Freischreiben Zu Besuch bei „Puzzle Flake“: Stefanie Schambeck interviewt Youtuberin Tamara

Stefanie Schambeck (rechts) hat Tamara, die unter dem Pseudonym „Puzzle Flake“ Videos auf Youtube stellt, zum Interview getroffen. Foto: privat

„Puzzle Flake“? Was ist denn das? Das ist der Youtube-Kanal von Tamara. Sie ist 26 Jahre alt, arbeitet als Buchhändlerin und kommt aus dem Raum Straubing. Eine ihrer neuen Leidenschaften: Videos mit Buchtipps, Bastelanleitungen und zu Musik drehen. Freischreiben-Autorin Stefanie Schambeck (22) hat sie zum Interview in ihrem Kreativzimmer getroffen.

Tamara, wann ist bei dir die Idee gekommen, Youtube-Videos zu drehen?

Tamara: Das war am 2. August 2016. (lacht) Nein, völliger Blödsinn. Es gibt keinen genauen Zeitpunkt. Die Idee kam mir einfach beim Schauen von Youtube-Videos. Jeden Tag werden Tausende von Videos eingestellt und es ist egal, ob sie amateurhaft oder professionell sind, es werden alle Videos geklickt. Ein Erfolgsrezept gibt es nicht. Es gibt auch keine Voraussetzungen außer dem Alter. Mit 13 Jahren darf man Videos einstellen. Und die 13 Jahre hab’ ich ja schon zwei Mal.

Dein Kanal heißt „Puzzle Flake“. Wie bist du auf den Namen gekommen?

Das war gar nicht so einfach. Darüber habe ich mir fast zwei Wochen lang Gedanken gemacht. Ich hatte Unmengen an Schmierzetteln, auf denen Wörter, verschiedene Namen und Ideen standen – bis ich dann auf Puzzle kam. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet es „Rätsel“ und Rätsel finde ich klasse. Außerdem ist das Deutsche Puzzle eine Zusammensetzung vieler kleiner Teile. Ich will verschiedene Facetten von mir zeigen, also kam das schon mal in die engere Auswahl. Und Flake – ich mag Cornflakes und auf Deutsch heißt es „Schneeflocke“. Schneeflocken sind super schön und einzigartig und so soll auch jedes Video von mir sein.

Wie kommst du auf deine Ideen?

Durch Bücher, Internet und Freunde und Familie, die von coolen Idee für ein Video reden. Ich orientiere mich auch am Jahreskreis. Geschenke verpacken zu Weihnachten oder Vorsätze zu Silvester. Ich mache einfach, worauf ich Lust habe. Hauptsache, es macht Spaß! Es kann auch mal sein, dass ich zwei, drei Wochen kein Video einstelle, wenn ich einfach keine Zeit zum Filmen finde.

Wie gehst du an ein neues Video heran?

Zuerst schreibe ich Ideen auf. Dann mach ich mir Gedanken, ob sich das Thema überhaupt für ein Video eignet und besorge alle Materialien, also Bastelsachen oder Zutaten. Als Nächstes kommt der Drehplan. Da skizziere ich, mit kleinen Bildchen, was ich Schritt für Schritt drehen will. Womit will ich anfangen, welche Sequenzen sind wichtig, um das Video zu verstehen, kann ich was weglassen? Jeder weiß zum Beispiel, wie man etwas ausschneidet, das muss ich nicht extra zeigen. Zudem überlege ich mir, was ich von Nahem filme und was aus der Perspektive des Zuschauers. Danach folgt das eigentliche Filmen.

Wie lange dauert es, ein Video zu drehen und zu schneiden?

Unterschiedlich. Das kommt natürlich auf das Video an und wie aufwendig es ist. Bei einem Plätzchen-Video habe ich schon allein für das Backen fast fünf Stunden gebraucht. Bastelvideos dauern je nach Schwierigkeitsgrad und je nachdem, wie viele Projekte in einem Video sind, zwischen einer bis drei Stunden – alleine zum Drehen. Danach sichte ich das Material, das kann auch schon mal ein bis zwei Stunden dauern, um dann den Rohschnitt zu bekommen. Unterm Strich arbeite ich aber mehrere Tage immer wieder an meinen Videos, bis mir das Ergebnis gefällt. Und mit der Zeit geht das auch einfacher und schneller, weil man schon ein bisschen Übung darin hat.

Was ist das Schwierigste bei einem Dreh?

Das tückischste ist mit Sicherheit die Technik, die nicht immer macht, was sie soll. Außerdem ist es fast unmöglich, ein Thema zu finden, das es nicht schon in irgendeiner Art und Weise auf Youtube gibt.

In deinen Videos nimmst du die Stimme erst im Nachhinein auf. Du drehst also zuerst das Video und passt dann den Text an...

Nicht ganz. Ich mache mir vor dem Dreh schon Gedanken darüber, was ich, zu welcher Szene sagen möchte. Aber erst, wenn das Bildmaterial fertig ist, schreibe ich den Text. Oft ergeben sich lustige Sachen erst beim Dreh, die man vorher noch gar nicht mit eingeplant hat.

Du hast ja ein eigenes Songwriting-Video. Da sieht man schon, dass du gerne komponierst. Werden wir mal einen eigenen Song von dir zu hören bekommen?

Abwarten und gespannt bleiben! Wenn es mich mal packt, könnte das auch mal kommen… (lacht)

Hast du Vorbilder auf Youtube?

Eigentlich nicht, ich schaue kreuz und quer – Bastel-, Lifestyle-, Wissens-Videos, aber natürlich auch lustige Katzenvideos.

Hast du noch einen Tipp für jemanden, der auch mal ein Video drehen will?

Sich einfach mal vor die Kamera stellen und ausprobieren, wie man davor wirkt. Ansonsten sich schlaumachen! Es gibt genügend Videos oder Bücher zum Thema. Datenschutz ist auch ein wichtiger Punkt. Man darf zum Beispiel Musik nicht einfach so verwenden oder muss sich die Erlaubnis von Personen einholen, die man filmen will. Bei meinem Video mit Buchtipps habe ich zum Beispiel beim Verlag angefragt, ob ich die Bücher zeigen und rezensieren darf. Besser man fragt einmal zu viel.

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