Bayernslam 2017 Rebecca Fisch vertrat den Straubinger Poetry Slam „Freischnauze“ beim Bayernslam

Rebecca Fisch aus Bogen im Landkreis Straubing-Bogen trat für den Freischnauze-Slam am vergangenen Wochenende beim Bayernslam in München an. Foto: Tobias Heyel

Sie ist eine der 16 besten Slammerinnen und Slammer Bayerns: Rebecca Fisch vertrat den Straubinger Poetry Slam „Freischnauze“ beim Bayernslam in München. Für das U20-Finale und den Kampf um den Titel „Bayerische U20-Meisterin im Poetry Slam“ hat es nicht gereicht, sie nimmt aber viele Freundschaften und schöne Erinnerungen mit nach Hause.

Rebecca ist müde, als sie am vergangenen Sonntag im Zug auf dem Weg nach Hause sitzt. Das Wochenende war anstrengend: viele Dichterwettstreits in wenigen Tagen und wenig Schlaf, weil nach den Slams am Abend der Sieg der Meister gefeiert wurde. Zwei Stunden dauert die Fahrt von München nach Bogen im Landkreis Straubing-Bogen. Während Gebäude, Bäume und Sträucher am Zugfenster vorbei eilen, blickt die 18-Jährige auf das Wochenende zurück.

Die Schülerin, die in diesem Jahr Abitur macht, vertrat den Poetry Slam „Freischnauze“ vom Jugendzentrum Straubing und Freistunde beim Bayernslam in München. Neben 15 anderen U20-Poeten ging sie an den Start. Aus jeweils acht in zwei Halbfinals kamen die vier besten ins U20-Finale. Für Rebecca hat es leider nicht gereicht. Die 18-Jährige ist aber keinesfalls enttäuscht: „Ich bin ohne Erwartungen nach München gefahren, schade ist nur, dass ich in der Woche vorher extra noch einen Text für den Bayernslam geschrieben habe und ihn nicht vortragen konnte“, erzählt Rebecca.

Slammer parodiert

Auch wenn Rebecca somit schon ab Freitagnachmittag nicht mehr auf die Bühne musste, hat sie sich alle Slams angeschaut: das U20-Finale am Freitagabend, die Ü20-Halbfinals und – klar – das Ü20-Finale am Samstagabend. „Ich habe so viele tolle Texte gehört. Wenn mich jemand fragen würde, welche ich noch am besten in Erinnerung habe, könnte ich gar nicht mit dem Aufzählen aufhören.“ Besonders lustig fand sie zum Beispiel den Auftritt von Raphael Breuer im Ü20-Finale: „Er hat in seinem Text den Unterschied zwischen Kabarettist, Stand-up-Comedian und Slammer erklärt und alle drei Gruppen parodiert – vor allem die dritte. Da hat er sogar Poeten aus dem Finale nachgemacht“, erinnert sie sich. Auch nachdenkliche Texte sind ihr in Erinnerung geblieben: „Da vor allem der Text von Flo Langbein über ein altes Ehepaar, das zusammen Schach spielt.“ Für sie hier besonders: „Ich konnte die Menschen hinter den Texten kennenlernen.“ Und noch dazu einige Poetry-Slam-Größen wie Kaleb Erdmann, Fee oder Dominik Erhard.

Regensburgerin gewinnt

Den Bayernslam im Bereich U20 hat Elena Hammerschmid für Regensburg gewonnen. Rebecca fand ihren Text namens „Exit“ in der Vorrunde sehr stark. „Sie punktet mit ihrer witziger Art, kritische Themen zu behandeln. Außerdem hat sie eine wahnsinnig ausdrucksstarke Mimik und Gestik“, sagt Rebecca. Im Ü20-Bereich hat sich Alex Burkhard den Titel geholt.

Kurz vor Bogen spricht Rebecca darüber, ob nach dem Slam vor dem Slam ist. Ganz klar: Ja. „Ich bin schon länger und jetzt erst recht so richtig motiviert, bei Poetry Slams aufzutreten. Im Mai trete ich wahrscheinlich bei einem Slam in Berlin auf. Das größte Problem ist aber die Zeit.“ Von der hat die 18-Jährige nicht so viel, dass sie all ihren Hobbys – dazu zählen auch noch Fotografieren und Schauspielern – gerecht werden kann. Außerdem stehen in einigen Wochen die Abiturprüfungen an und danach geht sie für ein Jahr nach Bosnien und macht dort einen Freiwilligendienst. Deswegen war der Auftritt beim Bayernslam erst Rebeccas dritter. Dafür aber gleich ein richtig wichtiger, nachdem sie sich eine der 16 besten Slammerinnen und Slammer Bayerns nennen darf.

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