Paris Polizist getötet: IS beansprucht Anschlag für sich

Ein Polizist sichert am Abend des 20.04.2017 den Champs Elysees in Paris. Auf der Pariser Prachtstraße sind laut einem Medienbericht zwei Polizisten durch Schüsse verletzt worden. Einer der Polizisten erlag seinen Verletzungen. Foto: dpa
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Ein Polizist sichert am Abend des 20.04.2017 den Champs Elysees in Paris. Auf der Pariser Prachtstraße sind laut einem Medienbericht zwei Polizisten durch Schüsse verletzt worden. Einer der Polizisten erlag seinen Verletzungen. (Foto: dpa)

In Paris hat es unmittelbar vor der französischen Präsidentschaftswahl einen tödlichen Angriff auf Polizisten gegeben. Auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées kam es am Donnerstagabend zu einer Schießerei, bei der ein Beamter getötet wurde.

Nach einem tödlichen Angriff auf Polizisten mitten in Paris hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich reklamiert. Drei Tage vor der Präsidentenwahl in Frankreich schoss ein Mann mit einer automatischen Waffe auf einen geparkten Mannschaftswagen der Polizei. Er tötete einen Polizisten und verletzte zwei weitere Beamte, wie der Sprecher des Innenministeriums sagte. Die Polizei erschoss den Angreifer.

Nach den Worten des französischen Staatspräsidenten François Hollande spricht einiges für einen Terrorakt. "Wir sind überzeugt, dass die Spuren (...) terroristischer Art sind", sagte er nach einem Krisentreffen im Élyséepalast. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Angreifer als "Der Belgier" bekannt

Bei dem Angreifer handele es sich um einen Kämpfer des IS, berichtete das IS-Sprachrohr Amak und benannte den Mann als Abu Jussuf al-Beldschiki ("Der Belgier"). Bei ähnlichen Verlautbarungen wurden die Angreifer häufig "Soldaten" der Terrormiliz genannt. Die Nachricht konnte zunächst nicht unabhängig auf ihre Echtheit überprüft werden. Sie wurde aber über die Kanäle verbreitet, über die der IS in der Vergangenheit auch ähnliche Anschläge für sich beansprucht hat - etwa nach den Attacken in Ägypten oder London.

Am kommenden Sonntag ist in Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahl. Die Abstimmung soll von mehr als 50 000 Polizisten und Soldaten geschützt werden. Das Land war in den vergangenen Jahren mehrfach das Ziel islamistischer Anschläge, seit der Pariser Terrornacht vom 13. November gilt der Ausnahmezustand.

Die Attacke habe sich gegen 21 Uhr abgespielt, hieß es. Der Angreifer habe mit einem Auto neben dem Polizeifahrzeug gehalten, sei ausgestiegen und habe das Feuer eröffnet. Anschließend rannte er über den Bürgersteig und schoss auf weitere Polizisten, die außerhalb des Mannschaftswagens positioniert waren. Beamte erwiderten das Feuer und töteten den Angreifer.

Der Mann habe wohl eine automatische Waffe benutzt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet. Nach ersten Erkenntnissen habe es nur einen Angreifer gegeben. Man könne aber nicht ausschließen, dass es einen oder mehrere Komplizen gibt, die in irgendeiner Weise an der Tat beteiligt waren. "Das ist natürlich ein Drama für die Polizei, ein Drama für unser Land."

  1. Autor

    dpa, idowa
  2. Datum

    20.04.2017 22:05 Uhr
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