"Wo bleibt der Aufschrei? Wo sind die christlichen Politiker?", will Sabine Jüngst an diesem Freitagmorgen im Kolpinghaus Cham wissen. Sie ist sichtlich erregt. Der Grund: Ihre Schützlinge sind in Gefahr. Am Tisch sitzen neun jugendliche Flüchtlinge. Acht von ihnen droht per Ablehnungsbescheid die Abschiebung. "Eine Ohrfeige für alle Ehrenamtlichen", sei das, wettern die Berufsschullehrer und Flüchtlingshelfer unisono.

Dabei hatten sie alle soviel Hoffnung. "Eigentlich haben wir ein gutes Asylrecht", sagt Thomas Grabowski, pädagogischer Mitarbeiter und Erziehungsbeistand beim Kolping-Bildungswerk. "Aber, das was jetzt passiert, ist eine politische Laune", vermutet er. Es sei nunmal Wahlkampf und da will sich die regierende Partei von Mitte rechts nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Es geht um die Innere Sicherheit. Um publikumswirksam Stärke zu demonstrieren, setzt man in Bayern rigoros aufs Abschieben. Die Konsequenzen daraus tragen diejenigen, die jetzt mit Tränen in den Augen um den Tisch sitzen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 20. Mai 2017.