Flughafen München

Körperscanner sollen umstrittene Sprengstoffsuchgeräte teilweise ersetzen


Die umstrittenen Sprengstoffsuchgeräte am Münchner Flughafen bleiben im Einsatz.

Die umstrittenen Sprengstoffsuchgeräte am Münchner Flughafen bleiben im Einsatz.

Die umstrittenen Sprengstoffsuchgeräte am Münchner Flughafen bleiben im Einsatz. Allerdings sollen bis Ende nächsten Jahres 20 Körperscanner angeschafft werden, um die Detektoren zumindest an den am stärksten frequentierten Kontrollschleusen zu ersetzen. Das ist das Ergebnis eines Treffens von Vertretern des bayerischen Innenministeriums, der Regierung von Oberbayern, der Geschäftsführung der Sicherheitsgesellschaft am Flughafen München (SGM), des Betriebsrats und der Gewerkschaft Verdi am Dienstag.

Seit der Inbetriebnahme der neuen Suchgeräte vom Typ Sniffer und Itemiser im Sommer 2015 klagen Sicherheitsleute über gesundheitliche Probleme. Beschrieben werden unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen, Atemnot und Hautausschlag. Nach Informationen unserer Zeitung halten die Beschwerden bis heute an. Mehrere Gutachter, zuletzt vom TÜV Süd, konnten allerdings keinen Zusammenhang mit eventuellen Ausdünstungen der Detektoren feststellen.

+++ Lesen Sie hier: Umweltmediziner hält Sprengstoffsuchgeräte für gesundheitschädlich +++

In einem Aushang für ihre Mitarbeiter teilt die SGM nun mit, dass alle Teilnehmer der Besprechung vom Dienstag die Ergebnisse der Messungen anerkennen. "Die Messergebnisse bieten keinen Anlass, Maßnahmen zu treffen", heißt es in dem Schreiben weiter. "Soweit Maßnahmen getroffen werden, dient dies zur Akzeptanzverbesserung." Aus technischen Gründen könnten keine Absaugvorrichtungen installiert werden. Allerdings blieben die als schlimmer empfundenen Sniffer nach Möglichkeit in separaten Räumen untergebracht. Soweit andere Geräte zur Verfügung stehen, würden sie nur noch zur Kontrolle von auffälligen Testergebnissen verwendet. Insgesamt sollten auch nicht noch mehr Suchgeräte als bislang an den Schleusen zum Einsatz kommen - vorausgesetzt, es bleibt bei der bislang erforderlichen Zahl von Kontrollen.

Abschließend bittet die Geschäftsführung alle Mitarbeiter, die gesundheitliche Einschränkungen dem Arbeitsumfeld zuschreiben, "diese dem Betriebsarzt zu melden, damit eine statistische Erfassung zur Ursachenerforschung erfolgen kann". Verdi will zu den Ergebnissen des Treffens erst in den nächsten Tagen Stellung nehmen. Zuvor wolle man sich noch mit den Vertrauensleuten im Betrieb abstimmen und die Beschäftigten informieren, hieß es am Donnerstag auf Anfrage. Auch das Innen- und Verkehrsministerium erbat sich für eine Auskunft noch etwas Zeit.

Die Staatsanwaltschaft Landshut hat indessen Ermittlungen zu den Sprengstoffsuchgeräten eingestellt. Das teilte sie mit Datum vom Montag insgesamt 51 SGM-Mitarbeitern mit, die Strafanzeigen wegen fahrlässiger Körperverletzung gestellt hatten. Der zuständige Staatsanwalt verweist in seinem Schreiben auf ein selbst in Auftrag gegebenes Gutachten der Firma Müller BBM vom November 2015 und die Messungen des TÜV Süd vom Sommer 2016. Demnach wurden Konzentrationen von gefährlichen Chemikalien nur "deutlich unterhalb bestehender Richtwerte" gefunden. "Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass konkrete Ursachen für die von den Mitarbeitern beklagten Krankheitserscheinungen nicht festgestellt werden konnten", heißt es abschließend aus Landshut.