Hanna Schifferl bloggt: Abenteuer in Vietnam

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Hanna Schifferl geht mit 19 Jahren für ein Jahr nach Vietnam. (Quelle: Unbekannt)

Hanna Schifferl ist 19 Jahre alt und kommt aus Rettenbach im Landkreis Cham. Die Abiturientin hat Mitte August den Sprung ins Abenteuer gewagt: Sie wird ein Jahr lang in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, im Namen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienst "weltwärts" geistig behinderte Kinder an einer Tagesstätte betreuen. Wie es ihr dort ergeht und mit welchen Herausforderungen sie in Vietnam zu kämpfen hat, das könnt ihr in ihrem Auslandsblog bei päpp lesen

Das Beschriebene ist nur subjektiv und Hannas Meinung steht weder für das Programm, noch für die Organisation. Man sollte sie also sehr kritisch betrachten, da Hanna immer nur den Ausschnitt ihrerr Wahrnehmung darstellen kann und nie objektiv das ganze Land.

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Leben in Vietnam - Teil 6


Karaoke ist in Vietnam unglaublich beliebt. In jeder größeren Straße gibt es mindestens drei Karaokebars. Als ob das noch nicht reichen würde, gibt es sogar kleine "Karaokebühnen", die einfach irgendwo in der Stadt aufgebaut werden. Das erklärt leicht, wieso auch meine Mitbewohnerin und ich uns nicht davor drücken konnten. Also ging's heute mit ein paar Freunden zum ersten Mal in die Karaokebar.

Das sieht so aus, dass man sich einen Raum anmietet, den dann nur die Freunde und man selbst nutzt. Man kann eine Liederliste schreiben, die dann in Disko-Lautstärke eingespielt wird und auf zwei Bildschirmen wird der Text eingeblendet. Dann geht's auch schon los: Es wird laut ins Mikro gesungen und durch die Gegend gehüpft. (Wozu ich noch zu schüchtern war). Leider war ich auch die einzige im Raum, die nicht singen konnte Spaß gemacht hat's aber trotzdem!

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Leben in Vietnam - Teil 5

Mein letztes Wochenende bestand - wie mittlerweile fast jedes - aus vielen Cafebesuchen. Allerdings hatte ich am Sonntag einen richtig super Tag. Ich bin früh Morgens mit ein paar Freunden von mir nach Bat Trang, dem Keramikdorf, dass ca. 11 Kilometer vor Hanoi liegt, gefahren. Seit mehr als tausend Jahren wird dort Keramik hergestellt und dieses (Kunst)Handwerk in den Familien von Generation zu Generation weitergegeben. Dieses alte Handwerk existiert dort auch immer noch, allerdings ist der Ortskern mittlerweile eher eine rießen Touristenattraktion. Das ganze kann man eigentlich als großen Souveniershop bezeichnen. Davon haben wir uns aber nicht abschrenken lassen und ganz Touri-like selber Schüsseln getöpfert. (Was dann aber nur mit der Hilfe von den Ladenbesitzer richtig geklappt hat). Nach dem Ausflug zum Keramikdorf sind wir (mal wieder..) im vegetarischen Restaurant gelandet und habens uns mit einem rießen Menü richtig gut gehen lassen. Danach sind wir in ein Cafe am Westlake, das einen superschönen Ausblick geboten hat.

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Leben in Vietnam - Teil 4

Seit heute bin ich stolze Besitzerin eines fabrikneuen, vietnamesischen Fahrrads. Es war folglich auch der erste Tag, an dem ich aktiv am Hanoier Verkehr teilgenommen hab. Gott sei Dank ist Sonntag - heute haben alle Büroangestellten frei - und ich musste nicht zur Rush Hour fahren. Auf den Straßen war also nicht all zu viel los. Die erste 'Regel', die man sich merken sollte, wenn man hier fährt, ist: Vergiss die Regeln! Im endeffekt fährt hier sowieso jeder wie er will.

Das fahren hier beschreibt ein Zitat eines Ehemaligen Freiwilligen wohl am besten: "Einfach im Verkehr mitschwimmen." Das funktionierte heute auch ganz gut. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass man als Fahrradfahrer am Ende der Nahrungskette schwimmt, knapp gefolgt von den Fußgängern. Deshalb: Komm keinem Bus und keinem Auto in die Quere und der Rest regelt sich schon von alleine. Einfach schwimmen.
Ich genieße es auf jeden Fall total endlich unabhängiger zu sein, nicht mehr ewig auf Busse warten zu müssen und vor Allem: auch noch nach 9 Uhr nach Hause bzw. weg fahren zu können. (denn die letzten Busse fahren hier zwischen 9 und halb 10)

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Leben in Vietnam - Teil 3

Jetzt bin ich bereits über einen Monat hier in Hanoi und langsam stellen sich erste Anzeichen eines Alltags ein. Seit zwei Wochen arbeite ich in einer Schule für geistig Behinderte Kinder. Jeden Tag von 08:00 bis 16:00 Uhr (aber mit inbegriffenem Mittagsschlaf - auf den hier in Vietnam niemand, weder Büroangestellter noch Straßenhändler, verzichtet.) In 'meiner' Klasse sind 11 Jungs im Alter zwischen 5 und 13. Sie bekommen eine Grundschulausbildung, das heißt sie lernen Lesen, Schreiben, Rechnen und bekommen Sprachunterricht. Nebenher bleibt aber immer noch Zeit für andere Stunden, zum Beispiel Schwimmen oder eine Exkursion ins Ethnologische Museum.

In meiner Arbeit habe ich drei Namen. Die beiden Lehrerinnen der Klasse nennen mich ganz normal Hanna. Die Kinder und deren Eltern nennen mich co tai (was natürlich anders geschrieben wird), das bedeutet so viel wie 'ausländische Lehrerin' bzw. 'Lehrerin aus dem Westen'. Und im Cafe der Schule werde ich Duc (was natürlich auch anders geschrieben wird) genannt. Das bedeutet ganz einfach: 'Deutsche'.

Ganz witzig ist, wie ich am ersten Arbeitstag zur Schule kam. Ich fahre immer mit dem Bus zur Schule, muss aber von der Bushaltestelle zur Schule 10 Minuten laufen. Am ersten Tag habe ich den Weg aber nicht gefunden und versucht, mich auf der Straße durch zu fragen. Irgendwann habe ich dann auch zwei Taxifahrer (erkennbar an ihrer Uniform) gefragt, die gerade auf kleinen Plastikstühlen am Bürgersteig saßen und ihren gekühlten grünen Tee tranken. (Eins der gängigsten Getränke hier, das man alle paar Meter auf dem Bürgersteig erwerben kann.) Die sind dann gleich aufgestanden und haben ein Moped geholt, haben sich da zu zweit draufgesetzt und mir mit Zeichen klar gemacht, ich soll mich auch noch mit drauf setzen. Nach erstem Ablehnen haben sie mich dann doch überredet (schließlich ist gleich am ersten Tag zu spät zur Arbeit zu kommen mindestens genauso dumm) und mich netter-weise bis vor die Tür gefahren. Mittlerweile finde ich den Weg aber ohne Probleme und komme nicht mehr in den Genuss eines kostenlosen 'Mopedtaxis'.

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Leben in Vietnam - Teil 2

In der letzten Woche hatten wir hier Sprachkurs. Vietnamesisch ist unglaublich schwer und ganz anders aufgebaut als die Sprachen, die wir sonst so kennen.

Es gibt hier fast keine Grammatik, man spricht jedes Wort nur in der Grundform aus. Zum Beispiel: "Ich arbeiten als Lehrer." Oder so. Das Einzige, was wirklich schwierig an der Grammatik ist, ist, dass es 40 verschiedene Personalpronomen gibt. Man kann andere Leute also auf 40 verschiedene Arten ansprechen und wenn man nicht die richtige Art trifft, ist das ziemlich unhöflich. Es gibt zum Beispiel ein extra Wort für eine über 60-Jährige Frau, für eine Frau über 50, über 40, eine die ein bisschen älter ist, als man selber, eine für Gleichaltrige, für Jüngere und kleine Kinder. Das ganze dann noch für Männer und dann noch zig andere Personalpronomen, die uns noch gar nicht erklärt wurden.

Was für uns auch richtig schwierig ist, ist die Betonung. Es gibt nämlich sechs verschiedene Töne, somit kann man jedes Wort auf sechs Arten betonen. Und jede Variation bedeutet was komplett verschiedenes. Wir haben zum Beispiel Früchte geübt, und ich wollte versuchen eine Pomelo zu bestellen. Die lachende Antwort der Lehrerin: Ich hatte wohl soeben ein männliches Glied bestellt.

Unser Erfolg nach fünf Tagen Sprachkurs: Kopfweh und fünf verschiedene Fragen plus Antwortsatz. Aber immerhin kann ich schon einen Mango-Shake bestellen.
Jetzt wo sich die ersten kleinen Erfolge zeigen, macht das ganze auch schon mehr Spaß, und wir haben wieder mehr Hoffnung gefasst. Irgendwie werde ich diese Sprache schon lernen.

Zur Erholung sind wir am Sonntag zur Halong Bucht gefahren. So etwas Beeindruckendes und Schönes haben wir alle selten gesehen. Kein Wunder, dass das ganze Weltkulturerbe ist. Da war gute Laune vorprogrammiert. Die Halong Bucht besteht aus 1000-2000 Kalksteininseln (da gehen die Meinungen auseinander - es ist wohl Ansichtssache, was man noch als Insel zählt und was als Felsen), die aus dem Meer ragen. Manche sind bewaldet. Unser Reiseführer hat uns aber erzählt, dass die Bucht aus 1969 Inseln besteht - zufälligerweise auch das Jahr, in dem Ho Chi Minh starb. Wir sind dann auf einem Boot zwischen den Inseln durchgefahren und haben noch eine Tropfsteinhöhle besichtigt. Zu der Bucht gibt es übrigens auch eine schöne Legende: Vor langer Zeit griffen Eindringlinge aus dem Norden die Vorfahren der Vietnamesen an. Die Götter schickten dann aber Hilfe in Form einer Drachenfamilie (Drachen sind eins der vier heiligen Tiere hier - sonst noch Schildkröte, Einhorn und Phönix). Diese spuckte Jade und Diamanten ins Meer, die sich dort dann in die Kalksteininseln verwandelten. So konnten die Eindringlinge abgewehrt werden, und die Menschen gründeten Vietnam. Den Drachen gefiel es dann auf der Erde so gut, dass sie hier blieben. Der Mutterdrachen liegt im Meer bei der Halong Bucht. Halong bedeutet sinngemäß übrigens so viel wie "absteigender Drachen". Wir konnten zumindest sehr gut nachvollziehen, wieso der Drache bei der Bucht blieb, da wären wir nämlich auch gerne länger geblieben.

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Leben in Vietnam - Teil 1

Ich hab ja jetzt schon den ersten Tag in Hanoi verbracht, und will euch mal meine Eindrücke schildern. Mein erstes Gefühl von Hanoi: Es ist unglaublich chaotisch, hat aber einen ganz eigenen Charme und ist (zumindest bis jetzt) für mich wahnsinnig schön.
Das Klima hier ist zurzeit vergleichbar mit der Luft in einem Tropen-Bad - wahnsinnig hohe Luftfeuchtigkeit und man ist schon nach zehn Minuten draußen stehen total klebrig und verschwitzt.
Ich hab einen circa zehn-stündigen Flug hinter mir, der aber dank großer Film-und Serienauswahl und Ebook-Reader relativ kurzweilig war.

Als wir dann völlig fertig und die meisten ohne eine Minute Schlaf in Hanoi ankamen, haben wir alle auf eine Schlafpause gehofft. Uns wurde aber nur eine "Frischmachpause" gegönnt, dementsprechend lang bin ich jetzt auch schon auf den Beinen. (Nämlich seit Montag um 05:30).

In Hanoi ist es übrigens gerade Dienstag, 18:27 Uhr (Bei euch Dienstag, 13:27 Uhr).
Wir wurden dann direkt zum Essen eingeladen und haben ein kunterbuntes Allerlei an Vietnamesischen Essen aufgetischt bekommen. Wahnsinnig lecker - aber leider auch sehr fleisch- und fischhaltig. Ach ja, das dümmste was ich tun konnte: Vorher nicht das Mit-Stäbchen-Essen zu lernen. Ich dachte schon, ich müsste vorm Teller verhungern, hab's aber dann doch irgendwie geschafft, das Essen in den Mund zu bekommen.

Wenn man einen Adrenalinschock bekommen will, dann muss man einfach nur eine größere Straße überqueren. Da halten nämlich weder Mofas noch Autos an, sondern fahren einfach um einen herum. Am Anfang hatten wir alle total Angst, aber mittlerweile haben wir das auch einigermaßen raus. (einfach immer gerade aus, und bloß nicht stehenbleiben oder einen schritt rückwärts)

Nach dem Essen ging's dann zu einer Bank, bei der wir ein Konto eröffnen sollten. Leider konnte keiner von uns die auszufüllenden Formulare entziffern. Wir haben dann einfach unterschrieben, ohne großartig auszufüllen, und den Rest erledigten die Bankangestellten für uns. Hoffentlich geht das alles gut!

Nachdem wir dann stundenlang bei der Bank herum hockten, hatten wir auch endlich frei und sind dann einfach gleich in das nächste Café gegangen und haben uns da Kaffee und Bier gegönnt.

Jetzt sind wir auch alle hundemüde und wollen nur noch ins Bett fallen!

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  1. Autor

    Hanna Schifferl
  2. Datum

    30.08.2012 14:56 Uhr
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