Auslandsblog Eintrag 2: Time to say Goodbye - 29. Juli 2016

Der große Abschied - oder auch, hallo neuer Lebensabschnitt. Diesem Zeitpunkt kann man viele Namen geben, denn es ist von allem ein kleines bisschen.

Letztes Vorbereitungsseminar, letzter Abiball, letzte Arbeitstage im Nebenjob, letzte Treffen mit Freunden und der Familie, letzte Einkäufe, letztes Koffer packen - Ich habe meine letzten Arbeitstage in meinem Nebenjob in einem italienischen Eiscafé mit brasilianischer und italienischer Besetzung verbracht und mich verabschiedet. Es fühlt sich komisch an zu wissen, dass ich jetzt nicht mehr jedes Mal zum Feierabend hin einen kostenlosen Eisbecher genießen kann und mit lustigen italienischen Floskeln um mich werfen kann, während mir zugelacht wird. Amore mio, ich sag euch, das war ein schönes Erlebnis.

Außerdem durften die Treffen mit Freunden und der Familie natürlich auch nicht zu kurz kommen, da ich weiß, dass ich viele davon nun ein ganzes Jahr nicht so einfach besuchen kann und manche nach diesem Jahr nicht mehr so schnell wiedersehen werde. Denn viele werden älter, studieren oder ziehen um. Wenn ich gefragt werde, wie weit Neuseeland gedanklich noch von mir entfernt liegt, antworte ich mit: „Ich bin noch nicht angekommen.“ Ich denke, das braucht seine Zeit. Einerseits würde ich am liebsten los und sofort dort sein und beginnen, andererseits genieße ich auch noch die letzte Ruhe vor dem Sturm mit meinem Leben in Landshut und allen, die daran teilhaben.

Ein guter Freund gab mir einen tollen Tipp, nachdem ich ihm von meinem Vorhaben in Neuseeland erzählt habe. Lass dich nicht stressen, meinte er zu mir. Und so plausibel wie das klingt, steckt dahinter wahrscheinlich mehr Wahrheit, als man zu Beginn glauben mag. Die deutsche Mentalität, die ich auch von mir selbst kennen gelernt habe, will gerne alles perfekt machen und das Beste geben. Das kann teilweise auch anstrengend sein. Da hilft nur, durchatmen und sich nicht stressen lassen. Die Augen offen halten, beobachten und dazulernen. Wir können nicht alles sofort perfekt machen, auch wenn wir das manchmal gerne so täten. Manchmal passieren aus kleinen Fehlern viele größere und schönere Dinge.

Ich versuche mich, so gut es geht auf dieses Jahr vorzubereiten und hoffe eigentlich, nichts in meinem Koffer zu vergessen. Ich packe meinen Koffer und nehme mit… - Für ein ganzes Jahr zu packen ist schwieriger, als ich zu Beginn gedacht habe, denn man kann nicht einfach so schnell zurückfliegen, wenn man etwas vergessen hat. Andererseits muss ich mir auch ins Gedächtnis rufen, dass man sich nie perfekt auf so ein Abenteuer vorbereiten kann. Und wenn ich etwas vergesse, ist das auch nicht schlimm, denn beispielsweise Wollsocken kann ich mir auch in Neuseeland kaufen. Dort gibt es ja auch eine Zivilisation. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und wenn doch, gibt es immer noch das "World Wide Web".

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