Berufsportrait Nicht nur gut aussehen: So läuft eine Ausbildung zum Bauzeichner ab

Lukas entwirft mit Maus und Tastatur unter anderem Teile von Gebäuden. Foto: Florian Wende

In seinem Beruf sitzt Lukas Hahn viel vor dem Computer. Der 20-Jährige aus Kirchroth im Landkreis Straubing-Bogen macht eine Ausbildung zum Bauzeichner und entwirft mit Maus und Tastatur unter anderem Teile von Gebäuden. Doch sein Beruf ist alles andere als nur ein Bürojob.

Angefangen hat alles mit einem Praktikum in der neunten Klasse. Lukas schnupperte eine Woche bei einem kleinen Architekturbüro in den Beruf. Es gefiel ihm auf Anhieb. „Ich durfte da erste kleine Sachen entwerfen und war auch mal auf einer Baustelle dabei“, blickt der 20-Jährige zurück. Knapp vier Jahre später ist Lukas im dritten Lehrjahr und hat seine Ausbildung zum Bauzeichner im Fachbereich Hochbau/Architektur bei der Firma „hiw architekten gmbh“ aus Straubing fast abgeschlossen.

Bei der Ausbildung zum Bauzeichner können sich Azubis je nach Firma zwischen drei Bereichen entscheiden: Tiefbau, Ingenieurbau und Hochbau/Architektur. „Beim Tiefbau geht es hauptsächlich um Straßen, beim Ingenieurbau um anspruchsvolle Bauten wie zum Beispiel Brücken. Hochbau/Architektur ist der Hauptbereich. Ich beschäftige mich hier mit Wohnhäusern, Fabrikhallen oder Bürogebäuden“, erklärt Lukas.

Auch wenn im Begriff Bauzeichner „zeichnen“ drinsteckt, ist es mehr als nur das. Neben dem Entwerfen und Zeichnen am Computer stehen viele andere Aufgaben an. „Ich betreue zum Beispiel das Zeitmanagement eines Bauprojekts“, sagt Lukas. „Wir sind die Kontaktperson zwischen den Baufirmen und dem Bauherrn.“

Bauzeichner kommen auch in Kontakt mit dem Auftraggeber. In Gesprächen versuchen sie die Wünsche bestmöglich umzusetzen. Das Ziel eines jeden Projekts formuliert Lukas so: „Ich möchte etwas erschaffen, mit dem sowohl der Bauherr als auch ich zufrieden sind.“ Das Gebäude soll nicht nur gut aussehen. Es soll auch seinen Zweck erfüllen und über Jahre ohne Probleme bestehen.

Unterricht von unten nach oben

Neben der Arbeit im Büro hat Lukas Unterricht in der Berufsschule. Dabei läuft der Unterricht wie der Bau eines Hauses ab: von unten nach oben, vom Fundament bis zum Dach. „Im ersten Lehrjahr haben wir uns mit dem Plan einer Gründung, eines Kellergeschosses und einer Decke beschäftigt“, blickt Lukas zurück. Eine Gründung ist der erste Schritt beim Bau eines neuen Gebäudes. Dabei wird genau festgelegt, wo das Gebäude steht und wie es später aussehen wird. In den weiteren Lehrjahren geht es dann zum Beispiel darum, wie eine Außenwand beschaffen sein soll und welche Formen von Dächern es gibt.

In der Berufsschule lernen die Azubis auch den Umgang mit dem Computer-Programm, mit dem sie später im Betrieb Bauteile zeichnen. Teil der Ausbildung zum Bauzeichner ist auch ein sechswöchiges Praktikum auf einer Baustelle. „Hier bekommt man einen super Einblick, wie die Abläufe sind.“ Dabei arbeiten die angehenden Bauzeichner mit und begleiten zum Beispiel eine Maurerfirma bei ihrer Arbeit.

Am besten gefällt Lukas als angehender Bauzeichner, wenn er bei einem Bauprojekt vom Anfang dabei ist und es komplett begleitet. Das war bei ihm beim Bau eines neuen Bürogebäudes der Firma Max Frank GmbH & Co. KG in Leiblfing der Fall. Los ging es im Oktober 2013, fertiggestellt wurde es im vergangenen Jahr. „Ich durfte dabei kleinere Teile zeichnen und war auch selbst vor Ort auf der Baustelle“, sagt Lukas. „Wenn das Gebäude fertig ist, ist man stolz darauf, dass man dabei war und es den Leuten gefällt.“

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