Berufsportrait Offen auf Menschen zugehen

das, was der Auszubildenden am meisten Spaß macht. „Schüchtern darf man in diesem Beruf nicht sein. Man muss offen auf Menschen zugehen können und sich schnell auf unterschiedliche Typen einstellen“, weiß sie. Schließlich kann es sein, dass erst ein Rentnerehepaar vor einem sitzt, das gerne drei Wochen einen ruhigen Urlaub irgendwo in der Sonne verbringen möchte, und wenig später ein junger Single, der Action, Spaß und Sport in einem vereint haben möchte. „Außerdem ist es wichtig, gut zuzuhören, was die Kunden wirklich wollen, damit diese genau das angeboten bekommen, wonach sie suchen und später nicht enttäuscht sind.“ Ein Faible für Erdkunde ist dabei auch nicht verkehrt, schließlich sollte man die geographischen und klimatischen Gegebenheiten der beliebtesten Länder gut kennen und den Kunden ein konkretes Bild von den Urlaubsorten vermitteln können.

Im ersten Lehrjahr geht es für die Auszubildende vor allem darum, sich in die Nah- und Mittelziele einzuarbeiten. „Städtereisen wie zum Beispiel nach Berlin, Hamburg oder auch London darf ich schon verkaufen. Auch eine Kreuzfahrt und Pauschalreisen in Mittelmeergebiete waren mit Unterstützung der Kollegen schon dabei“, zählt sie auf.

Reisebüros sind nämlich auch in Zeiten von Online-Urlaubsbuchungen nach wie vor gefragt. Das bestätigt auch Daniela Maierhofer, Elenas Lehrerin an der Kaufmännischen Berufsschule II in Straubing: „Viele Menschen informieren und recherchieren zwar im Internet, buchen aber am Ende doch im Reisebüro“, erklärt sie. Ganz nach dem Motto: „Online suchen, offline buchen.“ Besonders bei komplexeren Reisen, die über eine einfache Flug- und Hotelbuchung hinausgehen, würden die Kunden das direkte Gespräch mit dem Reiseexperten suchen. „Bei Fernreisen wollen viele einen direkten Ansprechpartner und setzen auf die Sicherheit der Reisebüros. Auch preislich brauchen wir uns hier nicht zu verstecken“, kann auch Elena bestätigen.

In der momentanen politischen Lage sind außerdem viele Kunden unsicher, wo man überhaupt noch hinreisen kann. „Vor Zielen in Ägypten, der Türkei oder Tunesien schrecken viele momentan zurück, dafür boomt Spanien“, sagen Elena und ihre Lehrerin übereinstimmen. „Das spiegelt sich aber auch in den Preisen wieder“, verraten sie schmunzelnd.

Duale Ausbildung

Die Ausbildung zum Tourismus-kaufmann/-frau ist eine duale Ausbildung über drei Jahre. Der Unterricht an der Mathias-von-Flurl-Schule in Straubing erfolgt im Blockunterricht. „Im ersten und zweiten Lehrjahr haben wir insgesamt zwölf Wochen Unterricht, davon meist zwei Wochen am Stück und dann wieder Arbeit im Ausbildungsbetrieb“, erklärt Elena. Im dritten Lehrjahr sind es dann neun Blockwochen. Fachkunde über die wichtigsten Zielgebiete, Verkaufsgespräche führen, Gesetzeskunde und dergleichen stehen dabei im Mittelpunkt des Unterrichts.

Viele Möglichkeiten

Und auch nach der Ausbildung stehen Tourismuskaufleuten zahlreiche Möglichkeiten offen. „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, noch eine Ausbildung zum Tourismusfachwirt dranzuhängen oder auch einmal eine Zeit selbst im Ausland zu arbeiten, als Reiseführer zum Beispiel“, überlegt Elena. Bis es aber so weit ist, will die 16-Jährige ihre Ausbildung erst einmal bestmöglich abschließen und wann immer es geht auch selber reisen. „Während der Ausbildung dürfen wir vom Unternehmen aus auf eine Inforeise innerhalb Europas gehen. Auch mit der Berufsschule stehen zwei Reisetrips auf dem Plan“, freut sie sich. Und ihren eigenen Urlaub verbringt die 16-Jährige natürlich auch nicht daheim, sondern fliegt jetzt erst einmal mit ihrer Mutter in die Vereinigten Arabischen Emirate – in erster Linie zum Erholen, aber natürlich auch zur Weiterbildung.

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