Freilich!? Das Wirtschafts-Abc: Von A wie Aktie bis Z wie Zins - So behaltet ihr den Durchblick

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An der Börsentafel sind die Preise, die sogenannten Börsenkurse, zu sehen. (Foto: Boris Roessler/dpa) (Quelle: Unbekannt)

Frankfurt. (dpa) Begriffe wie Börse, Deckungsbeitrag oder Buchungen sagen dir nichts? Jeden Dienstag und Freitag erklären wir auf Freistunde wirtschaftliche Fachbegriffe. So behaltet ihr sicher den Durchblick.



A wie Aktie

Eine Aktie ist ein Anteilsschein an einem Unternehmen. Früher bekam der Käufer eine Aktie oft als richtige Papier-Urkunde. Heute besitzt man sie in der Regel virtuell. Unternehmen, die Aktien ausgeben, heißen Aktiengesellschaften, kurz AGs. Einige geben Millionen Anteilsscheine aus. Auf die Weise wollen sie Geld (Kapital) bekommen. Jeder Erwachsene oder eine Firma kann Aktien kaufen und verkaufen - und damit Geld verdienen oder verlieren. Denn die Aktienpreise schwanken. Wie viel eine Aktie wert ist, hängt maßgeblich von der Nachfrage ab: Je mehr Leute sie kaufen wollen, desto teurer wird sie. Gehandelt werden Aktien an Börsen. Wer sie kauft, will sein Geld anlegen, Geld beim Aktienhandel verdienen oder auch im Unternehmen etwas zu sagen haben.

B wie Börse

Eine Börse ist ein Markt, auf dem Aktien, ausländisches Geld (Devisen) oder auch andere Waren verkauft werden. Allerdings ist das, womit gehandelt wird, nicht zu sehen. Sichtbar sind an einer Tafel nur die Preise, die sogenannten Börsenkurse. Sie können sich von Minute zu Minute ändern. Oftmals wird das Wort Börse gleichbedeutend für Aktienbörse gebraucht. Die wichtigsten Aktienbörsen der Welt sitzen in New York, Tokio, London und Hongkong. In Deutschland ist im Aktienhandel besonders die Deutsche Börse in Frankfurt am Main führend.

C wie CEO

Die Abkürzung CEO steht für "Chief Executive Officer". Dies ist die englische Bezeichnung für den alleinigen Geschäftsführer oder Vorstand eines Unternehmens oder den Vorsitzenden der Geschäftsführung oder des Vorstands. Im Zuge der Globalisierung verwenden vermehrt deutsche Firmen und Organisationen diese Bezeichnung.

D wie Dax

Dax ist die Kurzform für "Deutscher Aktienindex". Er wird von der Deutschen Börse aus den Aktienwerten der 30 umsatzstärksten deutschen Aktiengesellschaften berechnet. Er ist der meist beachtete Richtwert, wie sich der deutsche Markt entwickelt. Da Angebot und Nachfrage den Preis der Aktien ständig ändern, steigt und fällt auch der Dax. Sein aktueller Wert erscheint während der Handelszeit auf der großen Anzeigetafel der Deutschen Börse in Frankfurt. Die Händler können so immer wieder neu überlegen, ob sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen. Ein weiterer wichtiger deutscher Richtwert ist der TecDax für Technologiewerte.

E wie EZB

Die Europäische Zentralbank, kurz EZB, ist die Notenbank für die gemeinsame europäische Währung, den Euro. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Dort wird für sie gerade ein neues, prunkvolles Hochhaus gebaut. Die Zentralbank soll vor allem dafür sorgen, dass die Preise im gemeinsamen Währungsgebiet der 17 Eurostaaten stabil bleiben. Die EZB legt den Leitzins fest. Das ist der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei ihr Geld leihen können. An diesem Zinssatz orientieren sich die Banken in der Regel auch für die Zinsen, die sie von ihren Kunden für geliehenes Geld verlangen. Über die Höhe des Leitzinses entscheidet der Zentralbankrat.

F wie Finanzmarkt

Die Welt ist heute praktisch ein einziger Finanzmarkt. Damit sind aber auch alle Märkte gemeint, auf denen mit Kapital gehandelt wird. Zum einen wird zwischen nationalen und internationalen Finanzmärkten unterschieden.

Zum anderen danach, womit gehandelt wird: Geldmarkt, Kredit- und Kapitalmärkte sowie Devisenmarkt. Wichtige Handelsplätze im weltweiten Finanzmarkt sind zum Beispiel London, New York, Hongkong, Singapur und Tokio.

G wie GmbH

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, abgekürzt GmbH, gilt in Deutschland als klassische Rechtsform des Mittelstands. Eine Rechtsform regelt die juristischen Rahmenbedingungen einer Firma - zum Beispiel wer geradesteht, wenn etwas schiefläuft. Zur Gründung einer GmbH reicht eine Person. Wie der Name schon sagt, gibt es keine unbegrenzte finanzielle Haftung. Sondern eine beschränkte Haftung. Die Gesellschafter müssen nur mit dem geradestehen, was an Werten in der Firma vorhanden ist - nicht mit ihrem Privatvermögen.

H wie Hedgefonds

Fonds sind eine Art großer Topf, in den viele Anleger Vermögen einzahlen - und dieses von professionellen Fondsmanagern investieren lassen. Das Ziel ist klar: Die Anlagen sollen sich möglichst rechnen und Geld abwerfen.

Hedgefonds wiederum sind eine spezielle Fondsart, die zum Teil mit speziellen Anlageformen arbeiten. Aktienkäufer gewinnen gewöhnlich nur bei steigenden Kursen. Diese Fonds verdienen oft auch bei fallenden Werten.

Die Investoren wetten auf Aktien, Devisen oder Anleihen. Manchmal besitzen sie diese Aktien nicht einmal selbst. Zum Teil leihen sie sie, manchmal nicht mal das. "Hedge" bedeutet im Englischen "Hecke" und steht für "Absicherung". Doch Besitzer von Hedgefonds sind nicht an Absicherung, sondern an schnellem Gewinn interessiert.

I wie Inflation

Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Aufblähung. Damit wird eine Geldentwertung bezeichnet, die entsteht, wenn in einem Staat mehr Geld als Waren oder andere Güter im Umlauf sind. Das Angebot wird knapp, die Preise steigen über eine längere Zeit, die Löhne können nicht Schritt halten und verlieren fortlaufend an Kaufkraft. Bei einer Teuerungsrate von bis zu 2 Prozent im Jahr sprechen Experten noch von Preisstabilität.

J wie Jahresbilanz

Am Ende eines Geschäftsjahres muss jeder Kaufmann und jedes Unternehmen per Gesetz eine Schlussbilanz aufstellen, die vom Inhaber beziehungsweise Vorstand unterschrieben wird. Bilanz stammt vom italienischen Wort "bilancia" für Gleichgewicht. Sie zeigt letztlich, wie es dem Unternehmen geht. Es steht zum Beispiel darin, wie viel die Firma verdient hat, wie viel Steuern sie zahlt und wie viel sie ausgegeben hat.

K wie Kredit

Wer einen Kredit aufnimmt, leiht sich für eine bestimmte Zeit von einer Privatperson oder bei einer Bank Geld. Dafür werden im Gegenzug Zinsen fällig.

Ihre Höhe hängt unter anderem von der Laufzeit ab, das heißt, wann der Kredit zurückbezahlt wird.

L wie Leasing

Diese Art des Mietens von Dingen ist vielen vor allem von Autos bekannt: Dabei fährt man einen Wagen, hat ihn aber zuvor nicht ganz bezahlt - sondern stottert monatlich Leasing-Raten ab. Nach Ablauf der vereinbarten Mietzeit muss man es zurückgeben oder man kauft es. Das geht nicht nur mit Autos: Auch Häuser, Büromaschinen und vieles mehr können geleast werden.

M wie Marke

Nike, Adidas, Levis, Converse, Billabong Wer trägt was oder was nicht? Markenklamotten sind bei vielen ein Thema. Für einen Hersteller ist es wichtig, eine Marke zu haben, die von Kunden immer sofort schnell wiedererkannt wird - das kann ein Wort sein, Buchstaben, Zahlen oder ein Logo. Das kann man sich schützen lassen - bei Marken- und Patent-Ämtern. Hat jemand das getan, kann er sich rechtlich dagegen wehren, wenn jemand anderes den Markennamen auch benutzt. Im Zweifel landen solche Sachen dann vor Gericht. So hat zum Beispiel Volkswagen versucht, dem japanischen Hersteller Suzuki zu verbieten, einen "Swift GTi" auf den Markt zu bringen. Argument: Es bestehe Verwechslungsgefahr zur VW-Marke "GTI". Das sah das Gericht nicht so.

N wie netto

Das Wort stammt vom italienischen "netto", was "rein" oder "klar" heißt. Gemeint ist ein Wert nach Abzug von Steuern oder Kosten. Beim Lohn ist der Nettolohn immer niedriger als der Bruttolohn, weil vom Bruttolohn noch diverse Steuern und Abgaben abgezogen werden - zum Beispiel die Lohnsteuer oder Beiträge zur Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung.

O wie öffentliche Hand

Diese Hand ist keine und es ist auch nichts Greifbares. Als öffentliche Hand wird oft der öffentliche Sektor mit seinem Geld bezeichnet - also der Staat, die Bundesländer, Städte und Gemeinden.

Außerdem gehören Einrichtungen dazu, die öffentliche Aufgaben erfüllen, etwa Universitäten, Krankenkassen oder Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Auch öffentliche Unternehmen zählen zur öffentlichen Hand, zum Beispiel lokale Verkehrsunternehmen, Stadtwerke oder Landesbanken. Finanziert wird die öffentliche Hand unter anderem über Steuern. Letztlich wird die öffentliche Hand also von allen Steuerzahlern zumindest mitbezahlt.

P wie Preis

Ein Anbieter legt den Preis für seine Ware nicht aus dem Bauch heraus fest. Grundsätzlich bestimmen darüber in der freien Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage mit. Wenn etwas rar, aber sehr begehrt ist, kann der Preis unter Umständen sehr hoch sein. Anders herum kann man eine Ware, die es von Hunderten Firmen gibt und die kaum jemand haben will, allenfalls sehr billig verkaufen. Doch ganz so simpel läuft die Preisbestimmung in der Realität nicht. Außerdem gibt es Fälle, in denen die Preise davon losgelöst bestimmt werden. Das ist zum Beispiel bei Büchern oder Zigaretten so: Die kosten im Regelverkauf immer gleich viel. Es gibt eine Preisbindung. Es kommt vor, dass Unternehmen einer Branche sich - unerlaubterweise - absprechen - und die Preise künstlich machen, weil sie damit besser verdienen.

Q wie Quartalszahlen

Wie geht es einem Unternehmen? Alle Vierteljahre müssen viele von ihnen einige Zahlen dazu offenlegen - die sogenannten Quartalszahlen. Aktiengesellschaften informieren damit ihre Anleger, wie viel Geld sie verdient und wie viel sie ausgegeben haben. Häufig ist auch vom Quartalsbericht die Rede. Oft steigt oder fällt der Aktienkurs des Unternehmens kurz nach diesem Bericht - je nachdem, was die Anleger aus den Zahlen schlussfolgern und erwarten.

R wie Rabatt

Das ist ein Preisnachlass. Man bezahlt nicht den Normalpreis, sondern weniger. Wie viel, das kann man manchmal mit dem Verkäufer selbst aushandeln. Eine Art Rabatt ist auch, wenn der Händler zum Beispiel beim Kauf eines Computers eine Maus gratis dazu gibt. Manche Geschäfte vergeben auch Rabattmarken, die man sammelt und gegen eine Prämie oder Geld eintauschen kann.

S wie Steuer

Davon lebt der Staat. Steuern sind Geldzahlungen seiner Bürger an ihn - und die wichtigsten Einnahmen des Staates. Ohne sie wäre der Staat kaum in der Lage, Geld auszugeben. Mit diesem Geld können Straßen, Schulen, Krankenhäuser und mehr gebaut werden. Damit bezahlt der Staat außerdem alle, die für ihn arbeiten - zum Beispiel Minister, Lehrer und Polizisten. Neben direkten Steuern, die jeder, der arbeitet, ans Finanzamt bezahlt, gibt es auch indirekte. Dazu gehört die Mehrwertsteuer, die in jedem Preis enthalten ist. Oder auch Sonderabgaben wie die Mineralölsteuer im Spritpreis.

T wie Tilgung

Wer sich Geld geliehen hat und es wieder zurückzahlt, tilgt seine Schuld. Wenn man zum Beispiel einen Kredit aufnimmt, um ein Auto zu kaufen oder ein Haus zu bauen, dann werden neben der Höhe der Zinsen auch Tilgungsraten festgelegt. Das heißt, man muss nicht alles auf einen Schlag zurückzahlen, sondern kann es regelmäßig in kleineren Teilbeträgen tun. Je höher die Tilgung ist, desto schneller ist man schuldenfrei.

U wie Umsatz

Alles, was eine Firma an Waren und Leistungen in einem bestimmten Zeitraum verkauft hat, gilt als ihr Umsatz. Berechnet wird der Erlös, indem die Menge der verkauften Ware mit dem jeweiligen Stückpreis multipliziert wird. Der Umsatz stellt also die Einnahmen eines Unternehmens dar. Fällt er hoch aus, bedeutet dies aber nicht automatisch auch einen starken Gewinn. Denn die Ausgaben einer Firma sind bei den Umsatzzahlen noch nicht abgezogen.

V wie Verlust

Damit ist nicht der Verlust eines Menschen gemeint. In der kaufmännischen Sprache ist Verlust ein Fehlbetrag. Dann haben ein Geschäft oder ein Unternehmen am Ende ihres Geschäftsjahres mehr ausgegeben, als sie eingenommen haben. Es ist der Betrag, der sich daraus ergibt, wenn die Aufwendungen von den Einnahmen abgezogen werden.

W wie Weltbank

Offiziell heißt sie "Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung". Sie ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und hat ihren Sitz in Washington. Die Weltbank wurde 1944 mit dem Ziel gegründet, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau der zerstörten Städte zu unterstützen. Heute fördert sie in vielen Staaten die wirtschaftliche Entwicklung und vergibt an ärmere Länder Darlehen.

X wie Xetra

Das ist die Abkürzung für "Exchange Electronic Trading". Dabei handelt es sich um ein elektronisches Handelssystem der Deutschen Börse, das ausschließlich über Computer durchgeführt wird.

Im Xetra kann jedes Mitglied einer deutschen Börse Aktien auch nach Börsenschluss handeln - theoretisch rund um die Uhr. Man kann auf Gebote zurückgreifen oder selbst Kauf- oder Verkaufseinträge einstellen.

Y wie Yuan

Eigentlich ist es eine Währungseinheit in China. Aber in Deutschland wird mit Yuan meist auch die Währung des Landes bezeichnet. Der für die Volksrepublik China gesetzlich festgelegte Name lautet allerdings Renminbi, übersetzt "Volkswährung". Haupteinheit ist der Yuan, der wiederum 10 Jiao oder 100 Fen entspricht.

Z wie Zins und Zinseszins

Zinsen sind der Preis, den es kostet, sich Geld zu leihen. Wer Geld bei der Bank anlegt, bekommt Zinsen. Und umgekehrt: Wer sich Geld leiht, muss in der Regel Zinsen bezahlen. Der Zinseszins ist der Zins auf die Zinsen - das heißt, auf die fällig gewordenen, aber nicht ausgezahlten Zinsen.

Ein Beispiel: 10000 Euro werden für zwei Jahre zu 4 Prozent Zinsen angelegt. Am Ende des ersten Jahres ergibt sich ein Zinsgewinn von 400 Euro und ein Guthaben von 10400 Euro. Nach dem zweiten Jahr bekommt man 10816 Euro. Davon sind 16 Euro Zinseszins, das sind 4 Prozent der Zinsgutschrift von 400 Euro.

  1. Autor

    idowa
  2. Datum

    18.09.2012 09:24 Uhr
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