Ich wollte schon immer nach der Schule ins Ausland. Nach zwölf Jahren Schule und dem finalen Abiturstress wusste ich schon lange vorher, dass ich danach keine große Motivation haben werde, mich sofort wieder mit vollem Eifer ins Studium zu stürzen. Ich wollte erst einmal etwas Pause machen und dabei ein anderes Land kennenlernen. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten, diesen Wunsch umzusetzen wie etwa Work and Travel oder einen Freiwilligendienst im Ausland. Aber da man für so etwas meistens das Geld mitbringen muss und der Unterhalt zumindest bei Work and Travel keineswegs gesichert ist, entschied ich mich für ein Jahr voller Spaß, Action und mit Kindern. So wurde ich also Au-pair.

Ich kann jedem diese Erfahrung sehr empfehlen, vor allem, wenn man sich noch nicht sicher mit seiner Studienwahl ist. Man hat so ein Jahr mehr Zeit, um Universitäten zu besuchen, Bewerbungen zu schreiben und sich Gedanken zu machen, in welche Richtung es gehen soll. Dies habe ich auch getan und meinen perfekten Studiengang hier in Holland endlich gefunden. Doch wieso die Niederlande? Kurzum: Ich wollte in Europa bleiben, hatte aber nur Englisch und Latein in der Schule und somit fielen Frankreich oder Spanien weg.

Als ich so auf den verschiedensten Au-pair-Seiten im Internet recherchierte, stieß ich auf alle möglichen Länder wie etwa Island oder auch Italien. Doch dass meine Aufmerksamkeit ausgerechnet auf Holland fiel, lag daran, dass man bei allen anderen Ländern als Voraussetzung einen Führerschein haben sollte, jedoch für Holland sollte man nur Fahrrad fahren können. Dies fand ich so witzig, dass ich mich ausführlicher mit diesem Land beschäftigte.

Man muss zum einen nur die Anmeldegebühr für die Au-pair-Organisation zahlen, die Vermittlungsgebühr von rund 200 Euro übernimmt die holländische Regierung, um dies zu unterstützen. Zum anderen würde ich die Möglichkeit haben, in einem Jahr eine neue Sprache zu lernen. Denn da Holländisch dem Deutschen sehr ähnlich ist, ist es möglich innerhalb eines Jahres sogar das Level B2 zu erreichen. Zum Vergleich: Belegt man Französisch bis einschließlich in die zwölfte Klasse im Gymnasium, so erhält man Level B2. Zudem wusste ich bisher nur sehr wenig über dieses Land, das jedoch Deutschlands wichtigster Handelspartner nach Frankreich ist. Ich wollte also mehr darüber lernen.

Da ich mich außerdem sehr für den Umweltschutz interessiere, wollte ich mich in Holland mal nach den Universitäten umsehen, die ja auch einen sehr guten Ruf genießen. Rund ein Viertel der Landesoberfläche liegt unter dem Meeresspiegel, daher kann sich kein Holländer vom Klimawandel und der damit verbundenen Landesüberflutung nicht bedroht fühlen. Es kann also keine Klimawandelleugner geben. So entschied ich mich also für die Niederlande und sollte es auch nicht bereuen.