Bogen Franzosen drehen krumme Dinger

Landfahrer aus Frankreich haben die Polizei im niederbayerischen Bogen 24 Stunden lang auf Trab gehalten. (Symbolbild) Foto: dpa

Landfahrer aus Frankreich haben seit Mittwoch die Polizei in Bogen gehörig auf Trab gehalten. Innerhalb von 24 Stunden stifteten sie so einiges an Unruhe im näheren Umkreis der Rautenstadt. Jetzt der Ärger groß, doch die Landfahrer sind spurlos verschwunden.

Ab Mittwoch wollte das fahrende Volk aus Frankreich Halt in Bogen machen. Stadt und Polizei überprüften ordnungsgemäß den Bestand der etwa zehn Gespanne und klärten die Übernachtungsmodalitäten. So weit, so gut. Doch schon am nächsten Tag ging der Ärger los. Mehrere Mitteilungen über verdächtige Wahrnehmungen in der Gegend um Hunderdorf gingen bei der Polizei ein. Dort stifteten einige der Landfahrer erste Unruhe. Entsprechende Verdachtsmomente konnten im Rahmen einer Polizeikontrolle nicht vollends ausgeräumt werden.

Zeitgleich stellte ein Mann aus dem Gemeindebereich Steinach am Donnerstagmittag Anzeige bei der Polizeiinspektion in Bogen. Denn auch er hatte ungebetenen Besuch bekommen. Am Vortag hatte einer der Franzosen in seinem Betrieb bei Steinach vorbeigeschaut und spottbillige Angebote für Schleif- und Härtearbeiten an Werkzeugen gemacht. Der daraus resultierende Auftrag wurde per Handschlag besiegelt. Am Donnerstagvormittag präsentierte der Landfahrer dann das Ergebnis seiner Arbeiten in dem Betrieb. Und nicht nur das. Er legte der Dame im Lohnbüro, die fataler Weise nicht eingeweiht war, eine Rechnung von mehreren hundert Euro vor und erhielt den Betrag in bar. Vereinbart waren aber ursprünglich nur knapp einhundert Euro gewesen. Doch damit nicht genug: die Qualität der von ihm ausgeführten "Arbeit" war völlig mangelhaft. "Die Eisen waren genauso weich wie vorher", berichtet ein Polizeisprecher. Auf gut deutsch: Der Betrieb war dem Franzosen gehörig auf den Leim gegangen. Letzterer war wohl selbst überrascht, dass er derart leichtes Spiel hatte. Doch auch er wollte sein Glück wohl nicht überstrapazieren und machte sich nach Zeugenangaben "in seinem dicken BMW mit Vollkaracho vom Firmenhof", direkt nachdem er das Geld erhalten hatte.

Jetzt ist Katzenjammer angesagt. Für die Polizei wenig überraschend ergaben Befragungen in Reihen der Landfahrer nicht das Geringste. "Sie machten ihren ominösen 'Onkel vom Mars', dessen Telefonnummer natürlich keiner kannte, dafür verantwortlich - und der war über alle Berge", heißt es von Seiten der Polizei. Und siehe da: nach der Befragung hatten es die Landfahrer plötzlich auch sehr eilig und begaben sich womöglich auf die Suche nach ihrem "Onkel vom Mars". Und das, obwohl man doch ursprünglich vorhatte, länger im schönen Bogen zu verweilen. 

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