Im unterfränkischen Haßberge hat ein junger Afghane wegen der umstrittenen Sammelabschiebung in der vergangenen Woche Kirchenasyl gefunden - die Pfarrerin dort fordert nun eine bundesweite Initiative.

"Das ist so hart, was den Afghanen jetzt passiert, dass überall (in Deutschland) Gruppen sie schützen", erläuterte Doris Otminghaus am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings seien die Unterstützer der von Abschiebung bedrohten Afghanen untereinander noch nicht ausreichend vernetzt. Das müsse jetzt erfolgen, um politisch Druck ausüben zu können. "Das beste, was kommen kann, ist eine Gegenbewegung für diese spezielle Personengruppe."

Der Afghane, der im evangelischen Kirchenasyl in Haßberge untergekommen ist, lebt bereits seit sechs Jahren in Deutschland. Der 22-Jährige hätte nach Angaben von Otminghaus am vergangenen Mittwoch eigentlich abgeschoben werden sollen - im Rahmen der ersten Sammelabschiebung von Deutschland aus in Richtung Kabul. In dem Charterflug saßen 34 abgelehnte afghanische Asylbewerber, davon kamen acht aus Bayern. Für den in Haßberge untergekommenen jungen Mann hat sein Arbeitgeber nach Angaben der Pfarrerin eine Petition beim Landtag eingereicht.