Auslandsblog Eintrag 2: Auf Umwegen zum Auslandsglück - 18. Februar 2017

Vor mir stand ein Jahr, in dem ich Erfahrungen sammeln würde, eine neue Sprache lernen und ich eine der größten Entscheidungen meines Lebens treffen würde: Was will ich studieren?

Ich erhoffte mir ein Jahr voller Spaß und Spiel mit Kindern. Dabei hatte ich mich entschieden, keine Familie mit sehr kleinen Kindern zu nehmen, denn ich persönlich arbeite lieber mit etwas größeren Kindern, die neugierig sind, alles wissen wollen und mit denen man schon anspruchsvollere Spiele spielen kann. Da ich sehr gerne koche und Vegetarierin bin, würde es außerdem leichter sein, wenn ich koche.

Anfangs alles perfekt

Ich hatte also eine Familie mit drei Kindern gefunden: zwei Mädchen, acht und zehn Jahre alt, und ein Junge mit zwölf Jahren. Sie machten auf mich einen guten Eindruck und auch das vorige Au-pair war sehr nett. Im Juni 2016 besuchte ich die Familie schon einmal für ein Wochenende, verbrachte allerdings mehr Zeit mit dem Au-pair als mit der Familie. Deshalb sagte mir mein Gefühl schon vor meiner Abreise im August auf einmal, dass ich noch nicht bereit dazu wäre und nichts lieber wollen würde, als zuhause zu bleiben.

Doch der Abschied von Zuhause kam und ich stieg in den Flieger. Mein neues Leben würde also beginnen. Ich hatte das Glück, schon ein anderes Au-pair zu kennen, das ganz bei mir in der Nähe wohnen würde. Sie würde meine beste Freundin hier werden, mit der ich auch zusammen studieren will. Alles perfekt!

Die ersten Tage waren die aufregensden meines bisherigen Au-pair-Jahres. Ich kannte mich zunächst noch gar nicht aus und meine Freundin und ich verbrachten die Vormittage, an denen die Kinder in der Schule waren, und die Abende damit, Den Haag kennenzulernen. Ich musste jedoch auch die komplette Wäsche meiner Familie machen, was sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Das an sich ist ja nicht schlimm, nur die Art und Weise, wie mich meine Gastmutter behandelte, fand ich äußerst schlimm: Egal wie und was ich machte, es passte nicht und immer hatte sie etwas auszusetzen. Ich durfte auch keine Freundinnen mitbringen und die Wochenenden sollte ich woanders verbringen. Beim Essen wurde am Wochenende nämlich nicht für mich mitgeplant. Ich kam mir auf Dauer vor wie die Haushaltshilfe.

Nach zwei Wochen wusste ich: Das kann so nicht weiter gehen. Hier möchte ich nicht für ein Jahr bleiben. Zumal ich von meiner Freundin wusste, dass es auch anders geht. Zusammen mit meinen Eltern entschied ich, dass ich die Familie wechseln und eine bessere finden muss.

Wie gut, dass ich das enorme Glück hatte, dass ein Au-pair, das ich dort kennengelernt hatte, totales Heimweh bekam und mich anschrieb, ob ich mir nicht ihre Familie ansehen möchte. Allerdings handelte es sich um keine holländische, sondern eine deutsche Familie, die aber schon seit sechzehn Jahren in Holland wohnt und deren Kinder auch hier geboren sind.

Niemals aufgeben

Ich besuchte die Familie und war sofort von dem Haus und der offenen Art meiner Gastmutter begeistert. Und so kam ich über kleine Umwege zu meiner jetzigen Gastfamilie, die ich um keine Preis tauschen möchte. Nun habe ich genau das, wovon ich geträumt habe: Ein Jahr voller Spaß mit meinen Gastkindern, einem siebenjährigen Jungen und einem zwölfjährigen Mädchen. Nebenbei habe ich mich in dieses kleine, aber doch sehr offene und freundliche Land verliebt. Daher ist meine Devise: Niemals aufgeben, dann findet man schon das Richtige für sich selbst!

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