Deutschland Vor G20-Gipfel: Brandanschläge auf Bahnanlagen in fünf Bundesländern

Nach einem Brand von Kabelschächten an Zuggleisen in Hamburg prüft der Staatsschutz einen politisch motivierten Anschlag.  Foto: Tnn/dpa
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Nach einem Brand von Kabelschächten an Zuggleisen in Hamburg prüft der Staatsschutz einen politisch motivierten Anschlag. (Foto: Tnn/dpa)

In mehreren Städten legen Unbekannte am Montagmorgen Teile des Bahnverkehrs lahm. Der Staatsschutz ermittelt - denn die Taten haben möglicherweise einen extremistischen Hintergrund - es könnte der G20-Gipfel in Hamburg sein.

Knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg haben vermutlich extremistische Täter in mehreren Bundesländern Bahnanlagen in Brand gesteckt. Züge fielen am Montagmorgen aus, Reisende mussten mit Verspätungen zurechtkommen. Insgesamt gab es nach ersten Ermittlungen etwa ein Dutzend Anschläge.

Betroffen waren nach Angaben der Bundespolizei Berlin, Hamburg, Köln, Dortmund, Leipzig und Bad Bevensen in Niedersachsen. Auch in Bremen habe es eine mutmaßliche Brandstiftung gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Hannover. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei in den Ländern nahm die Ermittlungen auf.

Die Bundespolizei, die für die Sicherheit von Bahnanlagen zuständig ist, hatte die Zahl der Anschläge zunächst mit zwölf angegeben - weil ein Feuer in einem Kabelschacht auf dem Gelände des Bremer Güterverkehrszentrums neben den Gleisen in der Nähe zum Hafen in die Zuständigkeit der örtlichen Polizei falle. In Bremen sagte eine Sprecherin der Behörde, ein Zusammenhang zu den anderen Vorfällen werde geprüft.

Mögliches Bekennerschreiben aufgetaucht

Auf der Internetplattform "linksunten.indymedia.org" tauchte ein mögliches Bekennerschreiben auf. Bei der Polizei hieß es, das Schreiben sei bekannt und werde geprüft.

Im Vorfeld des G20-Gipfels hatten Linksextremisten wiederholt Aktionen und Anschläge angekündigt. Am 7. und 8. Juli treffen sich Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU. Mit dabei: US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin. Nach Einschätzung des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei haben die Vorfälle möglicherweise einen Bezug zum G20-Gipfel.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins "Raster". Es sei aber noch unklar, ob es authentisch sei. Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht.

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, es sei noch zu früh für Aussagen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Angriffen und dem bevorstehenden Gipfel gebe.

Generell sei ein Zusammenhang zwischen den Angriffen und linken Protesten gegen den G20-Gipfel möglich, hieß es aus den Sicherheitskreisen. "Angriffe auf die Infrastruktur passen ins Muster linksextremistischer Mobilisierung vor dem G20-Gipfel."

Orte der Brandanschläge im Überblick

Im Raum Leipzig wurden nach Angaben der Bundespolizei seit 2.40 Uhr Brandanschläge auf Kabelschächte und elektronische Stellwerke verübt. Brandvorrichtungen konnten auch unschädlich gemacht werden, bevor sie Schaden anrichteten, wie ein Sprecher sagte. Mit einem Hubschrauber sei aus der Luft nach weiteren Brandorten gesucht worden.

Am Berliner S-Bahnhof Treptower Park wurde vermutlich ein Feuer in einem Kabelschacht gelegt. Der Anschlag führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im Berufsverkehr. Mehrere S-Bahn-Linien waren betroffen. Eine Bahn-Aufsicht hatte am frühen Morgen starken Rauch neben den Gleisen bemerkt.

In Hamburg gab es zwei Brände an Zuggleisen, es brannten Kabel neben den Gleisen. Der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck war unterbrochen. Nach dem Fund einer herrenlosen Umhängetasche am Hauptbahnhof war zudem der S-Bahn-Verkehr teilweise unterbrochen.

Am Nachmittag teilte die Deutsche Bahn mit, nach den nun abgeschlossenen Ermittlungen an den Brandorten arbeiteten nun Techniker daran die Vandalismus-Schäden zu beseitigen. Der Zugverkehr werde nach und nach wieder aufgenommen. Es gab aber noch Einschränkungen. Die Bahn setzte nach eigenen Angaben zusätzliche Mitarbeiter an den betroffenen Bahnhöfen sowie im Telefon-Service ein.

Es waren nicht die ersten Anschläge dieser Art auf technische Bahnanlagen. Im Mai 2011 war nach einem Feuerangriff auf eine Kabelbrücke am Berliner Bahnhof Ostkreuz ein großer Teil des Nahverkehrs zusammengebrochen. Die Polizei hielt ein im Internet verbreitetes Bekennerschreiben aus der linksautonomen Szene für authentisch. Demnach wollte eine Gruppe mit dem Namen Hekla mit der Aktion gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr protestieren.

  1. Autor

    dpa, idowa
  2. Datum

    19.06.2017 09:25 Uhr
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Kommentare

Vermutlich? Da kann ich Polizei und Staatsanwaltschaft helfen. Die Antifa-Gruppe "Shutdown G20" veröffentlicht dieses Bekennerschreiben: "Heute Morgen haben wir die Kabelstränge entlang mehrere Hauptstrecken der Bahn in Brand gesetzt. Die Bahn nutzt die Kabelkanäle neben den Gleisen nicht nur für die interne Signalübermittlung sondern vermietet die Schächte auch an andere Datennetz-Betreiber. Wir unterbrechen die alles umfassende wirtschaftliche Verwertung. Und damit die so stark verinnerlichte Entwertung von Leben. Wir greifen ein in eines der zentralen Nervensysteme des Kapitalismus: mehrere Zehntausend Kilometer Bahnstrecke. Hier fließen Waren, Arbeitskräfte, insbesondere Daten." (https://linksunten.indymedia.org/de/node/215853). Aber ich glaube diese Terroristen könneten dort mit Name und Adresse schreiben, es würde nichts passieren. EZB-Krawalle FFM, wieviele Urteile gab es wegen Brandstiftung? 0,1,2? Aber wohl eher wegen Falschparken. Glückwunsch an die Antifa!

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