Kabarett in Regensburg "AHOIbe - Guad is guad gnua": Wanningerin zeigt zweites Programm

Die Kabarettistin Franziska Wanninger war am Sonntag zu Gast im Statt-Theater in Regensburg. Foto: Susanne Pritscher

Von störrischen Tanten und unliebsamen Managern: Die Kabarettistin Franziska Wanninger hat am Sonntag ihr zweites Programm "AHOIbe - guad is guad gnua" im Statt-Theater in Regensburg präsentiert. 

"Sie san etzad also alle diese gebuchten Anklatscher oder?", begrüßt Franziska Wanninger ihr etwas verdutztes Publikum im Statt-Theater in Regensburg. In ihrem zweiten Programm "AHOIbe - guad is guad gnua" steht die 35-Jährige vor einer schwierigen Aufgabe: Innerhalb von zwei Stunden soll sie ein Programm zum Thema Kreuzfahrten samt Werbesong auf die Beine stellen, um die oberste Riege des Unternehmens AIDA von sich zu überzeugen. Dabei sitzt ihr nicht nur ihr neuer Manager, ein "zuagroaßter" Münchner im Nacken, sondern auch ihre Tante Elfriede, bei der sie vor kurzem gezwungenermaßen wieder einziehen musste.

Leichter gesagt als getan. Kurzerhand bindet die Kaberettistin in den Prozess des Liedschreibens das Publikum immer wieder mit ein - wenn sie nicht gerade vom Thema abschweift. Oft erzählt sie den Zuschauern lieber von ihrem Leben als junge Künstlerin oder von den Hausfrauen der Münchner Schickeria, deren Gedanken ständig nur um Yogakurse und Hotstone-Massagen kreisen.

Mit vielen Pointen nimmt Franziska Wanninger dabei die heutige Gesellschaft auf die Schippe, die sich zwar in Buchhandlungen beraten lässt, dann aber doch lieber auf Amazon bestellt und deren Jugend nur noch digital erreichbar ist. "Um die Aufmerksamkeit deiner Schüler zu kriegen, musst eaner scho fast minütlich a SMS schicka oder a Whatsapp-Gruppe eröffnen", klagt sie. Und selber als Lehrer werde man in die digitale Wüste geschickt und kämpfe immer noch mit dem maroden Tageslichtprojektor. Dann schlägt sie sich schon lieber als Kabarettistin durch, auch wenn sie deswegen zeitweilig bei ihrer Tante Elfriede unterkommen muss.

Von schnüffelnden Tanten und dreisten Politikern

Imm wieder schlüpft die Wahlmünchnerin Franziska Wanninger in ihrem Programm in verschiedene Rollen. Mal ahmt sie ihre Tante Elfriede nach, wie sie in der Wohnung ihrer Mieterin heimlich herumschnüffelt. Mal gibt sie den derben Bürgermeister, der sich auf Tupperwarenparties einschleicht, weil er hofft, dass er anschließend bei der Dessousvorführung auch noch etwas zu sehen bekommt. Jeder Figur verleiht sie dabei durch ihre Körperhaltung, ausdrucksstarker Mimik, Stimmfarbe und Dialekt einen unverkennbaren Charakter. Dabei ist ihr wichtig, dass es die Personen und die Situationen, die sie auf die Bühne bringt, wirklich so geben könnte, wie sie im Interview mit idowa betont. (Lesen Sie auch: Über Regensburger Gschichtn und den "Preißn an sich")

Am Ende wird Franziska Wanninger dann ganz nachdenklich und setzt sich mit der Frage auseinander, warum man heute immer alles können muss und warum "guad ned guad gnua" sein kann: "Wie oft is es, dass ma eigentlich a Maß is, sich aber wie a Hoibe fühlt?" Die Antwort hat sie dafür auch gleich parat: Sich selbst mehr zutrauen und nicht immer auf andere hören, lautet die Devise. 

 

 

 

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