Kabarettistin Franziska Wanninger im Interview Über Regensburger Gschichtn und den "Preißn an sich"

Die Kabarettistin Franziska Wanninger kehrt immer wieder gerne in ihre ehemalige Wahlheimat Regensburg zurück. Foto: Susanne Pritscher

Lange war Regensburg die Wahlheimat der Kabarettistin Franziska Wanninger. Dort hat die 35-Jährige Lehramt studiert und ist viele Male im Theater an der Uni aufgetreten. Drei Jahre nach ihrem Umzug nach München haben wir sie in einem typischen Regensburger Café getroffen. Im Interview erzählt sie, vom "Preiß an sich" und welche Anekdoten aus Regensburg es in ihr Programm geschafft haben. 

Sie haben lange Zeit in Regensburg studiert. Wie ist es, wieder hier zu sein?

Wanninger: Ja, sehr nostalgisch. Also ich fahr schon regelmäßig nach Regensburg, aber nicht öfter als so drei- bis fünfmal im Jahr, weil ich hier noch Freunde habe. Von dem her ist es nicht so, dass ich gar nicht mehr da war seit dem Studium. Aber es verändert sich jedes Mal wieder, finde ich. Regensburg verändert sich unfassbar schnell, ist mir aufgefallen.

Was verbindet Sie sonst noch mit Regensburg?

Wanninger: Ich liebe Regensburg nach wie vor, auch wenn ich hier nicht mehr lebe, aber ich finde, es ist hier einfach eine wahnsinnig lebenswerte und schöne Stadt. Und ich könnte mir grundsätzlich auch vorstellen, irgendwann mal hier wieder zu leben, aber jetzt halt noch nicht.

Gibt es lustige Geschichten aus Regensburg, die in Ihr Programm eingeflossen sind?

Wanninger: Ich habe zum Beispiel meine Zeit im Funkhaus Regensburg verarbeitet. In meinem ersten Programm ("Just & Margit"; Anm. d. Redaktion) habe ich mein Studium ein bisschen verarbeitet. Ja auch die Zeit, die ich in einer Regensburger Buchhandlung gejobbt habe, hab ich im Programm. Meine Zeit in Regensburg ist auf alle Fälle der Grundstein gewesen für mein zweites Programm ("AHOIbe - Guad is guad gnua"; Anm. d. Redaktion). Das habe ich 2014 geschrieben und da habe ich gerade Regensburg verlassen in dem Jahr.

Lesen Sie dazu auch: "AHOIbe - Guad is guad gnua": Wanningerin zeigt zweites Programm

Und sind nach München gegangen...

Wanninger: Genau.

Wie ist das Leben als "Zuagroaßte"?

Wanninger: In München? (Schmunzelt) Eigentlich ganz gut. Vor allem weil sich in München jeder freut, wenn man Dialekt spricht. Es gibt grad in den ganzen Vierteln schon noch ganz viele Bäcker und Metzger, wo die, die da arbeiten, total Dialekt reden und die freuen sich narrisch, wenn jemand kommt, der noch Dialekt spricht. Man gehört dann zu einer kleinen Dialektelite. (lacht)

Stichwort Dialekte: Welche fremden Dialekte machen Sie gerne nach und wie eignen Sie sich diese an?

Wanninger: Das kommt immer drauf an. Es gibt immer Dialekte, die einem mehr liegen. Wichtig ist, dass man ein bisschen ein musikalisches Gehör hat, und dass man auf die Melodie bei einem Dialekt so wie bei der Sprache schaut. Bei mir ist es so, dass mir Schwäbisch sehr leicht fällt. Wir haben Verwandte in Baden Württemberg und die habe ich x-mal im Jahr gesehen als Kind und das habe ich so lustig gefunden. Deswegen habe ich das immer schon nachgemacht. Österreichisch aber auch, ich bin ja direkt an der österreichischen Grenze (im oberbayerischen Marktl am Inn; Anm. d. Redaktion) aufgewachsen. Und natürlich der Preiß an sich. Der muss unbedingt in jedem Programm vorkommen und das macht erst recht Spaß, den dann ein wenig durch den Kakao zu ziehen.

Haben Sie auch mal versucht, den typischen Oberpfälzer nachzumachen?

Wanninger: Ja, also da habe ich immer ein wenig Angst, weil der Oberpfälzer an sich eh sehr sensibel ist, was seinen Dialekt angeht. Das würde ich nur machen, wenn ich es richtig perfekt kann. Und bis jetzt habe ich noch niemanden gefunden, der mir perfekt Oberpfälzisch lernen kann. Ich will, dass es authentisch ist. Ein Dialekt ist ja schon etwas, das nah an einem dran ist und ich mag das auch nicht, wenn jemand versucht, meinen Dialekt nachzumachen und kann es dann aber nicht.

 

Über Regensburger Gschichtn und den "Preißn an sich" Über Regensburger Gschichtn und den "Preißn an sich"

Lange war Regensburg die Wahlheimat der Kabarettistin Franziska Wanninger. Dort hat die 35-Jährige Lehramt studiert und ist viele Male im Theater an der Uni aufgetreten. Drei Jahre nach ihrem Umzug nach München haben wir sie in einem typischen Regensburger Café getroffen. Im Interview erzählt sie, vom "Preiß an sich" und welche Anekdoten aus Regensburg es in ihr Programm geschafft haben. 

Sie haben lange Zeit in Regensburg studiert. Wie ist es, wieder hier zu sein?

Wanninger: Ja, sehr nostalgisch. Also ich fahr schon regelmäßig nach Regensburg, aber nicht öfter als so drei- bis fünfmal im Jahr, weil ich hier noch Freunde habe. Von dem her ist es nicht so, dass ich gar nicht mehr da war seit dem Studium. Aber es verändert sich jedes Mal wieder, finde ich. Regensburg verändert sich unfassbar schnell, ist mir aufgefallen.

Was verbindet Sie sonst noch mit Regensburg?

Wanninger: Ich liebe Regensburg nach wie vor, auch wenn ich hier nicht mehr lebe, aber ich finde, es ist hier einfach eine wahnsinnig lebenswerte und schöne Stadt. Und ich könnte mir grundsätzlich auch vorstellen, irgendwann mal hier wieder zu leben, aber jetzt halt noch nicht.

Gibt es lustige Geschichten aus Regensburg, die in Ihr Programm eingeflossen sind?

Wanninger: Ich habe zum Beispiel meine Zeit im Funkhaus Regensburg verarbeitet. In meinem ersten Programm ("Just & Margit"; Anm. d. Redaktion) habe ich mein Studium ein bisschen verarbeitet. Ja auch die Zeit, die ich in einer Regensburger Buchhandlung gejobbt habe, hab ich im Programm. Meine Zeit in Regensburg ist auf alle Fälle der Grundstein gewesen für mein zweites Programm ("AHOIbe - Guad is guad gnua"; Anm. d. Redaktion). Das habe ich 2014 geschrieben und da habe ich gerade Regensburg verlassen in dem Jahr.

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Und sind nach München gegangen...

Wanninger: Genau.

Wie ist das Leben als "Zuagroaßte"?

Wanninger: In München? (Schmunzelt) Eigentlich ganz gut. Vor allem weil sich in München jeder freut, wenn man Dialekt spricht. Es gibt grad in den ganzen Vierteln schon noch ganz viele Bäcker und Metzger, wo die, die da arbeiten, total Dialekt reden und die freuen sich narrisch, wenn jemand kommt, der noch Dialekt spricht. Man gehört dann zu einer kleinen Dialektelite. (lacht)

Stichwort Dialekte: Welche fremden Dialekte machen Sie gerne nach und wie eignen Sie sich diese an?

Wanninger: Das kommt immer drauf an. Es gibt immer Dialekte, die einem mehr liegen. Wichtig ist, dass man ein bisschen ein musikalisches Gehör hat, und dass man auf die Melodie bei einem Dialekt so wie bei der Sprache schaut. Bei mir ist es so, dass mir Schwäbisch sehr leicht fällt. Wir haben Verwandte in Baden Württemberg und die habe ich x-mal im Jahr gesehen als Kind und das habe ich so lustig gefunden. Deswegen habe ich das immer schon nachgemacht. Österreichisch aber auch, ich bin ja direkt an der österreichischen Grenze (im oberbayerischen Marktl am Inn; Anm. d. Redaktion) aufgewachsen. Und natürlich der Preiß an sich. Der muss unbedingt in jedem Programm vorkommen und das macht erst recht Spaß, den dann ein wenig durch den Kakao zu ziehen.

Haben Sie auch mal versucht, den typischen Oberpfälzer nachzumachen?

Wanninger: Ja, also da habe ich immer ein wenig Angst, weil der Oberpfälzer an sich eh sehr sensibel ist, was seinen Dialekt angeht. Das würde ich nur machen, wenn ich es richtig perfekt kann. Und bis jetzt habe ich noch niemanden gefunden, der mir perfekt Oberpfälzisch lernen kann. Ich will, dass es authentisch ist. Ein Dialekt ist ja schon etwas, das nah an einem dran ist und ich mag das auch nicht, wenn jemand versucht, meinen Dialekt nachzumachen und kann es dann aber nicht.

 

Über Regensburger Gschichtn und den "Preißn an sich" Derbe Männerrollen und lustige Stammtischgespräche

 

Welchen Typ Mensch nehmen Sie gerne aufs Korn?

Wanninger: Wahnsinnig gerne spiel ich derbe Männer, weil das sehr weit entfernt von mir ist und daher macht es mir wahnsinnig Spaß.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie einen solchen Typen für die Bühne anlegen?

Wanninger: Ach, eigentlich habe ich meistens ein, zwei Sätze im Kopf, die der sagen könnte. Manchmal habe ich das auch irgendwo aufgeschnappt und dann überlege ich mir: Wo kommt der her, was will der, was könnte der sagen? Und dann bau ich eine Situation nach. Ich schreibe das dann auch relativ schnell auf. Aber oft mache ich es auch aus dem Bauch heraus.

Wie sehr beruhen Ihre Programme auf wahren Geschichten?

Wanninger: Ganz viel ist komplett erfunden. Aber einiges hat einen sehr wahren Kern oder ist wirklich so passiert. Das kann man dann selber entscheiden oder herausfinden, was das ist (schmunzelt). Mir ist immer nur wichtig, dass es Geschichten sind, die so passieren hätten können.

Nichts zu weit Hergeholtes?

Wanninger: Genau. Es sollen schon echte Figuren sein. Die müssen nicht ständig dem Klischee entsprechen, das finde ich auch furchtbar. Ich mag das schon, wenn das mal gebrochen wird. Aber irgendwie soll es den Typen geben können. 

Gibt es Orte, die Sie besonders inspirieren?

Wanninger: Also ich schreib eigentlich immer mit, wenn ich irgendwo sitze. Ich höre irgendeinen Satz vom Nebentisch zufällig mit. Oder wenn sich im Gespräch mit Freunden eine lustige Situation ergibt oder sich jemand verspricht, schreibe ich das auf und schaue, ob ich das irgendwann mal brauchen kann. Und natürlich in Cafés oder noch viel besser, wenn man so viel unterwegs ist, in Wirtshäusern. Da isst man vorher oft etwas und da ist es mir öfter so gegangen, dass ich neben dem Stammtisch einen Platz hatte. Da hört man dann schon so einiges. 

Gibt es lustige Erlebnisse, die Ihnen passieren, während Sie auf der Bühne stehen?

Wanninger: In der Zugabe erzähl ich oft, was mir so passiert in meinem Tourleben. Zum Beispiel hatte ich Landshut einmal einen Auftritt, und da saß in der ersten Reihe eine Frau, die war so um die 80. Die war ganz elegant gekleidet und mit Dutt, mit ganz viel Schmuck. Dann hab ich von der Tante Elfriede (Figur aus dem Programm "AHOIbe Guad is guad gnua"; Anm. d. Redaktion) erzählt, die mich immer so fertig macht. Dann habe ich sie gefragt: "Haben Sie auch jemanden, der Sie immer so fertig macht?" Dann hat sie gesagt: "Nicht mehr."

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Wanninger: Eigentlich hat mich der Beruf immer beeindruckt und ich hab mir immer gewünscht, das machen zu können. Aber richtig darauf gekommen bin ich, als ich an einer Schauspielschule in Los Angeles angenommen wurde. Da hat mich ein Freund von mir besucht, der Drehbuchautor ist und wir sind in die Wüste von Arizona gefahren. Dort habe ich ihm von meiner Idee für ein Drehbuch erzählt und er meinte dann, ich solle lieber ein Programm daraus machen, weil viele Drehbücher erst gar nicht realisiert werden. Und das habe ich dann gemacht. Ich hatte dann meinen ersten Auftritt in München im Vereinsheim Schwabing und hab mir gesagt, dieser Abend entscheidet, ob ich weitermache. Und zum Glück lief es gut. 

Haben Sie irgendwann an Ihrer Entscheidung gezweifelt?

Wanninger: Es gibt immer Momente, in denen man zweifelt. Vor allem die Anfangsjahre sind hart, wenn man nicht dort eingeladen wird, wo man gerne spielen möchte. Man muss sich erst einen Namen machen. Aber inzwischen läuft das besser und ich hatte solche Momente schon lange nicht mehr.

Können Sie inzwischen von Ihrem Beruf als Kaberettistin leben?

Wanninger: Ja, inzwischen kann ich das. Vor kurzem habe ich noch zwei Tage die Woche als Lehrerin gearbeitet, aber damit habe ich jetzt aufgehört.

Und wie fühlt es sich an, einen eigenen Wikipedia-Eintrag zu haben oder sich im Fernsehen zu sehen?

Wanninger: Am Anfang ist es krass. Man kann es kaum glauben. Da ist man anfangs schon aufgeregt. Aber irgendwann ist man mehr daran gewöhnt. Natürlich hat man noch die Angst, irgendetwas Blödes bei einer Live-Sendung zu machen. Aber die ganz große Aufregung ist es nicht mehr.

Was sind Ihre Pläne für die nächste Zeit?

Wanninger: Mein neues Programm "Furchtlos glücklich" feiert im Dezember Vorpremiere. Das mache ich zusammen mit dem Regisseur Nepo Fitz. Wenn bei der Vorpremiere alles passt, gibt es dann die richtige Premiere im Februar in München. Was ich auch gerne mal wieder machen würde, ist in einem Ensemble zu spielen. Aber das ist leider mit meinem Tourplan nicht so leicht zu vereinbaren. 

 

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