Freischreiben Marionetten der Macht: Sophia Wimmer ruft dazu auf, die Dinge zu hinterfragen

Viele Dinge wirkenmanipulierend auf uns. Foto: ccvision.de
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Viele Dinge wirkenmanipulierend auf uns. (Foto: ccvision.de)

Jeder von uns wird manipuliert – durch Werbung, Musik, Bewertungen und manchmal auch durch Politik und Medien. Deshalb ruft Freischreiben-Autorin Sophia Wimmer (18) dazu auf, öfters zu hinterfragen. Sie erklärt, wie wir manipuliert werden.

Ein Lächeln. Der Volksmund sagt, dass es meist mehr als tausend Worte sagt. Tatsächlich scheint es uns eine eindeutige Botschaft zu vermitteln: Unser Gegenüber erkennt unsere Anwesenheit als positiv an. Es ist genau dieser vermeintliche Sympathiefaktor, den wir auch instinktiv dazu einsetzen können, um unsere eigenen Ziele zu erreichen. Denken wir etwa an ein Baby. Will es die Aufmerksamkeit seiner Eltern, greift es meist zu einem einfachen Mittel: ein unschuldiges Lächeln. Es erkennt die positive Reaktion der Eltern darauf – und den anhaltenden Blickkontakt dabei. So lässt sich mit einem einfachen Lächeln das Verhalten, Denken und Fühlen anderer beeinflussen – erfolgreich.

Wir manipulieren also offenbar von klein auf und setzen dabei unsere Ziele durch: Sei es in der Arbeit, im Alltag, in der Partnerschaft. Wenn sich ein Paar zum Beispiel streitet und der Mann sie daraufhin mit Geschenken überhäuft, stellt dieses „Schmeicheln“ auch einen Manipulationsversuch dar. Immerhin übt er indirekt den Druck auf sie aus, sich wieder zu versöhnen.

Ebenso sind wir ständig Einflussgrößen von außen ausgesetzt. Wirft man beispielsweise nur einen Blick auf die Werbung. Konzepte, um uns für ihre Produkte zu gewinnen, sind viele bekannt. Die wichtigste Regel lautet nach wie vor: Schnell und nachhaltig wird nur beeinflusst, wenn man mit den Bedürfnissen der Menschen spielt.

Ein kleines Beispiel: „Mach mal Pause, trink Coca Cola“– mit diesem Slogan warb die Getränkefirma und spricht dabei etwas an, nach dem wir uns alle sehnen: einer Pause. Dementsprechend positiv assoziieren wir automatisch das Produkt. Das Getränk wird zum Schlüssel zur Erholung. Klingt trivial, wirkt aber!

Der gezielte Einsatz von positiven Reizen wie Humor, Prestige oder auch Sexualität zeigt spätestens beim Gang durch die Läden seine Wirkung. Im Geschäft selbst ist man auch schon auf den Geschmack der Manipulation gekommen: Gemäß der „Handelspsychologie“ wird unser Kaufverhalten durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Bestes Beispiel: die Musik, mit der wir im Kaufhaus berieselt werden. Sie soll uns zum Kauf animieren. Meist sind die Klänge sogar professionell auf die angebotene Ware abgestimmt.

Gefälschte Bewertungen

Was der stationäre Handel kann, beherrscht dessen größter Konkurrent, das Internet, ebenso – in ausgefeilter Präzision. Massenmanipulation à la carte! Fünf Sterne bei Amazon? Top-Empfehlungen von Star-Bloggern? Positive Resonanzen via Facebook? Gekauft, kann ja nur gut sein. Dass viele dieser Bewertungen einfach nur gefälscht wurden, um die Verkaufszahl zu erhöhen, ist eine Gewissheit, die gerne verdrängt wird. Immerhin wirkt die gegebene Transparenz nur zu verlockend und schafft somit einen noch größeren Spielraum für diese Art der Einflussnahme.

Phrasen und Fremdwörter

Auch Politik und Medien sind nicht selten mit der Manipulation verbunden. Um die Wahrnehmung des Einzelnen zu verzerren, verwenden sie verschiedene Techniken. Das beginnt bereits bei der Wortwahl.

Etwa mit der Phrasentaktik. So sollen uns schöne Redensarten und Wörter wie Vaterland, höhere Werte oder Lebensqualität umgarnen. Dass dabei zum Beispiel ein Freiheitskämpfer eigentlich einen Terroristen bezeichnet – wer denkt da noch dran?

Oder nehmen wir die Fremdworttaktik. Fremdwörter verschaffen uns einen Eindruck von Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Erfahrung, auch wenn dem überhaupt nicht so ist. Keiner hinterfragt somit den Sinn von Aussagen wie „Die Prinzipien der Immobilisierung isolierter Individuen erfordern erhöhte Aktivitäten“. Und keiner denkt über die leeren Worthülsen nach, die uns dabei eigentlich aufgetischt werden.

Auch in Bildern zu sprechen oder mit Vorurteilen zu übertreiben, wirkt. Die Grundlage für Propaganda wäre hiermit bestens geschaffen.

Seriös oder skrupellos? Im Endeffekt sollten wir alle selbst entscheiden, wie wir derartige Mittel einsetzten und wie wir sie auf uns wirken lassen. Wir sollten sie auf jeden Fall hinterfragen. Wie sagte die deutsche Rhetorikerin Gloria Beck einst: „Jedes Verhalten wird allein durch die Absicht gut oder böse.“

  1. Autor

    Sophia Wimmer
  2. Datum

    02.05.2017 15:35 Uhr
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