde!“ Zusammen mit seiner Freundin Barbara und weiteren jungen Künstlern aus dem ostbayerischen Raum gründet er den Verein „(S)i(s)ka“. Dieses Künstlerkollektiv macht nicht nur in Regensburg Furore, sondern stellt deutschlandweit aus. Aktuell (noch bis zum 20. November) ist eine Ausstellung im Künstlerhaus Andreasstadel, 1. Stock, in Stadtamhof in Regensburg zu sehen.

Den Beruf nicht vom Verdienst abhängig machen

Auf 14 Ausstellungen kann der junge Künstler inzwischen verweisen. Die Erwartung, durch den Verkauf seiner Bilder viel Geld zu verdienen, hat Christian ganz schnell zurückgeschraubt. „Kunst steht nun mal auf der Liste der lebensnotwendigen Dinge nicht an vorderster Stelle.“ Mit freier Malerei seinen Lebensunterhalt zu verdienen, also doch nur eine Träumerei? „Ein bisschen Träumerei ist sicherlich dabei. Aber wo gibt es heutzutage noch die absolute Sicherheit im Job?“, stellt Christian eine Gegenfrage. Er ermutigt junge Menschen, ihre Berufswahl nicht vorrangig vom Verdienst abhängig zu machen. Dabei ist sich Christian aber durchaus bewusst, dass er den finanziellen Rückhalt seiner Eltern und damit eine gewisse Absicherung genießt. Nichtsdestotrotz gebe es aber auch die Möglichkeit, BAföG zu beantragen. Dass man zum Leben nicht viel braucht, hat ihn seine Alpenüberquerung gelehrt. „Irgendwie geht‘s immer!“

Trotz dieser Erkenntnis, macht sich Christian das Leben oftmals selbst schwer. „Ich denke und hinterfrage zu viel.“ Christian ist selbstkritisch: Hat dieses Werk seine Berechtigung? Bin ich berechtigt, dieses Bild so und nicht anders zu malen? Die Auszeichnung mit dem Kunstpreis des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg im September sollte Berechtigung genug sein.

Lebe deinen Traum: Christian Kölbl studiert freie Malerei und Grafik Lebe deinen Traum: Christian Kölbl studiert freie Malerei und Grafik

Er ist kein Träumer, er lebt seinen Traum: Der 22-jährige Christian Kölbl aus Falkenstein im Landkreis Cham studiert freie Malerei und Grafik. Sein bisheriger Weg: reich an Umwegen und Stolpersteinen. Seine Erkenntnis: Man muss auch mal auf die Schnauze fallen. Sein Credo: Mach dich nicht so sehr vom Geld abhängig.

Ein Blick zurück: Christian ist alles andere als ein Musterschüler. Die Wirtschafts-FOS bricht er ab, die anschließende Lehre als Heizungsbauer führt er nicht zu Ende. Lange Phasen des Nichts-Tuns lassen Christian an sich selbst zweifeln. Bis er schließlich Barbara trifft, Illustratorin und Grafikerin. Durch sie taucht er ein in die Welt der Kunst und entwickelt eine von ihm bisher nicht für möglich gehaltene Leidenschaft. Barbara bestärkt ihn in seinem Tun, sie erkennt sein Talent. Christian absolviert die Kunst-FOS in Straubing, steht in seinem Schaffensdrang beinahe täglich nach der Schule bis weit nach Mitternacht in Barbaras Atelier. Beide sind inzwischen ein Paar.

„Geh halt mal richtig arbeiten!“

In dieser Zeit muss sich Christian immer wieder rechtfertigen. „Geh halt mal richtig arbeiten!“ Dass Christian täglich mehr als zwölf Stunden im Atelier verbringt, sehen die Wenigsten als Arbeit. Auch seine Eltern haben anfangs Vorbehalte, stehen inzwischen aber voll und ganz hinter ihrem Sohn.

Mittlerweile hat Christian seinen Lebensmittelpunkt nach Leipzig verlegt. An der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert er freie Malerei und Grafik. Hin und wieder überkommen ihn Selbstzweifel, dass er sein Leben nur im Atelier absitzt und dadurch viele soziale Kontakte verliert. Deshalb fasst er nach dem zweiten Semester den Entschluss, eine Auszeit zu nehmen und zu Fuß die Alpen zu überqueren.

Gestärkt durch diese Auszeit startet der junge Künstler ins dritte Semester. Seine Vorliebe gehört zwar der Ölmalerei, doch hat für ihn jedes Material seinen Reiz. Christian möchte nicht einen, nicht seinen Stil eintüten und auf die Leinwand werfen. „Ich hoffe, dass ich mein ganzes Leben auf Findung sein werde!“ Zusammen mit seiner Freundin Barbara und weiteren jungen Künstlern aus dem ostbayerischen Raum gründet er den Verein „(S)i(s)ka“. Dieses Künstlerkollektiv macht nicht nur in Regensburg Furore, sondern stellt deutschlandweit aus. Aktuell (noch bis zum 20. November) ist eine Ausstellung im Künstlerhaus Andreasstadel, 1. Stock, in Stadtamhof in Regensburg zu sehen.

Den Beruf nicht vom Verdienst abhängig machen

Auf 14 Ausstellungen kann der junge Künstler inzwischen verweisen. Die Erwartung, durch den Verkauf seiner Bilder viel Geld zu verdienen, hat Christian ganz schnell zurückgeschraubt. „Kunst steht nun mal auf der Liste der lebensnotwendigen Dinge nicht an vorderster Stelle.“ Mit freier Malerei seinen Lebensunterhalt zu verdienen, also doch nur eine Träumerei? „Ein bisschen Träumerei ist sicherlich dabei. Aber wo gibt es heutzutage noch die absolute Sicherheit im Job?“, stellt Christian eine Gegenfrage. Er ermutigt junge Menschen, ihre Berufswahl nicht vorrangig vom Verdienst abhängig zu machen. Dabei ist sich Christian aber durchaus bewusst, dass er den finanziellen Rückhalt seiner Eltern und damit eine gewisse Absicherung genießt. Nichtsdestotrotz gebe es aber auch die Möglichkeit, BAföG zu beantragen. Dass man zum Leben nicht viel braucht, hat ihn seine Alpenüberquerung gelehrt. „Irgendwie geht‘s immer!“

Trotz dieser Erkenntnis, macht sich Christian das Leben oftmals selbst schwer. „Ich denke und hinterfrage zu viel.“ Christian ist selbstkritisch: Hat dieses Werk seine Berechtigung? Bin ich berechtigt, dieses Bild so und nicht anders zu malen? Die Auszeichnung mit dem Kunstpreis des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg im September sollte Berechtigung genug sein.

Lebe deinen Traum: Christian Kölbl studiert freie Malerei und Grafik Kunst im Tausch gegen Kost und Logis

Allein mit seiner Kunst: Christian marschiert zwei Wochen zu Fuß über die Alpen.

How long you can walk with painting? – Unterwegs allein mit seiner Kunst. Christian will es wissen. Im Sommer bricht er mit einem befreundeten Künstler zu einer vierwöchigen Alpenüberquerung auf. Der Grundgedanke: täglich rund 35 Kilometer marschieren, danach malen und die Kunstwerke gegen Essen und Schlafplatz eintauschen oder in den Städten verkaufen. Start: Landsberg am Lech. Ziel: Gardasee. Im Rucksack: Klamotten zum Wechseln, Waschzeug, 20 Euro Bargeld, Malutensilien und Papier in Postkartengröße.

Das Geld ist schon nach dem ersten Tag fast verbraucht, Christians Freund bricht das Abenteuer nach kurzer Zeit ab. Christian marschiert alleine weiter. Wenn er abends in den Bergbauernhöfen seine Bilder gegen Essen und Schlafplatz eintauschen möchte, schaut Christian nicht selten in erstaunte Gesichter. Kost und Logis bekommt er fast immer, seine Bilder aber darf er behalten. Hoch oben in den Bergen ist halt das Interesse an Kunst nicht ganz so stark ausgeprägt. Hin und wieder schläft er unter freiem Himmel, lediglich geschützt durch eine Folie, die er über seine Gehstöcke spannt. Auf seinem Weg lernt er eine Gruppe von Wanderern kennen, die sich dem jungen Künstler als seine Mäzene annehmen und ihm drei Nächte in einem Hotel finanzieren.

Asketisches Leben endet im Fünf-Sterne-Hotel

Sein Ziel, den Gardasee, erreicht Christian nicht. Nach zwei Wochen – inzwischen ist er in Meran angekommen – entzünden sich Knie und Achillessehne und zwingen ihn zur Aufgabe. Auf einer Apfelplantage verbringt er die letzte Nacht unter freiem Himmel. „Krasse Ironie“ seiner Alpenüberquerung: Sein zweiwöchiges asketisches Leben aus dem Rucksack endet in einem Fünf-Sterne-Hotel.

In Meran trifft Christian zufällig auf seine Eltern, die durch einen Buchungsfehler zur gleichen Zeit in Meran gelandet sind. Trotz des luxuriösen Endes ist Christian auf seiner zweiwöchigen Tour bewusst geworden: „Ich kann meine Kunst überall machen. Die Kunst und die Natur geben mir das, was ich zum Leben brauche!“

Lebe deinen Traum: Christian Kölbl studiert freie Malerei und Grafik Christians Werdegang

2013: Christian Kölbl beginnt, sich mit Kunst auseinanderzusetzen

2014: Gründung des Künstlerkollektivs Siska

2015: Fachabitur für Gestaltung an der Fachoberschule in Straubing

2015: Aufnahme an der Hochschule für Gestaltung und Buchkunst in Leipzig im Fachbereich freie Malerei/Grafik

2015: Beitritt zum Bundesverband Bildender Künstler BBK

2016: Kunstpreis des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg

 

Eine Auswahl seiner bisherigen Ausstellungen

• „Malereien“, Lokschuppen Falkenstein

• Deggingerhaus durch Con_temporary

• „Analyse der Idylle“, Edel Extra Nürnberg und kleine Galerie Eberswalde

• „Licht Gestalten“, Landsberg am Lech

• Jahresschau Kunst- und Gewerbeverein Regensburg (Kunstpreis)

• aktuell: Popkulturfestival Andreasstadel Regensburg „Licht“

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