Freischreiben Auf Recherchereise im Big Apple

In New York traf Johannes Geith (links) Jens Korte (rechts). Er ist ntv-Börsenkorrespondent an der Wall Street. Foto: young-leaders GmbH

März 2017: Freischreiben-Autor Johannes Geith (19) gewinnt mit seinem Text über den Jugendpressekongress in München eine Recherchereise in die größte Stadt in den USA. Die hat er mittlerweile hinter sich. Was er dort erlebt hat...

If I can make it there, I can make it anywhere. New York, New York!“ – Schon Frank Sinatra besang so die Liebe zur Weltstadt an der Ostküste der USA. In einem Kleinbus mitten im dichten Verkehr sitzen nun wir, eine Gruppe von acht jungen Menschen mit einer Liebe zum Schreiben und journalistischen Zukunftsplänen. Mit dem Artikel über den Sanitätsdienst der Bundeswehr, von dem ich hier bei Freischreiben im März berichtet habe, konnte man an einem Journalistenwettbewerb der young-leaders GmbH teilnehmen. Und eines Tages erreichte mich aus dem Nichts ein Anruf: „Du bist dabei, auf geht‘s nach New York!“ ARD-Studio, 9/11-Zeitzeugengespräch und überhaupt: New York!

Nun sitzen wir also in unserem Bus. Mit dabei sind außerdem Theresa und Andreas. Theresa hat im Vorfeld alles vonseiten der young-leaders gemanagt und Andreas ist unsere journalistische Begleitung und Gruppenleiter. Er ist Nachrichtenredakteur und Reporter bei SWR 3. Und gleich zu Beginn hat er eine Überraschung für uns: In einem Hotel direkt neben der Grand Central Station ist spontan etwas freigeworden. Statt Brooklyn wird das Navi umprogrammiert: Midtown Manhattan – das ist jetzt das Ziel. Nach dem ersten Test, wie sich ein „King Size“-Bett anfühlt, stärken wir uns noch nebenan, im Foodcourt der Central Station. In „King Size“-Betten schläft man übrigens sprichwörtlich „königlich“ nach einem achtstündigen Flug.

Auf zur Wall Street

Der erste Morgen in New York und schon geht es auch gleich so richtig los. An der Wall Street treffen wir Jens Korte, einen selbstständigen Börsenkorrespondenten, der unter anderem für n-tv vom Parkett berichtet.

Die Sonne strahlt vom Himmel, als wir uns mit der Fähre von Manhattan nach Staten Island auf den Weg machen. Und auch Lady Liberty, die Freiheitsstatue, die die ankommenden Passagiere im New Yorker Hafen begrüßt, lacht uns freundlich zu. Auf der Rückfahrt zeigt sich dann ein atemberaubender Blick auf die Skyline der größten Stadt der USA.

Im ARD-Studio an der 3rd Avenue herrschte dieser Tage Hochbetrieb. Die UN veranstaltete zum ersten Mal überhaupt eine Welt-Ozean-Konferenz. Die Journalisten waren live vor Ort und arbeiteten im Akkord, denn alles was wichtig ist, muss trotz einer Zeitverschiebung von sechs Stunden pünktlich um 20 Uhr bei der Tagesschau sein. Ein bisschen träumen durfte man hier schon, wie es denn mal später wäre, wenn man eine Liveschalte zu den Tagesthemen nach Hamburg als Korrespondent hätte. Da sich das ARD-Studio in Washington D.C. um den politischen Betrieb der USA kümmert, wird aus New York über viele kulturelle Themen sowie die Vereinten Nationen berichtet. Außerdem gehört zum Sendegebiet des Studios der große amerikanische Nachbar, Kanada. Und so kann es schon mal vorkommen, dass man mit einem Eisbrecher in den tiefen Norden Kanadas für eine Reportage losgeschickt wird.

Freitagabend im Big Apple, die Berufstätigen zieht es nun nach draußen. Am Bryant Park finden auch wir uns ein Plätzchen und lassen den ereignisreichen Tag mit einem Sommerpicknick ausklingen, bevor wir uns noch auf zum Times Square machen. Warum New York die „Stadt, die niemals schläft“ genannt wird – das weiß man, wenn man hier einmal nachts unterwegs war.

„Never forget“

Trotz angenehmer Temperaturen frösteln – das ließ uns die 9/11 Gedenkstätte in Downtown Manhattan. Dort, wo bis 2001 die beiden Zwillingstürme standen, stürzt heute Wasser in die zwei großen, schwarzen Bassins, die die Fundamente der Türme darstellen. Nicht ein Tag vergeht, an dem nicht weiße Rosen in den Schriftzügen der fast 3000 Opfer gesteckt werden. Sie sollen an den Geburtstag einer Person erinnern, die hier am 11. September starb. Howard Gould ist ein stolzer und verdienter Feuerwehrmann, einer, wie er im Bilderbuch stehen könnte. Doch wenn er von den schlimmsten Stunden in seinem Leben erzählt, dann wird seine Stimme brüchig. „Never forget“ – das ist hier das Credo und so versuchte man mit der Gedenkstätte die Erinnerung an die schrecklichen Terroranschläge aufrecht zu erhalten.

Ein Blick für die Ewigkeit

Doch Gänsehaut lösen auch die unglaublichen Geschichten des Zusammenhalts der New Yorker aus. Vor unserem Zeitzeugengespräch waren wir auf dem Skydeck des neuen World Trade Centers. In weniger als einer Minute sind wir im 102. Stockwerk des 1776 Fuß hohen Gebäudes, eine historisch bedeutende Zahl, die auf die Unabhängigkeitserklärung der USA hinweist. Es ist dunkel. Erst wird auf einer Leinwand ein Film gezeigt, New York entsteht und dann öffnet sich die Leinwand wie ein roter Vorhang und der Blick: unbeschreiblich. Die Freiheitsstatue steht ganz klein wie auf einer Miniaturinsel – umgeben von hunderten von Schiffen – und New York liegt uns zu Füßen. „See forever“ hieß es auf den Eintrittskarten. Tatsächlich: ein Blick für die Ewigkeit. Der Central Park bietet sich für einen Abstecher an, die grüne Lunge New Yorks. Das Hupen der Autos, der Lärm der Stadt, all das scheint hier so weit weg, wie Amerika das Land der unendlichen Weiten ist. Darum zieht es gerade an diesem Samstag Tausende Menschen zum Entspannen in den Park. Ein jeder in der Gruppe hat das Gefühl, es wäre viel zu früh, um schon wieder heimzufahren. Die Zeit und Erlebnisse waren unbezahlbar und unvergesslich. Der Big Apple zog uns in seinen Bann. Oder wie Alicia Keys in ihrem Song über New York singt: „Concrete jungle where dreams are made of, there is nothing you can do, now you’re in New York.“ Herzlichen Dank an die young-leaders GmbH, Freischreiben und David – ohne sie wären diese Erlebnisse nicht möglich gewesen! Für mehr Bilder und Berichte von allen Teilnehmern schaut doch auf unseren Blog unter www.youngleaders.blog.de.

Du bist in der Schülerzeitung engagiert? Du bist gesellschaftlich, kulturell oder politisch engagiert und willst Gleichgesinnte treffen? Dann informiere dich im Internet unter www.young-leaders.net.

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