Bundestrainer vor der WM Marco Sturm: "Wird sehr schwer für uns"

Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm blickt der Weltmeisterschaft entgegen. Foto: dpa

Die Silbermedaille von Pyeongchang hat der deutschen Eishockey- Nationalmannschaft einen großen Schub gegeben. Trotzdem oder gerade deswegen warnt Bundestrainer Sturm vor zu hohen Erwartungen bei der WM. Er rechnet mit Verstärkung durch NHL-Spieler.

Die Silbermedaille kann auch zur Belastung werden. Trotz der anhaltenden Olympia-Euphorie von Pyeongchang warnt Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm vor zu großen Erwartungen bei den Weltmeisterschaften vom 4. bis 20. Mai in Dänemark. "Die sind jetzt natürlich besonders groß. Es wird sehr schwer für uns, den siebten Platz zu verteidigen", sagte der Erfolgscoach am Donnerstag in Berlin. Im Vorjahr mit der Februar-Pause sei die Ruhephase vor der Heim-WM, als der Gastgeber im Viertelfinale gegen Kanada ausschied, größer gewesen.

Sturm wünscht sich als Verstärkung für sein Team, das der in der WM-Gruppe B auf Kanada, Finnland, USA, Norwegen, Lettland, Gastgeber Dänemark und Süd-Korea trifft, "so viele NHL-Spieler wir möglich", der "Kontakt mit den NHL-Jungs" sei wichtig. Anders als bei Olympia in Südkorea werden - abhängig vom Stand der Playoffs in Nordamerika, die am 11. April beginnen - zahlreiche NHL-Profis in Dänemark mit von der Partie sein.

WM im Fokus

Nach jetzigem Stand darf der Trainer auf jeden Fall mit Jungstar Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers rechnen. "Wenn Leon Lust hat und sich fit fühlt, sage ich natürlich nicht nein", meinte Sturm, der mit Äußerungen zu eigenen Abwanderungsgelüsten Richtung Nordamerika zurückhaltend blieb. "Ich habe immer gesagt, dass das ein Ziel ist, Ja. Aber momentan bin ich Bundestrainer. Erst wollen wir eine gute WM spielen, und dann schauen wir mal", erklärte Sturm, der noch bis 2022 beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) unter Vertrag steht.

Der frühere NHL-Stürmer rechnet nicht mit Problemen, wenn er dem einen oder anderen Silbermedaillengewinner klarmachen müsste, bei der WM Platz zu machen für einen NHL-Nachrücker. "Da gibt's keine Schwierigkeiten, das sind doch alles Profis", sagte der Bundestrainer in Berlin, wo der Olympia-Zweite am 21. April im Wellblechpalast in Hohenschönhausen in einem WM-Test auf Frankreich trifft. Lediglich rund 500 Stehplatzkarten gebe es noch; vor dem Spiel trainiert die Nationalmannschaft eine Woche in der Hauptstadt.

Die DEB-Auswahl startet vom 2. April an mit zwei Länderspielen gegen Russland in Sotschi in die WM-Vorbereitung. Unmittelbar vor Beginn der Titelkämpfe in Kopenhagen und Herning plant Sturm noch zwei Tests gegen die Gruppengegner: Gastgeber Dänemark und Südkorea.

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