Freischreiben Mit Schwung über den See: Ines Kiefl beherrscht Wasserski und Board

Ines Kiefl mit ihrem „Kneeboard“. Auf diesem Brett gleitet man auf den Knien über das Wasser. Foto: privat

Übers Wasser schlittern – das geht auf Ski oder auf einem Board. Ines Kiefl (18) beherrscht beides.

Unsicher schlittere ich mit meinen Ski auf der Wasseroberfläche dahin. Verkrampft halten sich meine Hände an dem Bügel fest. Ich darf nur nicht ins Wasser fallen. Da vorne kommt die erste Kurve, ich sollte nach rechts steuern. Zu spät: Das Seil zieht kräftig an, schon hab‘ ich es losgelassen und meine Skier schwimmen neben mir.

So sahen meine ersten Versuche beim Wasserskisport am Friedenhainsee in Parkstetten aus. Voller Vorfreude betrachtete ich zuerst die anderen Leute, die in diesem Bereich Profis sein könnten. Der Start, die Kurven, sogar Sprungschanzen überwinden die Wassersportler ohne Komplikationen. Entschlossen schnappe ich mir die Leihski.

Viele missglückte Versuche

Die ersten Male kam ich keinen Meter weit, direkt beim Start fiel ich immer wieder in den See. Es war mir peinlich und ich vermutete, dass mich die anderen Besucher auslachen würden, doch das tat keiner. Scheinbar ist es nichts Ungewöhnliches, sich am Anfang so schlecht anzustellen. Durch den ruckartigen Zug des Seils, an dem der Bügel hängt, an dem ich mich festhalten muss, taten mir bald die Arme weh und nach so vielen missglückten Startversuchen hatte ich auch keine Lust mehr, mich zum zehnten Mal zu blamieren.

Abschrecken ließ ich mich trotzdem nicht. An einem anderen Sommertag versuchte ich mein Glück mit den Wasserski erneut. Ich machte tatsächlich Fortschritte. Zwar landete ich bei der ersten Kurve schon im Wasser, aber zumindest der Start gelang mir jetzt fast immer. Wenn man erst mal auf dem Wasser dahingleitet, ist es ein wunderbares Gefühl. Alles geht so schnell, das Wasser spritzt und kühlt mich ab, man muss das Gleichgewicht halten und darf auf keinen Fall den Bügel loslassen.

Auf dem Knie über den See

Doch dann sah ich ein ganz anderes Wassergerät, auf dem jemand kniete. Das sogenannte „Kneeboard“ erschien mir vom Zusehen her wieder recht einfach. Ich probierte es gleich aus und diesmal hatte ich Glück. Es war wirklich nicht schwer und ich konnte sogar die erste von vier Kurven beim ersten Versuch durchhalten. Dann plumpste ich wieder ins kühle Nass, was aber nicht weiter schlimm ist an den heißen Sommertagen. Außerdem muss jeder Wassersportler eine Schwimmweste tragen, um schnell zu einer Plattform zu gelangen, die bei jeder Kurve angerichtet ist. Von hier aus holt mich ein Motorboot ab und bringt mich wieder an den Start. Das Kneeboard machte mir bereits am Anfang mehr Spaß. Zum einen, weil ich schon beim Start mehr Erfolg hatte als mit den Skiern, zum anderen, weil man das Board sogar zu zweit fahren kann. Mit dem Kneeboard bin ich seitdem immer unterwegs, wenn ich im Sommer den Friedenhainsee besuche. Denn es geht mir weniger darum, wie die Profiskifahrer Sprünge am Wasser veranstalten zu können, sondern mehr um den Spaß, den ich mit dem einfacheren Gerät habe. Denn, wenn ich mit dem Kneeboard auf dem Wasser flitze und alle Runden bezwinge, ist meine Freude viel größer. Sie ist sogar so groß, dass ich meine Freunde jeden Tag frage, ob wir zum Friedenhainsee fahren und gemeinsam am Kneeboard unsere Wasserrunden drehen.

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