Auslandsblog Eintrag 7: Art, Dolphins and the Dreamland - 03. November 2016

Art, Dolphins and the Dreamland

Da am Montag ein Feiertag ist, verbringe ich das verlängerte Wochenende in Akaroa, einer Stadt in einer Bucht, die früher von Franzosen besiedelt wurde. Man findet dort viele süße, kleine Shops an fast jeder Ecke, die berühmt berüchtigten britischen „Fish 'n' Chips“-Läden sowie einige Kunstwerke und historische Gebäude. Eines der für mich schönsten Kunstwerke in Akaroa ist das „Giants' House“, welches ich am darauffolgenden Tag unbedingt besichtigen will. Das Giants' House heißt deshalb so, da ein kleines Mädchen vom Tal zum Giants' House auf einem Hügel hinauf blickte. Es meinte, das Haus sei so groß, dass es das Haus eines Riesens sein müsse.

Darin lebt heute die erfolgreiche Künstlerin Josie Martin, welche seit vielen Jahren zahlreiche Kunstworkshops leitet und schon viele Preise gewonnen hat. Sie treibt sich gerne in Italien, Amerika, Frankreich, Spanien, der Türkei, Indien und China herum und hat trotz ihrer zahlreichen Erfolge nie den Boden unter den Füßen verloren. Josie liebt bunte Farben, was man allein schon an ihrer Vielfalt von Farben in ihrem Outfit erkennt. Außerdem bleibt sie einem mit ihren blau gefärbten Haaren und der lebensfrohen Einstellung im Gedächtnis.

Josie Martin, die begabte Künstlerin und Gärtnerin, fand damals chinesische Scherben beim Einzug in ihrem Garten und kam auf die Idee, atemberaubende und bunte Skulpturen aus Mosaik zu gestalten und dadurch etwas Neues zu schaffen, anstatt diese Scherben einfach zu entsorgen. Aus dieser großartigen Idee entstand der heutige künstlerische Garten. Darin finden sich verschiedene verspielte Details sowie ein selbst gestalteten Klavier, aus dem französische Lieder erklingen. Falls ihr die Möglichkeit habt, diese Attraktion einmal besichtigen zu können, würde ich euch das auf jeden Fall ans Herz legen.

Ein weiteres Erlebnis ist und bleibt für mich in Akaroa das Schwimmen mit Hector-Delphinen, einer sehr kleinen und sehr gefährdeten Delphinart. Da ich generell etwas Respekt vor größeren Fischen habe, ist es für mich ein kleines Abenteuer, runter vom Jetboot und mit dem Wetsuit in das Wasser zu hüpfen. Zu Beginn habe ich noch etwas Angst und fühlte mich schutzlos. Doch nach ein paar Minuten voller Zweifel im Wasser, ob ich wirklich das Richtige tue, und der Angst, einem Orka zu begegnen, der vor ein paar Tagen in Akaroa gesichtet wurde, legen sich meine Sorgen und ich beginne, mich langsam etwas zu entspannen. Die Delphine sind bei beiden Stopps, die wir machen, jeweils nur ein bis zwei Meter weit von uns entfernt, kommen jedoch nicht näher, da sie, wie sich herausstellt, auf Futtersuche sind.

Dennoch ist es für mich eine große Überwindung und eine großartige Erfahrung und ich bin froh, sie zu machen. Delphine fressen wohl so viel, als würden wir jede Stunde einen Burger essen, was die Wahrscheinlichkeit natürlich kleiner macht, mit ihnen zu spielen. Ich würde auch lieber bevorzugen, etwas zu essen anstatt zu spielen, wenn ich so oft Hunger hätte.

Dafür begleiten die Delphine uns aber ein Stück neben dem Jetboot, springen in die Höhe, atmen und spritzen Wasser, was eines der schönsten Dinge ist, die ich je gesehen habe. Außerdem kann ich im Wasser einen kleinen Babydelphin beobachten, der neben seiner Mutter her schwimmt sowie Robben und Pinguine, die sich im Wasser vergnügen. Auf dem Weg zurück gibt es im Boot dann eine heiße Schokolade, was während eines hohen Wellengangs eine kleine Herausforderung darstellt, diese zu trinken anstatt sie aus Versehen auf dem Boden zu verschütten. Wieder auf dem Festland angekommen, heißt es dann erst einmal raus aus dem Wetsuit, rein in die heiße Dusche und anschließend ab in den nächsten „Fish 'n' Chips“-Shop. Wobei ich als Vegetarier hier natürlich eher die Chips bevorzuge.

Nach diesem erlebnisreichen Wochenende ruft einen aber dann auch wieder die Arbeit und man freut sich schon, alle bekannten Gesichter wiederzutreffen. Doch auf dem Weg zurück nach Christchurch, ist es auf jeden Fall ein absolutes Muss, erst noch den Weg über die Summer Road zu nehmen. Zwischen Bergen und Wolken habe ich das Gefühl, durch ein verwunschenes Traumland voller Freiheit zu fahren und genieße den Roadtrip in vollen Zügen.

Die Natur kann so schön sein. Wir sollten wirklich auf sie acht geben und sie schützen.

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