Flohmarkt „Das frühe Aufstehen lohnt sich“: Junge Verkäufer am Hagen-Flohmarkt in Straubing

Katharina Reyzis (14) aus Straubing macht das Verkaufen auf dem Flohmarkt richtig Spaß, weil sie dabei viele nette Leute trifft. Foto: Sandra Bauer

Klamotten, Bücher, Fahrräder, Werkzeug, Geschirr, Spielsachen... So weit das Auge reicht. Dazwischen wuseln Menschen und suchen nach Schnäppchen. Es ist Samstag, 8.30 Uhr morgens. Ausnahmezustand auf dem Großparkplatz Am Hagen. Es ist Flohmarkt.

Ein rauer Wind liegt in der Luft und dunkle Wolken hängen bedrohlich am Himmel. Die Leute vor und hinter den Ständen scheint das aber überhaupt nicht zu stören. Es ist ganz schön was los in den Verkaufsgassen. Und das Angebot ist riesig.

Gemüsehobel, Brettspiele, Bilderrahmen, Kuschelteddy, Seifenblasen-Set – am Stand von Katharina Reyzis (14) und ihrer Mutter ist quasi für jeden was dabei. „Ich bin oft hier“, erzählt Katharina. „Es macht mir einfach Spaß, mit netten Leuten zu plaudern und dabei ein bisschen Geld zu verdienen“, sagt sie und lächelt.

Diesmal verkauft sie alte Spiele und Filme sowie Klamotten und Ballettschuhe, die ihr nicht mehr passen. „Von den Ballettschuhen kann ich mich schwer trennen. Da hängen viele Erinnerungen dran“, verrät die 14-Jährige und schaut wehmütig. „Sie hat schon mit acht Jahren mit dem Ballett angefangen“ ergänzt ihre Mutter stolz.

Tipp 1: Das Geschäft einfach auf sich zukommen lassen

„Heute könnte das Geschäft etwas besser sein“, verrät Katharina, während die Mama geschäftig die Waren am Stand zurechtrückt. Mittlerweile ist es 9 Uhr. „Es hat schon mal geregnet. Vielleicht liegt es daran.“

Trotzdem ist Katharina überzeugt, dass es sich lohnt, auf dem Flohmarkt zu verkaufen. „Man sollte seine Erwartungen einfach nicht zu hoch schrauben“, findet die 14-Jährige, „sondern das Geschäft auf sich zukommen lassen.“ Wenn Katharina genug eingenommen hat, dreht sie gerne selbst mal eine Runde und sucht nach Schnäppchen.

Ein paar Verkaufsstraßen weiter sitzen Anna Abermet (15), Katharina Abermet (15) und Max Juninger (14) aus Straubing auf kleinen Hockern. Vor ihnen zwei kleine Tische, ein Kleiderständer und Kisten voll mit Waren. „Wir bessern mit dem Flohmarktverkauf unser Taschengeld auf“, sagen sie. Die drei sind jeden ersten Samstag Am Hagen vertreten. „Außer im Winter, wenn’s richtig kalt ist“, sagt Max.

Tipp 2: Zeitig schlafen gehen und Kaffee trinken

Auf dem Flohmarkt verkaufen heißt früh aufstehen. Sehr früh. „Schon um fünf Uhr klingelt bei uns der Wecker und um halb sechs geht’s dann los“, erzählt Katharina. Da hilft nur zeitig schlafen gehen. „Und Kaffee“, ergänzt Anna lachend. Den bringen ihnen ihre Eltern zwischendurch vorbei. Anna, Katharina und Max sind Cousinen und Cousin. „Unsere Sachen können wir immer bei unseren Großeltern lagern“, erzählen die drei. „Die haben gleich neben dem Hagen einen Schrebergarten. Das ist praktisch.“ Die Kisten, Tüten und Taschen tragen sie dann zu Fuß zum Flohmarkt. „Einen Teil transportieren wir mit dieser Schubkarre“, sagt Anna und zeigt hinter sich.

Tipp 3: Spielzeug und Jeans verkaufen sich am besten

Ihr Startkapital – das Wechselgeld – haben Oma und Opa gesponsert. Davon wird auch die Standgebühr in Höhe von 15 Euro bezahlt. „Alle Einnahmen gehen in eine Kasse und werden am Ende geteilt“, erzählen die drei. Sie verkaufen alles, was die Familie nicht mehr braucht: Spielzeug, Bücher, Geschirr, Kleidung. „Spielsachen gehen am besten“, sagt Katharina, „und bei den Klamotten Jeans.“ Die drei trennen sich nur von Dingen, an denen sie nicht hängen. „Meine Lieblingsbarbies gebe ich nicht her, die hebe ich auf jeden Fall auf“, sagt die 15-Jährige.

Tipp 4: Die Preise nicht zu hoch ansetzen, sonst kauft keiner

„Die Preise sollten nicht zu hoch sein“, sagt Max, „sonst kauft keiner was.“ Zu niedrig ist aber auch nicht optimal. „Dann hat man keinen Verhandlungsspielraum mehr“, erklärt Katharina. Und Handeln gehört auf dem Flohmarkt ja schließlich dazu, sagen die drei Jugendlichen.

Um 9.45 Uhr sind Anna, Katharina und Max schon recht zufrieden mit ihren Einnahmen. „Das frühe Aufstehen lohnt sich auf jeden Fall“, finden sie. „Auch wenn es manchmal richtig schwer fällt!“ Max gähnt verstohlen in seinen Pulli. Anna und Katharina schmunzeln.

Mehr zum Thema Flohmarkt findest du hier.

„Das frühe Aufstehen lohnt sich“: Junge Verkäufer am Hagen-Flohmarkt in Straubing „Das frühe Aufstehen lohnt sich“: Junge Verkäufer am Hagen-Flohmarkt in Straubing

Klamotten, Bücher, Fahrräder, Werkzeug, Geschirr, Spielsachen... So weit das Auge reicht. Dazwischen wuseln Menschen und suchen nach Schnäppchen. Es ist Samstag, 8.30 Uhr morgens. Ausnahmezustand auf dem Großparkplatz Am Hagen. Es ist Flohmarkt.

Ein rauer Wind liegt in der Luft und dunkle Wolken hängen bedrohlich am Himmel. Die Leute vor und hinter den Ständen scheint das aber überhaupt nicht zu stören. Es ist ganz schön was los in den Verkaufsgassen. Und das Angebot ist riesig.

Gemüsehobel, Brettspiele, Bilderrahmen, Kuschelteddy, Seifenblasen-Set – am Stand von Katharina Reyzis (14) und ihrer Mutter ist quasi für jeden was dabei. „Ich bin oft hier“, erzählt Katharina. „Es macht mir einfach Spaß, mit netten Leuten zu plaudern und dabei ein bisschen Geld zu verdienen“, sagt sie und lächelt.

Diesmal verkauft sie alte Spiele und Filme sowie Klamotten und Ballettschuhe, die ihr nicht mehr passen. „Von den Ballettschuhen kann ich mich schwer trennen. Da hängen viele Erinnerungen dran“, verrät die 14-Jährige und schaut wehmütig. „Sie hat schon mit acht Jahren mit dem Ballett angefangen“ ergänzt ihre Mutter stolz.

Tipp 1: Das Geschäft einfach auf sich zukommen lassen

„Heute könnte das Geschäft etwas besser sein“, verrät Katharina, während die Mama geschäftig die Waren am Stand zurechtrückt. Mittlerweile ist es 9 Uhr. „Es hat schon mal geregnet. Vielleicht liegt es daran.“

Trotzdem ist Katharina überzeugt, dass es sich lohnt, auf dem Flohmarkt zu verkaufen. „Man sollte seine Erwartungen einfach nicht zu hoch schrauben“, findet die 14-Jährige, „sondern das Geschäft auf sich zukommen lassen.“ Wenn Katharina genug eingenommen hat, dreht sie gerne selbst mal eine Runde und sucht nach Schnäppchen.

Ein paar Verkaufsstraßen weiter sitzen Anna Abermet (15), Katharina Abermet (15) und Max Juninger (14) aus Straubing auf kleinen Hockern. Vor ihnen zwei kleine Tische, ein Kleiderständer und Kisten voll mit Waren. „Wir bessern mit dem Flohmarktverkauf unser Taschengeld auf“, sagen sie. Die drei sind jeden ersten Samstag Am Hagen vertreten. „Außer im Winter, wenn’s richtig kalt ist“, sagt Max.

Tipp 2: Zeitig schlafen gehen und Kaffee trinken

Auf dem Flohmarkt verkaufen heißt früh aufstehen. Sehr früh. „Schon um fünf Uhr klingelt bei uns der Wecker und um halb sechs geht’s dann los“, erzählt Katharina. Da hilft nur zeitig schlafen gehen. „Und Kaffee“, ergänzt Anna lachend. Den bringen ihnen ihre Eltern zwischendurch vorbei. Anna, Katharina und Max sind Cousinen und Cousin. „Unsere Sachen können wir immer bei unseren Großeltern lagern“, erzählen die drei. „Die haben gleich neben dem Hagen einen Schrebergarten. Das ist praktisch.“ Die Kisten, Tüten und Taschen tragen sie dann zu Fuß zum Flohmarkt. „Einen Teil transportieren wir mit dieser Schubkarre“, sagt Anna und zeigt hinter sich.

Tipp 3: Spielzeug und Jeans verkaufen sich am besten

Ihr Startkapital – das Wechselgeld – haben Oma und Opa gesponsert. Davon wird auch die Standgebühr in Höhe von 15 Euro bezahlt. „Alle Einnahmen gehen in eine Kasse und werden am Ende geteilt“, erzählen die drei. Sie verkaufen alles, was die Familie nicht mehr braucht: Spielzeug, Bücher, Geschirr, Kleidung. „Spielsachen gehen am besten“, sagt Katharina, „und bei den Klamotten Jeans.“ Die drei trennen sich nur von Dingen, an denen sie nicht hängen. „Meine Lieblingsbarbies gebe ich nicht her, die hebe ich auf jeden Fall auf“, sagt die 15-Jährige.

Tipp 4: Die Preise nicht zu hoch ansetzen, sonst kauft keiner

„Die Preise sollten nicht zu hoch sein“, sagt Max, „sonst kauft keiner was.“ Zu niedrig ist aber auch nicht optimal. „Dann hat man keinen Verhandlungsspielraum mehr“, erklärt Katharina. Und Handeln gehört auf dem Flohmarkt ja schließlich dazu, sagen die drei Jugendlichen.

Um 9.45 Uhr sind Anna, Katharina und Max schon recht zufrieden mit ihren Einnahmen. „Das frühe Aufstehen lohnt sich auf jeden Fall“, finden sie. „Auch wenn es manchmal richtig schwer fällt!“ Max gähnt verstohlen in seinen Pulli. Anna und Katharina schmunzeln.

Mehr zum Thema Flohmarkt findest du hier.

„Das frühe Aufstehen lohnt sich“: Junge Verkäufer am Hagen-Flohmarkt in Straubing Checkliste für den Flohmarkt

Wir haben für dich eine Checkliste mit Dingen zusammengestellt, die du brauchst, wenn du auf einem Flohmarkt verkaufen möchtest.

1.Tisch: Am besten geeignet sind Klapptische, wie ein Tapeziertisch oder ein Campingtisch, weil die gut ins Auto passen.

2.Kleiderständer: Klamotten wie Jacken, Hemden, Blusen oder Kleider kann man schöner auf einer Kleiderstange präsentieren. Aber: Kleiderbügel nicht vergessen.

3.Begleitung: Alleine ist fast alles langweilig. Auch das Verkaufen auf dem Flohmarkt. Der Gang zur Toilette wird ebenfalls schwierig. Darum nimm jemanden mit. Deine Eltern müssen aber nicht dabei sein. Mit deren Erlaubnis darfst du ohne sie auf dem Flohmarkt verkaufen.

4.Wechselgeld: Weil viele den Kaufpreis nicht immer passend haben, solltest du etwas Kleingeld zum Rausgeben mitnehmen.

5.Proviant: Mehrere Stunden ohne Getränke oder Snacks auf dem Flohmarkt können lang werden. Sehr lang. Darum ausreichend davon einpacken.

6.Standgebühr: Damit dein Wechselgeld nicht gleich weg ist, solltest du zusätzlich das Geld für die Standgebühr mitnehmen. Könnte gut sein, dass du die gleich zu Beginn bezahlen musst.

7.Tüten: Viele fragen nach Tüten, damit sie ihre Waren tragen können. Wenn du welche anbietest, ist das ein super Service.

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