Auslandsblog Eintrag 11: Weihnachten und Silvester bei Hitze und Sonnenschein - 17. Januar 2017

Des Öfteren werde ich gefragt, wie ich denn Weihnachten und das neue Jahr feiere - hier in Neuseeland, also auf der anderen Seite der Erdkugel und damit ganz schön weit von meiner Familie und Freunden aus Deutschland. In Neuseeland, einem Land, in dem wir auf der „falschen“ Seite der Straße fahren und an Weihnachten Hochsommer ist.

Im Prinzip ist das ganz einfach. Ich darf nur manchmal eben ein bisschen umdenken und mich von meinen Gewohnheiten nicht zu sehr beeinflussen lassen. Und das ist auch gut so. Warum nicht mal was Neues ausprobieren? Wobei ich damit natürlich nicht sagen möchte, dass Gewohnheiten immer etwas Schlechtes sind. Gewohnheiten sind sehr interessant und bringen mich des Öfteren zum Lächeln. Sie stellen sie mir ein Bein, helfen mir aber auch auf. Ich lerne, Gewohntes mit dem Neuen und Unbekannten verknüpfen zu können, und ich muss sagen, es gefällt mir!

Doch wie genau feiere ich jetzt Weihnachten?

24. Dezember in Landshut (Deutschland):

Ich bin daran gewöhnt, am heiligen Morgen im Pfarramt, mit dem Chor der Christuskirche in Landshut bei Kaffee und Schoko-Croissant zusammenzusitzen und noch einmal die Lieder durchzugehen. Anschließend fahren wir zusammen zu zwei Seniorenwohnheimen, wo wir zusammen mit unserem Pfarrer, unserem Chorleiter und guten Freunden einen Gottesdienst feiern und ihn musikalisch unterstützen dürfen. Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue auf meine Senioren, die glücklichen Gesichter und ihre Unterstützung bei den Liedern. Das ist eines der größten Geschenke für mich an Weihnachten. Anschließend dekoriert meine Familie den Weihnachtsbaum und wir machen einen großen Weihnachtsspaziergang um einen See. Wieder zuhause gibt es Mittagessen, verpacken unsere Geschenke und bereiten uns auf den Heiligen Abend vor. Am Abend gibt es dann ein riesiges, superleckeres Essen mit der Familie, wir hören Musik, essen Plätzchen und es gibt Bescherung. Den späten Abend verbringen wir dann bei einem Weihnachtsgottesdienst in der Kirche. Die Weihnachtszeit ist für mich eine Familienzeit.

24. Dezember in Neuseeland

Am 24. Dezember 2016 wache ich um neun Uhr morgens im Zelt am Gillespeech Beach auf und packe alles so schnell wie möglich zusammen, da mich die Sandflys attackieren und ich wohl das einzige übriggebliebene Futter für sie bin. Jeder andere war nämlich schlau genug, so früh wie möglich aufzustehen und ihnen so zu entkommen. Neun Uhr morgens seh’ ich jetzt zwar nicht als sehr spät an, jedoch trotzdem spät genug, um die letzte auf diesem wunderschönen Zeltplatz zu sein. Somit düse ich mit meiner Reisekumpanin zum ersten Tagesziel - Lake Matheson/Spiegelsee - wo wir meinen alljährlichen großen Weihnachtsspaziergang um einen See durchführen.

Ich genieße das klare Wasser, die Natur und natürlich das extrem laute Vogelgezwitscher. Nach einem wunderschönen Spaziergang, fahren wir mit dem Auto weiter nach Hasst und widmen uns dort einem Picknick am Strand. Einige Neuseeländer erklärten mir, dass sie ihr Weihnachten mit einem Picknick oder BBQ am Strand verbringen, nachdem ich mir Weihnachten ohne die Kälte und den Schnee zu Beginn nicht so ganz vorstellen konnte. Aber das liegt nur daran, dass ich das nicht gewohnt bin, denn möglich ist natürlich alles. Ich bin jetzt in Neuseeland, und damit gehört für mich an Weihnachten jetzt auch ein Picknick dazu. Und das gefällt mir!

Ich übernachte in Makaroa, um am nächsten Morgen gleich in der Früh nach Wanaka aufbrechen zu können, um am 25. Dezember 2016 in der Früh (Obacht: Zeitverschiebung!), also in Deutschland am 24. Dezember 2016 abends, über das WIFI der Stadt Weihnachtsgrüße zu verschicken und Zeit mit der Familie verbringen zu können. Weihnachtszeit ist Familienzeit und per Videoanruf klappt das super. Ein Hoch auf die Technik!

Da in Neuseeland eigentlich erst am 25. Dezember Weihnachten gefeiert wird, beschließe ich, das Ganze einfach zwei Tage lang zu zelebrieren. Und so lasse ich es mir nach den Videoanrufen in einer Bäckerei bei Kaffee und Kuchen gut gehen. Anschließend geht es natürlich mal wieder zum Strand, um alle Sonnenstrahlen einzufangen und ich springe in den See in Wanaka. Ich kann bei Gitarre und Gesang von einer Gruppe nebenan gut entspannen und träume durch den Tag. Am Abend erreiche ich nahe Queenstown einen etwas abgelegenen Campingplatz, von dem ich perfekt den ganzen Sternenhimmel betrachten kann. Als ich am nächsten Tag aufwache, wird mir die Schönheit dieses versteckten Campingplatzes erst richtig bewusst. Hier wurden Teile von Herr der Ringe gedreht und das kann ich mir hier auch gut vorstellen. Die Natur des Campingplatzes sieht so schön aus. Wie aus einem Teil von Herr der Ringe - nein, schöner!

In Queenstown statte ich vielen kleinen Shops in der Innenstadt einen Besuch ab. Ich lerne in dieser vollen Stadt einige nette Personen aus den verschiedensten Orten der Welt kennen. In Queenstown, der Touristenstadt am See, ist einiges los und es wird nicht schnell langweilig. Für jeden ist hier ein bisschen was dabei. Fergburgers, den angeblich besten Burgerladen der Welt, habe ich nicht besucht, da er wahnsinnig überlaufen war und ich mehrere Stunden für einen vegetarischen Burger hätte anstehen müssen. Bei der Hitze an diesem Tag entscheide ich mich deshalb, die kleine Schwester, die Fergbakery, zu besuchen und dort lieber etwas Süßes mitzunehmen und das Gebäck dann entspannt am Strand zu verspeisen.

Nach Queenstown geht es für mich weiter nach Arrowton, wo ich den meiner Meinung nach besten Queesecake der Welt mit Boysenberry-Mousse verputzen darf. Anschließend schlendere ich glücklich und mit vollem Bauch durch den Farmers Markt in Arrowtown, lasse mich von den kleinen Ständen inspirieren und höre mir großartige Geschichten von den Verkäufern an.

In den nächsten Tagen besuche ich Te Ana und fahre mit dem Kajak durch Milford Sound. Milford Sound ist mit seinen Wasserfällen berühmt für seine regnerischen Tage und ich habe wirklich Glück, einen sonnigen Tag erwischt zu haben.

Doch auf der Autofahrt von Milford Sound zurück nach Te Anau muss ich ungewollt eine Pause einlegen, da das Kühlwasser durch ein Loch in einer Röhre ausgelaufen ist und ich nicht mehr weiterfahren kann, ohne das Auto zu beschädigen. So werde ich nach einigen Stunden in der Sonne durch die AA (einer Autoversicherung in Neuseeland) gerettet. Ein Mechaniker holt mich samt Auto ab, repariert es und lädt mich und meine Reise-Kumpanin ein, die Nacht im Haus seiner Familie übernachten zu können, da die Unterkünfte in den Feiertagen in Te Anau (Milford Sounds nächstgelegener Stadt) ausgebucht sind. Zu diesem Zeitpunkt bin ich besonders froh, dass ich nicht alleine reise, und ich jemanden an meiner Seite habe, der mir hilft, dieses Erlebnis gemeinsam durchzustehen. Ich bin ein wenig misstrauisch in Bezug auf das Auto, da mir der Mechaniker fremd ist und ich mich ehrlich gesagt nicht so sehr mit alten Autos auskenne. Daher spreche ich mich zur Sicherheit noch einmal mit dem Mechaniker meines Vertrauens aus meinem Wohnort ab, bevor wir zustimmen, eine Röhre des Autos reparieren zu lassen. Ich bin sehr dankbar über meinen Sicherheitsumkreis von Menschen in Hawarden, die ich um Rat fragen kann und die mich kennen. Speziell in Neuseeland muss man zwar generell eh keine Angst haben, wenn man auf Reisen geht, da es eine sehr ungefährliche Insel ist. Trotzdem tut es mir gut, zu wissen, dass sich einige gute Freunde nur wenige Stunden weit weg aufhalten.

Nach meinem einen Abenteuer hüpfe ich sofort in das nächste und probiere mit meiner Reisegefährtin auf unserem nächsten Stopp Couchsurfing aus. In Invercargill verbringen wir dadurch einige Tage in einer WG, haben schöne Abende zusammen, kochen gemeinsam und lassen uns die Stadt zeigen. Couchsurfing ist eine super Sache, da man dadurch mehr Einheimische kennenlernt, und dadurch einen ganz anderen Einblick in die Stadt genießen kann.

Ich feiere Silvester mit einer Bartour ebenfalls in Invercargill. Zu Beginn vermisse ich die gewohnten, großen Feuerwerke. Jedoch lerne ich, dass das auch ohne geht. Ich zähle drei kleine Mini-Raketen und stoße mit meiner Reise-Kumpanin in einem Irish Pub auf das neue Jahr an. Wir lernen nette Kiwis von der Nordinsel kennen, und feiern mit ihnen gemeinsam das neue Jahr. Die Frauen der Gruppe lernen uns Choreographien auf bestimmte Lieder, die gespielt werden und wir tanzen und lachen zusammen. So wie sich das eben gehört! Und einen ein halben Tag später versende ich noch einmal Grüße und ein einen guten Rutsch ins neue Jahr, da ja nun nach der Zeitverschiebung auch meine Familie und Freunde endlich in 2017 hineinrutschen. Für ein paar Stunden war ich ihnen ein ganzes Jahr voraus.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland

Elisa Merkl begibt sich auf die Suche nach sich selbst. Denn genau das erhofft sich die 19-Jährige aus Landshut von ihrem Jahr in Neuseeland: Sie will sich besser kennenlernen und herausfinden, wer sie eigentlich ist. Dazu verschlägt es sie nach Hawarden. Das kleine Dorf hat laut Beschreibung eigentlich nichts zu bieten außer einem Tante-Emma-Laden und einem Pub. Und nicht nur das wird eine Umstellung für die Abiturientin: Sie muss sich auf Linksverkehr einstellen. Aber das alles schreckt Elisa nicht ab. Mit Hilfe ihrer Organisation, dem Internationalen Bund (IB), hat sie sich auf das Jahr vorbereitet.

In ihrem Auslandsblog lest ihr regelmäßig von ihrer Zeit in Neuseeland.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 21: Times goes by so fast - 7. September 2017

Um Mitternacht an einem Sonntag erreicht das Flugzeug von Melbourne den Flughafen in Christchurch/Neuseeland. Ich steige etwas schlaftrunken aus, hole mein Gepäck ab und freue mich auf eine schöne Heimfahrt mit meinem Mitbewohner. Um 1 Uhr in der Früh erreichen wir Hawarden und ich falle todmüde ins Bett. Nach einer etwas zu kurzen Nacht geht es dann am Montagmorgen für mich wieder in die Schule und meine letzten zwei Tage am Hurunui College stehen an – doch so richtig realisieren tue ich es immer noch nicht.

Ich trinke an diesem Tag drei Tassen Kaffee und starte dann in den Unterricht. Ich versuche, komplett auszublenden, dass ich hier nicht mehr lange wohne und arbeite, doch in der letzten Stunde weist eine Lehrkraft die Schüler darauf hin, dass ich heute meine letzte Unterrichtsstunde in diesem Fach in dieser Klasse nach einem Jahr verbringe. Ich versinke im Erdboden und versuche, den durchbohrenden und überraschten Blicken der Schüler aus dem Weg zu gehen

So schnell kann ein Jahr vorbei gehen. Zu schnell! Ich versuche den Termin für die Netball-Fotos, meine Treffen mit Freunden und Gastfamilien für die letzten drei Tage so zu legen, dass ich jeden noch einmal sehe, bevor ich gehe, und so habe ich nach der Arbeit immer viele Termine, bei welchen ich von Ort zu Ort hüpfe, um ja niemanden zu vergessen.

Doch trotzdem muss ich viele Treffen streichen, vergesse so einiges und die Zeit läuft mir davon. Ich muss abwägen, was mir wichtiger ist, doch es fühlt sich sehr schwer an, das so einfach zu entscheiden.

Am Dienstag gehe ich dann – ungeschminkt und gewappnet mit meiner Sonnenbrille – in die Schule und merke, dass ich überhaupt nicht darauf vorbereitet bin. Doch, wie kann man sich auch auf so einen emotionalen Moment vorbereiten? In der Stunde vor der großen Pause werde ich von zwei Schülern auf dem ganzen Campus gesucht und letztendlich aufgespürt. Ich befinde mich zu dem Zeitpunkt ausnahmsweise im Junior Block, um eine letzte Stunde mit dieser Klasse zu verbringen und auf Wiedersehen zu sagen. Sie haben Briefe für mich vorbereitet und wir machen eine kleine Rederunde im Sitzkreis.

Die zwei Schüler finden mich also und wir rennen so schnell wie möglich zu deren Klassenzimmer. Sie erklären mir, es geht um eine Studie, der andere German Volunteer musste gerade am Shop um die Ecke etwas Wichtiges für den Unterricht holen und ohne mich können sie den Unterricht nicht fortsetzen. Sie haben Sozialkunde und behandeln das Thema Erdbeben. Ich bin bereit, sie zu unterstützen und wir rennen zum Klassenzimmer, da sie mir symbolisieren, dass sie Zeit bis zur großen Pause um ihr Projekt fertig zustellen sehr knapp wird.

Doch dort angekommen werden plötzlich alle Blicke auf mich gerichtet und ich finde den anderen German Volunteer, der wohl gerade eben vom Shop wiedergekommen sein muss. Statt konzentriert arbeitenden Schülern vor Laptops, Papier und Plakaten ist jedoch ein kleines Buffet mit leckerem Essen aufgebaut. Mir wird klar, dass ich mit einem Vorwand in dieses Klassenzimmer gelockt wurde und die Schüler überreichen uns zelebrierend Geschenke, während wir zum Morning Tea mit ihnen eingeladen werden. Eine wirklich schöne Überraschung, die in einem schönen und gemütlichen Beisammensein endet.

In der fünften Unterrichtsstunde habe ich dann das Gefühl, am liebsten wegrennen zu wollen, da ich mich nicht verabschieden möchte und vor allem – nicht gehen möchte. Darauf folgt eine Versammlung in der sechsten Stunde mit dem Thema „Verabschiedung der deutschen Freiwilligen“. Ich habe gehofft, mich unauffällig in einer kleinen, dunklen Ecke platzieren zu können, doch stattdessen werden wir eingeladen, auf den zwei Stühlen auf der Bühne Platz zu nehmen. Als wir – die German Volunteer – eine kleine Dankesrede halten, muss ich mich sehr konzentrieren, nicht durchgehend zu weinen und ganze Sätze herauszubekommen.

Die Gestaltung der Abschiedsfeier ist liebevoll und warmherzig. Sie singen für uns und performen einen sehr ergreifenden Hakka. Uns werden maurische, gesegnete Jade-Steine überreicht und die Abschiedsfeier endet in einer sehr emotionalen, riesengroßen Gruppenumarmung. Ich kann nicht fassen, gerade meine letzten Stunden an dieser Schule mit großartigen Schülern, Kollegen und Eltern zu verbringen und bin sehr traurig darüber.

A hug is a perfect gift, one size fits all and no one minds if you can exchange it. – Irving Ball

Am Nachmittag besuche ich weitere Freunde und Gastfamilien und merke, dass ich gar nicht mehr weinen kann, da den ganzen Tag schon so viele Tränen geflossen sind. Ich gehe spät in der Nacht – nach einem großartigen und erlebnisreichen Tag – ins Bett. Ich stelle den Wecker für den nächsten Tag auf 10, um meinen zweiten Koffer hoffentlich mit allen übrigen Dingen voll zu packen. Ich hoffe, alles irgendwie unterkriegen zu können und ohne Übergepäck fliegen zu können. Gegen Vormittag besucht uns glücklicherweise eine gute Freundin, die großartig darin ist, so viel wie möglich in einem Koffer unterzubringen. Sie ist eine große Unterstützung und versüßt uns die Aufgabe mit salzigen Karamell-Tim-Tams. Das sind sehr leckere neuseeländische Schokoladenkekse. Mittags werde ich dann zum Flughafen gebracht und checke ein.

Vielen Dank an die großartige Gemeinschaft des Hurunui College und den Bewohnern in Hawarden. Danke für den warmherzigen Empfang und den emotionalen Abschied. Vielen Dank, dass ich so viel ausprobieren und dazu lernen durfte. Vielen Dank für die großartige Unterstützung, Geduld und Sicherheit. Vielen Dank für die vielen lustigen, dummen, traurigen und wunderschönen Momente, die ich erleben durfte.

Vielen Dank für alles!

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 20: Bula Fij - 4. August 2017

Nach einem kleinen Umweg über Brisbane und Turbulenzen auf dem Hinweg, schnappe ich gerade noch so – mit einem Express Shuttle von der Airline – den nächsten Flug nach Fiji. In Fiji angekommen warte ich am Gepäckband auf mein Gepäck. Eine halbe Stunde. Langsam fange ich mich an zu wundern, da jeder, der in meinem Flieger war schon sein Gepäck hat, und nur ich noch die einzige bin, die sehnsüchtig wartet. Also bewege ich mich zum Informationsschalter und kriege die Auskunft, dass mein Gepäck wahrscheinlich immer noch in Brisbane ist und heute sicher nicht mehr kommt. Natürlich habe ich keine Wechselklamotten, Handtücher oder Kulturbeutel dabei, wie man es beim Fliegen im Handgepäck immer mitnehmen sollte. Und so drehe ich, etwas niedergeschlagen, dem Gepäckband und Informationsschalter meinen Rücken zu, wechsle Neuseeländisches Geld in Fijian Dollar und bewege mich zum Ausgang.

Dort werde ich vom Hostel damit überrascht, dass es einen kostenlosen Shuttle gibt, der mich zum Hostel fährt. Der Shuttle sei aber noch nicht da, und so warten wir noch drei Stunden – Fiji Time – auf unseren Fahrer. Der andere Deutsche, der ebenfalls wartet, regt sich sehr darüber auf und fragt mehrere Male nach dem Fahrer, doch ich bin in dem Moment einfach nur glücklich, dass jemand kommt der uns abholt, denn schlimmer kann es heute eh nicht mehr werden. Der Deutsche erklärt mir, dass er heute schon um drei in der Früh aufgestanden ist, um nach Fiji zu fliegen und er sehr genervt ist. Ich weise ihn darauf hin, dass ich seit heute morgen um eins im Flugzeug sitze und mein Gepäck nach Australien geliefert wurde, trotzdem aber sehr glücklich bin, in Fiji gelandet zu sein. Und ich freue mich jetzt darauf, meinen Urlaub genießen zu können und mein Gepäck kommt bestimmt auch die Tage. Im Enddefekt ist mir aufgefallen, dass sich aufzuregen sehr viel Kraft kostet, und man doch nicht alles beeinflussen und verändern kann. Manchmal ist es einfach so wie es ist, und das ist dann auch gut so! :) Ich verstehe mich sehr gut mit der netten Frau aus Fiji, die für uns alles koordiniert und wir unterhalten uns gut.

Wie sich herausstellt, steckte unser Fahrer in der Rushhour, da derzeit wahnsinnig viele Baustellen entstehen, die durch den starken Touristenansturm bedingt sind. Ich ruhe mich im Hostel aus, leihe mir ein T-Shirt zum Schlafen von einer aus meinem Zimmer, kaufe mir eine Zahnbürste, ein Kleid und andere kleinere Sachen beim Shop nebenan und bin gerüstet für die nächsten Tage. Den darauffolgenden Tag zeigt mir eine Freundin aus Fiji die Stadt Nadi und wir entspannen am Abend gemeinsam mit einer netten Gruppe an Strand. Um sechs Uhr abends freue ich dann sehr, als mir der Rezeptionist verkündet, dass mein Backpack gerade vom Flughafen gebracht wurde, bringe ihn hoch in mein Zimmer, und setzte mich mit strahlendem Grinsen zurück zur Gruppe.

Am späten Abend, als ich zu Bett gehen will, fällt es mir dann leider auf, dass mein kleiner Geldbeutel mit meinem ganzen Fijigeld wie auch meine Karte, und die Tür, um mein Zimmer zu öffnen, nicht mehr da ist. Ich muss also den Rezeptionisten bitten, mir die Tür zu öffnen, um schlafen gehen zu gehen. Natürlich gehe ich davor noch einmal zu unserem Platz am Strand um sicher zu gehen, nichts liegen gelassen zu haben. Am nächsten Abend wird von einer Frau aus unserer Gruppe, ebenfalls Geld gestohlen. Ich habe niemanden in Verdacht und möchte auch niemanden verdächtigen, weil ich es einfach nicht wahrhaben möchte. Ich bin zwar enttäuscht, wache aber am nächsten Tag auf und bin mir sicher, jetzt surfen gehen zu wollen. Blöde Dinge passieren jeden Tag, aber erst wenn man ihr Leben durch sie bestimmen lässt, haben die blöden Dinge gewonnen.

Surfen

Ich schnappe mir also ein Surfboard und gehe mit zwei Männern an der Coral Coast surfen. Eine liebevolle Frau auf Fiji fährt uns zum Surfspot, guckt uns zu und bringt uns auch wieder zurück. Die Wellen an der Coral Coast sind der Wahnsinn und ganz anders als in Neuseeland. Die Wellen hier kommen unregelmäßig und selten, doch wenn sie da sind, sind es gute Wellen. Außerdem surfe ich hier das erste Mal ohne Wetsuit, was für mich sehr ungewöhnlich ist, da das Wasser auf der Südinsel sogar im Sommer eiskalt ist. Vor allem, wenn du länger da draußen bist, ist mindestens ein dünner Wetsuit in der Südinsel empfehlenswert. Nach zwei Stunden surfen ohne Wetsuit in Fiji merke ich jedoch den gewaltigen Unterscheid zwischen mit und ohne Wetsuit. Zwar hast du mehr Beweglichkeit und fühlt sich nicht so eingeengt ohne Wetsuit, jedoch hat deine Haut auch keinen Schutz und mit einem guten Halt auf meinem Surfboard hatte das so seine Folgen für mich. Mein Oberkörper und meine Oberschenkel ist offen und mit ganz vielen Schürfwunden bedeckt. Ich versuche, den Schmerz nicht zu beachten doch sogar beim Rauspaddeln brennt es. Zum Glück fällt es einem der Männer aus Fiji sofort auf und leiht mir sein Tanktop, dass er zum Surfen anhat. Das Oberteil, dass bei mir eher ein Kleid ist, gibt mir Schutz und bringt mich durch eine weitere Stunde surfen, bis mein Körper endgültig eine Pause braucht. Der Tag im warmen Meer – auch wenn ein Surfer aus Fiji Gänsehaut hatte und es sehr kalt fand – bei strahlendem Sonnenschein und tollen Wellen geht zu Ende, und ich bin sehr glücklich.

Segeln, schnorcheln und ein Hai

Am Freitag entschließe ich spontan gemeinsam mit einer Engländerin aus meinem Zimmer segeln zu gehen. Die Crew von „CoralCats“ ist großartig und somit geht es raus aufs Meer. Nach ein paar Stunden wird der Anker gesetzt und wir beschließen, schnorcheln zu gehen. Ich glaube, das letzte Mal schnorcheln war ich wohl mit sechs Jahren und ich bin sehr froh, nichts verlernt zu haben. Es sieht aus wie bei „Findet Nemo“ und wir begegnen viele bunten, großen und kleinen Fischen. Es ist fabelhaft und wahnsinnig entspannend da unten. Plötzlich stoppt Jo, Die Engländerin, neben mir und gibt mir ein Handzeichen. Ich tauche tiefer und es geht zur Öffnung einer Höhle. Doch was wir dort sehen, ist unglaublich. Ich erstarre, schwimme so schnell es geht zur Oberfläche und bekomme Panik. Ich paddle so schnell es geht mit den Füßen und schneide mich an einer Koralle. Ich habe das Gefühl, heute sterben zu müssen, denn dort unten in einer Höhle im Korallenriff liegt ein schlafender Riffhai. Ich habe wahnsinnige Angst vor Haien und blute jetzt auch noch an meinem Fuß. Super Vorraussetzungen. Jo will noch näher schwimmen aber ich halte es nicht aus, noch näher an diesem Hai dran zu sein. Ich würde am liebsten so schnell es geht zurück zum Segelboot schwimmen, doch das ist ein ganzes Stück von mir entfernt und wenn ich alleine bin, bin ich ein noch leichteres Ziel. Ich schwimme also noch weiter raus zu unserer Gruppe und dem Kugelfisch, der gerade um uns herumschwirrt und plötzlich bin ich ganz still. Leli aus der Crew sieht mich und fragt mich beiläufig, ob alles in Ordnung ist. Ich teile ihm leise mit, dass ich einen Hai gesehen habe, er ist begeistert und möchte ihn sehen. Nachdem ich ihm aber sage, wie viel Angst ich gerade habe und wie gerne ich heute noch am Leben bleiben würde, schwimmen wir gemeinsam im flacheren Wasser zurück zum Segelboot. Dort treffe ich Jo wieder und wir können beide nicht so richtig glauben, was wir gerade gesehen haben. Leli und Tiko aus der Crew erklären uns später, dass es öfter mal vorkommt, dass Haie in Korallenriffen schlafen und entspannen, da sie dort relativ sicher sind und im warmen Wasser relaxen können. Angriffe kommen in Korallenriffen jedoch eher selten vor, da das hier eher ihr Rückzugsort ist. Trotzdem gibt es für mich immer dieses kleine Risiko, von einem Hai gefressen zu werden, und das möchte ich nicht herausfordern. Auf einer kleinen Insel angekommen, schlagen wir uns alle zusammen den Bauch voll und auf dem Weg zurück nach Fiji entscheide ich mich gegen den zweiten Schnorchel-Gang und springe stattdessen ein paar Mal vom Boot und schwimme herum. Mein Erlebnis mit dem schlafenden Hai werde ich nicht so schnell vergessen. Am Samstagnachmittag verabschiede ich mich dann von meinen Freunden aus Fiji, England, Israel, Indien, Amerika, Deutschland, Frankreich, de Niederlanden und Dänemark und fahre zum Flughafen.

Melbourne

Ich fliege über Melbourne, wo ich einen 21-stündigen Aufenthalt habe und somit die Chance, das Nachtleben sowie die Stadt bei Tag kennen zu lernen. Ich treffe mich mit Deutschen, welche mit der gleichen Organisation wie ich im Ausland sind. Ich genieße, die Schönheit der Stadt durch ihre Augen betrachten zu können, trinke großartigen Kaffe und esse einen sehr leckeren veganen Hotdog in „Lord of the Fries“. Melbourne hat etwas und ich möchte gerne mal wiederkommen und länger bleiben. Doch meine Zeit ist begrenzt und so geht es für mich zurück zum Flughafen und ab nach Hause nach Neuseeland.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 19: Netball, walks and friends - 29. Juli 2017

Am Samstag spiele ich das für mich letzte Netballspiel mit meinem Team und wir haben das beste Ergebnis und das spannendste Spiel, das wir je gespielt haben. Der Punktestand lautet 10:14, jedoch gehören die 14 Punkte nicht meinem Team, wie man vielleicht zunächst vermuten möchte. Unsere 10 Punkte sind jedoch großartig. 10 Punkte liegt über unserem 7-bis-8-Punkte-Durchschnittswert und mein Team gibt sein bestes. Nach diesem Kopf-an-Kopf-Rennen sind wir sehr glücklich und stolz auf unsere Leistung. Ich bin sehr stolz auf mein Team, wie sie mir bei jeder Möglichkeit etwas neues in Netball beibringen konnten. Durch euch verstehe ich endlich die Regeln von Netball. In Deutschland hab ich persönlich noch nie jemanden Netball spielen sehen.

Die darauffolgenden Tage genieße ich im Haus meiner Textiles-Lehrerin und deren Gesellschafft. Wir wandern an der Gore Bay entlang und machen den Taylor’s Mistake Walk, der die Kanonen-Abwehr-Plätze Neuseelands zeigt. Ich war ehrlich gesagt wirklich überrascht, denn ich hatte mir Neueeland immer als das Land, ab vom Schuss, vorgestellt, dass sicher ist und von allem verschont wird. Die Schilder dieses Walks besagen, dass sogar Deutsche in der früheren Zeit schon übers Meer nach Neuseeland kamen, um zu kämpfen. Ganz schön weiter Weg! Ein Flug alleine dauert ja schon zwischen 28 bis 35 Stunden. Anschließend durchforste ich die Läden nach Mitbringseln für Freunde und Familie, gehe shoppen, verabschiede deutsche Kleidung aus meinem Kleiderschrank und decke mich mit neuseeländische Mode ein – bis ins letzte Detail.

Ich besuche für ein paar Tage gute Freunde in Christchurch und wir lassen es uns gut gehen. Am Sonntagnachmittag packe ich dann meinen Backpack für meinen Flug nach Fiji am darauffolgenden Tag. Wir essen zusammen bei Freunden in Amberley zu Abend und mein Mitbewohner fährt mich am frühen Montag morgen zum Flughafen, womit ich ab in meinen Surfurlaub nach Fiji starte.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 18: Shut the front door! - 4. Juli 2017

Term 2, Woche neun, Donnerstag. Ein Lehrer macht die Schüler darauf aufmerksam, dass sie nur noch diese Woche Zeit haben, um ihre Rede vorzubereiten. Auch ich sitze in seinem Unterricht und arbeite gerade zusammen mit einem Schüler an dessen Rede.

Da fällt es mir auf.

Woche neun. Wir sind schon in der neunten Woche dieses Terms. Die Zeit rennt! Das bedeutet, ich arbeite, mit dieser Woche noch eine weitere Woche, bis die Ferien beginnen. Meine Schulferien dauern zwei Wochen. Nach diesen zwei Wochen sind es noch genau drei Tage in Neuseeland bis mein Rückflug über Australien nach Deutschland ansteht. Erschreckend, wie schnell das geht. Die Zeit tickt und mir fällt auf, dass ich noch einige Dinge erledigen möchte, bevor mein Jahr in Neuseeland vorbei geht. Ich schreibe mir eine To-do Liste, um sicher zu gehen, nichts zu vergessen.

To-Do-Liste:

Schaf scheren

Traktor fahren

Laufen mit einem Husky √

Kiwi sehen

Tanz choreografieren und Schülern lernen √

Yoga unterrichten √

Netball im Team spielen √

noch einmal surfen gehen

Fiji

Melbourne

Sydney

Lake Sumner

alle Freunde noch einmal besuchen

 

Während ich alle Punkte durchgehe, wo, wann, wie und mit wem ich was mache, wird mir immer mehr klar, dass meine wunderschöne Zeit in Neuseeland langsam abläuft und es wohl die letzten Wochen sind, in denen ich Menschen, die ein wichtiger Teil meines Lebens geworden sind, nicht mehr so schnell wieder sehen werde. So schnell werde ich nicht mehr in einer englischsprachigen Schule mit Schuluniform, Maori-Unterricht, Netball und Rugby, als Learning Supporter arbeiten. So schnell wird mich niemand mehr mit „Kia ora!“ begrüßen oder am morgen das „Whakatauki“ gemeinsam aufsagen. Ich halte den Schul-Newsletter in der Hand und sehe in dessen Kalender am 26. Juli eingetragen: "Nils and Elisa, depart New Zealand". Der 26. Juli - Das ist in genau drei Wochen und 6 Tagen. Die Zeit rennt an mir vorbei und ich habe gemischte Gefühle. Einerseits freue ich mich auf Deutschland, andererseits möchte ich aber mein Leben in Neuseeland auch nicht aufgeben.

Nach meinem Netball-Training am Montag sammle ich die Springseile ein, um die Turnhalle aufzusperren und den Sicherheitscode auszuschalten während ich die Springseile nach dem Netball-Training aufräumen will. Just in dem Moment schaut mein Coach mich verwirrt an.

„Du hast einen Schlüssel für die Schule? Aber du weißt schon dass du nicht ohne die Alarmanlage auszuschalten reinkommst“

„Ja, alles gut, ich weiß den Code.“

„Wie, du weißt den Code?“

„Naja, ich bin Staff, ich arbeite hier.“

„Du bist Staff? Wie alt bist du denn?“

„20. Ich bin German Volunteer und arbeite als Learning Supporter. Deshalb ist diesen Samstag auch mein letztes Spiel weil ich nach den Ferien am Mittwoch ja schon auf dem Heimweg nach Deutschland bin.“ „Wirklich jetzt? Ich dachte, du bist ein Schüler von hier.“

So schnell wird man vom deutschen Volunteer zum neuseeländischen Schüler. Ich hätte ehrlich gesagt nichts dagegen, in Neuseeland zu wohnen, bin aber sehr froh darüber, kein Schüler mehr zu sein und nicht mehr mit Überraschungsexamen getestet zu werden. Am Mittwoch fragt mich ein Schüler, wie es mit damit geht zu wissen, dass ich sehr bald Abschied vom Hurunui College und meinem Leben in Neuseeland nehmen werde. Ich erkläre ihm, dass es heute noch nicht der Tag des großen Abschieds gekommen ist und ich noch eine kleine Zeit da bleiben werde. Er bemerkt, dass er einen wunden Punkt getroffen hat und wir konzentrieren und weiter auf das Unterrichtsfach. Abschied nehmen und zurück auf die andere Seite der Welt zu fliegen, fällt mir nicht leicht. Ich versuche, die Zeit im Hier und Jetzt zu genießen und so gut es geht meinen baldigen Abschied auszublenden. Natürlich freue ich mich auf meine Freunde und Familie zu Hause und vorallem auch, meinen Opa wieder zu sehen, der auch nicht mehr gerade jünger wird, trotzdem weiß ich auch, dass sich Vieles und auch ich selber mich in einem Jahr verändert habe und bin gespannt auf die Herausforderung, ob alle Puzzleteile wieder zusammen passen werden.

Doch im Augenblick bin ich noch hier in Neuseeland und genieße die Ruhe vor dem Sturm.

Elisa, aus Hawarden (Neuseeland)!

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 17: Surfing in Raglan and a Tattoo in Auckland - 19. Mai 2017

Den Tag nach meiner langen Wanderung und dem nun sehr präsenten Muskelkater schlendere ich durch die Läden von Taupo und mache ich mittags auf den Weg nach Raglan auf. Dort verbringe ich mehrere Tage nur damit, surfen zu gehen und ab und an in einer Bäckerei vorbeizuschauen, die deutsches Brot verkauft. Ich vermisse das schöne, dunkle deutsche Brot und freue mich nun jedes Mal wie ein Glückspilz, wenn ich es zum Verkauf sehe.

Die Wellen in Raglan sind zum Surfen ein Traum und wenn ich könnte, würde ich am liebsten für immer hier bleiben. Die Kombination zwischen Sonnenuntergang, Surfbrettern und Salzwasser ist einfach unschlagbar. Ich dachte eigentlich immer, keinen direkten Lieblingsort in Neuseeland zu haben und konnte mich immer schwer auf genau einen Ort mit unglaublicher Natur festlegen. Doch jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass Raglan mein Lieblingsort ist.

Außerdem kann ich euch das entspannte Raglan Backpackers (www. raglanbackpackers.co.nz) mit Whirlpool und Hängematte nur wärmstens ans Herz legen.

Nach meinen Surftagen in Raglan gehe ich in Hamilton bei Studenten Couchsurfen und schaue mir am darauffolgenden Tag in der Früh die botanischen Gärten von Hamilton an.

Von Hamilton geht mein Trip weiter nach Coromandel, wo ich mich vom „hot water beach“ und die Cathedral Cove inspirieren lasse. Der „hot water beach“ ist ein Strandabschnitt der Pazifikküste, wo ich eine Mulde in den Sand grabe, um in heißen Wasser baden zu gehen. Das Wasser ist in diesem Abschnitt deshalb heiß, da unter der Oberfläche heiße Gesteinsschichten durch frühere Vulkanausbrüche verborgen liegen. Diese heißen Steine bringen das Wasser zum Kochen und geben mir so die Möglichkeit, während der Ebbe, nach guter Buddel-Arbeit in einem natürlichen Hot Pool am Strand zu entspannen.

Von Coromandel führt mein Weg zu Freunden in Mata Mata, die ich an Silvester in Invercargill kennen gelernt habe und verbringe mit ihnen den Tag. Da Hobbiton in Mata Mata zu finden ist, komme ich natürlich auch nicht darum herum, an einer Tour durch das Movie Set von Hobbiton teilzunehmen und bin davon begeistert, wie viel Detail und liebe die Künstler in ihre Arbeit für dieses Filmset gestellt haben. Ich genieße es, mich endlich einmal etwas größer neben all diesen kleinen Hobbit-höhlen zu fühlen und erfahre unter anderem, dass die Künstler jedes einzelne Blatt des Baums, der über Fords Hobbit-Höhle wächst, in einem anderen grün anmalen mussten, da dieser spezielle Grünton besser in den Hobbit- und auch Herr der Ringe-Film gepasst hat. Wie viel detailgetreue Arbeit hinter einem Filmset steckt ist einfach unglaublich.

Anschließend mache ich einen kurzen Stopp in Tauranga, besichtige das Reittherapiezentrum, in dem eine andere Freundin von mir arbeitet und mache ich von dort aus am Mittwoch in der Früh auf den Weg nach Auckland. Durch die Rushhour in Auckland kann sich die Fahrt jedoch meist ein paar Stunden verzögern und so komme ich gerade noch Punktlich um 14 Uhr zu meinem Beratungstermin für mein erstes Tattoo im „Black Cat Tattoo Studio an“. Später schaue ich mir „The Fast and the Furious“ im Kino an am Donnerstag mache ich einen Ausflug auf die Waiheke Island, um ganz viele Kunstläden zu erkunden, den Tag an verschiedenen kleinen Stränden zu genießen und die beste Calzone der ganzen Welt in der Dragonfired Pizzeria (http://dragonfired.co.nz; einem kleinen schwarzen Imbissstand am Meer) zu essen, das ich bis jetzt probiert habe. Am Abend fahre ich zurück zu guten Freunden nach Auckland.

Freitag in der Früh ist dann der große Tag. Der Tag an dem ich mein erstes Tattoo bekommen werde. Ich bin ziemlich aufgeregt, da ich das Kunstwerk meiner Tätowiererin Erica noch überhaupt nicht gesehen habe und es außerdem für mein Leben lang auf meiner Haut tragen werde.

Wir fügen noch ein paar Details zum Kunstwerk hinzu und sobald ich zufrieden bin geht es dann auch schon los.

Ich muss sagen, dass ich es mir viel schmerzvoller vorgestellt habe und durch die präzise und sogleich schnelle Arbeit von Erica war mein Tattoo überraschenderweise nach eineinhalb Stunden sogar schon fertig. Das Tattoo soll mich insgesamt an meine wunderschöne Zeit und der damit meiner verbundenen Entwicklung erinnern, doch die tiefere Bedeutung bleibt mein Geheimnis.

Ich bin sehr froh. es gemacht zu haben und fliege mit gutem Gewissen noch am gleichen Tag zurück nach Christchurch – und damit zurück nach Hause.

Die letzten Tage meiner Osterferien verbringe ich zusammen mit einer Freundin, die ich beim Surfen kennen gelernt habe. Wir tanzen, erkunden Oxford und gehen auf das Konzert von „The Butlers“ (Band meines Surflehrers) und den „Soaked Oats“(Studenten-Band aus Dunedin) welche in der Wunder-bar in Lyttleton (Stadtteil von Christchurch) ein Konzert geben. Und wie der Zufall will, treffe ich an diesem guten Abend einen guten Freund (www.youtube.com/channel/UCcl_x4iYOhYPoIWcYQXtJsw/feed) aus meiner Heimatstadt.

Hiermit ein großes Dankeschön an alle Freunde, die mich bei dieser Reise unterstützt haben, mich zum Flughafen gefahren haben, die ich besuchen und bei denen ich übernachten konnte und mit denen ich einzigartige Momente erleben durfte. Ihr macht es mir möglich, meine kleine Reise durch die Nordinsel wahrzunehmen und genießen zu können. Ich danke euch dafür!

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 16: Tongariro Alpine Crossing aka Mt. Doom - 17. Mai 2017

In Taupo traf ich eine Freundin aus Tauranga, mit der ich mich zum bevorstehenden Tongariro Alpine Crossing verabredet habe.

In so einer langen Wanderung ist leider das frühe Aufstehen mit inbegriffen. Aber das ist es wert. Um 5.30 Uhr morgens rolle ich also aus meinem Bett und steige in den Shuttle, der mich zum Startpunkt des Tongariro Alpine Crossings (http://www.doc.govt.nz/tongariroalpinecrossing#page-id-19734) bringt.

Meine Wanderung im Tongariro National Park beginnt mit dem Mangatepopo Valley und führt an den Soda Springs vorbei zum South Crater. Von dort aus beschließen meine Freundin und ich, gemeinsam den 2287 Meter hohen Mount Ngauruhoe (der Herr der Ringe-Fan nennt ihn den Schicksalsberg) für fortgeschrittene Kletterer zu besteigen, der größtenteils aus Felsen und Geschütt besteht und keinen vorgegebenen Track besitzt. Das Ziel ist, dort irgendwo hochzukommen und nicht von den vielen lockeren Steinen getroffen zu werden, die durch jede minimale Bewegung lose werden und runter fallen. Nach einigen Stunden hinterfrage ich auf halber Höhe und einem Fels, der einen halben Meter neben mir herunterfällt, noch einmal meine Entscheidung, bei vorbeiziehenden Wolken da wirklich weiter hochgehen zu wollen. Doch dafür bin ich dann doch zu ehrgeizig. Wenn ich schon einmal auf der Hälfte des Weges bergauf bin, drehe ich jetzt auch nicht mehr um. Ich versuche, meine Höhenangst so weit es geht zu ignorieren, atme noch einmal tief durch und klettere weiter.

Nach gefühlten etlichen Stunden kommen wir endlich oben an der Spitze an und können unser Glück kaum glauben. Der Ausblick ist atemberaubend und ein kleiner Minikrater dampft und gibt dadurch etwas Wärme neben dem eiskalten Wind an der Spitze ab.

Viel später hätte ich nicht kommen dürfen, denn kurz bevor ich den Berg wieder absteigen möchte, ziehen noch mehr dicke Wolken auf, die die Sicht fast unmöglich macht. Ich entscheide mich dieses Mal für einen anderen Weg bergab und nehme an einer Rutschpartie zwischen Felsen, losem Geschütt und Erde teil. Leider verletzt sich ein Mädchen auf dem oberen Drittel vor mir das Bein und muss auf einen Helikoptereinsatz im Nebel warten. Eine Mitreisende von ihr bleibt bei ihr, während meine Freundin und ich den weiteren Abstieg antreten.

Unten angekommen zeigen wir dem Helikopter den Weg, der große Probleme hat bei starkem Nebel an seinen Zielpunkt zu gelangen. Demnach warte ich für einige Zeit, bis nach eineinhalb Stunden das Mädchen endlich erfolgreich mitgenommen werden konnte.

Ich bin froh, dass ich gemeinsam mit einer Freundin wandern gehe. Wegen genau diesen Gefahren ist es wichtig, jemanden dabei zu haben, der einen im Notfall unterstützen kann.

Vom Mount Ngauruhoe zurück zum South Crater führt mein Weg dann zum Red Crater über den Mount Tongariro zu den Emerald Lakes und ich bin begeistert von den malerischen blauen Seen, aus denen Dampf nach oben steigt.

Von den Emerald Lakes führt der letzte Part des Tongariro Alpine Crossings über den Ketetahi Shelter und endet am Ketetahi Parkplatz.

Nach 12 Stunden wandern gehen wir unsere letzten Schritte durch die dunkle und kalte Nacht zum Auto und beenden mit einem guten Gefühl den Tag. Die Momente und Ausblicke des heutigen Tages sind einzigartig und es ist schwer, sie mit irgendetwas zu vergleichen. Ich bin glücklich und zufrieden. Ich fühle mich großartig!

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 15: Giants, Easter and hitchhiking - 13. Mai 2017

Nach einem erfolgreichen und lustigen Term 1 mit der, für mich, hauptsächlich 11. und 12. Klasse, nähern sich mir die Osterferien. Ich habe vor, all die Orte auf der Nordinsel zu besuchen, die ich auf meinem 1. Roadtrip durch die Nordinsel noch nicht gesehen habe und dabei den ein oder anderen einzigartigen Moment aufzuschnappen.

Eine gute Freundin bringt mich am Samstag morgen von Christchurch aus zum Flughafen und ich nehme den frühsten Flug – ab nach Wellington. Ich besichtige dort eine Ausstellung namens „Gallipoli:The Scale of our war“ über den ANZAC-Day mit seinen riesigen gruselig real ausschauenden Skulpturen von riesigen Menschen. Diese Skulpturen wurden von Richard Taylor (die ein oder anderen kennen ihn von Herr der Ringe) und dem Weta Workshop erstellt und designed. Manche Riesen kommen so echt rüber, dass ich dann doch ein bisschen schneller laufe, um nicht zu lange alleine mit ihnen in einem Raum zu sein.

Die beeindruckende Ausstellung über die Maori lass ich mir natürlich ebenfalls nicht entgehen und anschließend treffe ich eine Freundin aus Wellington, mit der ich in einem Schweizer Eiscafe vorzüglich frühstücken gehe.

Wir nehmen zusammen den Bus nach Napier und besuchen Freunde, die ihren Freiwilligendienst in Hohepa Hawkes Bay verbringen. Dort pusten wir Ostereier aus, bemalen sie und genießen ein Osterfrühstück zusammen. Ausserdem wird mir die Gegend im Hawkes Bay gezeigt, wobei ich genieße, durch ihre Augen alles sehen zu können. Es ist schön, Bekanntschaften in einigen Locations von Neuseeland zu haben und so, nur um sie zu besuchen, schon reisen zu müssen. Am Montag gehe ich mit einer Freundin in der Art-Deco-Stadt Napier bummeln, esse Riesendonuts und habe mit ihr tiefgründige Gespräche über die Vergänglichkeit, Wertschätzung und die schönen kleinen Momente im Leben.

Ich muss gestehen, ich konnte die ganze Nacht fast auf Montag nicht schlafen, weil ich so aufgeregt bin, denn jetzt werde ich gleich zum ersten Mal hitchhiken. Ich weiss, dass das als Mädchen ganz alleine sehr gefährlich sein kann. Mir wurde auch gesagt, dass es naiv ist. Trotzdem weiß ich dass ich es ausprobieren will. Und wenn, dann in Neuseeland. Für alle Fälle fährt mich eine Freundin zum Highway, der nach Taupo führt und wir verabreden, dass sie im Auto so lange wartet, bis ich mitgenommen werde beziehungsweise auch mitgenommen werden will. Wir beschließen, dass sie sich das Kennzeichen merken soll und verabreden ein Codewort , so dass sie sofort eingreifen kann, wenn etwas schief laufen würde. So stehe ich nun da mit meinem Rucksack an einer kleinen Bucht, von der der Highway von Napier nach Taupo führt. Da ich noch nie ausprobiert habe zu hitchhiken, strecke ich vorsichtig meinen Arm aus und frage sie unsicher, ob ich jetzt einfach so meinen Daumen hochhalten soll.

Überraschenderweise, hält genau in dem Moment ein kleiner roter Toyota zehn Meter hinter mir, der mich sofort gesehen hat. Ich verstehe nicht sofort, dass dieses Auto für mich angehalten hat. Sie deutet in die Richtung des roten, kleinen Autos und ich überlege für den ersten Augenblick, ob die Fahrer dieses Fahrzeugs gehalten haben, weil sie Hilfe mit ihrem Auto brauchen. Erst als der Beifahrer aussteigt und mich in einem Kiwi-Akzent fragt, ob ich mitfahren will und ob er mir beim Taschen tragen helfen kann, verstehe ich. Er hat für mich gehalten. Ich merke, dass ich mich einigermaßen sicher fühle, tausche noch ein letztes Mal einen Blick mit meiner Freundin aus und nach einem Daumen hoch steige ich zu den zwei Jungs ins Auto ein.

Es stellt sich heraus, dass beide auf dem Weg nach Auckland sind und durch Taupo durch fahren. Sie sind Sportlehrer und Manager in einer Bank und so ungefähr um die 26 Jahre alt. Der Lehrer ist verheiratet und seine Frau ist mit dem zweiten Kind schwanger. Deshalb haben wir im Auto ein Gespräch darüber, wann man seinen Kindern am besten Namen aussuchen sollte. Etwa schon vor der Geburt oder direkt danach? Sie sind sehr zuvorkommend und ich fühle mich gut, trotzdem habe ich Deo und Taschenmesser immer in greifbarer Nähe. Man weiss ja nie. Ich werde bis in die Innenstadt von Taupo gefahren. Wir wünschen uns gegenseitig eine gute Reise. Als ich aussteige, muss ich grinsen. Ich bin gerade zum ersten Mal in meinem Leben gehitchhiked und es ist alles gut gegangen! Trotzdem rate ich, immer auf sein Bauchgefühl zu hören und nur dann einzusteigen, wenn man sich gut fühlt.

In Taupo traf ich daraufhin eine Freundin aus Tauranga, mit der ich mich zum bevorstehenden Tongariro Alpine Crossing verabredet habe...

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 14: Challenges, friendships and familiar faces – 3. April 2017

Der erste der vier Schulabschnitte des Schuljahres in Neuseeland beginnt mit großartigen, lustigen Herausforderungen, neuen Freundschaften und wieder vereinten bekannten Gesichtern.

Mein erstes, durch einen Feiertag bedingt, verlängertes Wochenende verbringe ich zusammen mit meinem Mitbewohner in der Gegend des Mount Cook. Ich campe am Lake Tekapo, besichtige von dort den Zweitsitz des Mount John Observatoriums, mache eine kleine Wanderung auf den Mount John und springe anschließend, wieder unten angekommen, als kleine Herausforderung in den unglaublichen kalten Lake Tekapo.

Den darauffolgenden Tag wandere ich ein zweites Mal um die Gletscherseen des Mount Cook und bin sprachlos, als mein Mitbewohner wirklich in genau diesem Gletschersee für einen kurzen Augenblick baden geht. Seine Idee dahinter ist, auf den Klimawandel aufmerksam zu machen indem man in Gletscherseen für ein paar Sekunden badet. Die Gletscher sind aufgrund der globalen Erwärmung geschmolzen und nur dadurch sind sie überhaupt zu Gletscherseen geworden. Meine Anerkennung hat er!

Ein paar Wochen später werde ich zum BBQ auf einer Farm von Freunden eingeladen und lerne dadurch nebenbei ein paar Dänen, Deutsche und Neuseeländer kennen. Denn eines mögen unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Ländern alle – Essen! Liebe geht eben durch den Magen – und Freundschaft auch! Wir verbringen gemeinsam einen großartigen Abend und haben auf der Farm neben Hunden, Pferden und Schafen unvergessliche Konversationen bis in die frühen Morgenstunden.

Nach einem tollen Abend nähert sich dann schon bald mein Zwischenseminar von meiner Auslandsorganisation aus Deutschland und so sehe ich bekannte Gesichter aus meiner Organisation, dem IB, wieder und lerne viele Freiwillige des IJGD, einer anderen Auslandsorganisation, kennen. Einige Freiwillige arbeiten in Hohepa, was in Neuseeland in Auckland, Napier, Wellington und Christchurch verstreut liegt, im Reit-Therapiezentrum oder eben im Hurunui College, wo ich eingesetzt bin. Wir alle haben etwas gemeinsam, denn wir alle machen einen ehrenamtlichen Freiwilligen-Dienst in Neuseeland, selbstständig und weit weg von zu Hause – und das schweißt zusammen! Das Zwischenseminar verbringen wir außerdem in der wunderschönen Gegend von New Plymouth mit seinem Mount Taranaki und außerdem direkt am Meer. Dort können wir viel reflektieren, über unsere Erfahrungen sprechen, um Rat fragen und Neues dazulernen. Wir haben ein gutes Programm, in dem wir ebenfalls selber mit planen dürfen. Wir haben auch zwei tolle Leiter, die es sogar schaffen, trockenere Themen interessanter zu gestalten.

Auf mein Zwischenseminar folgt dann mal wieder ein verlängertes Wochenende. Aber nicht nur irgendein verlängertes Wochenende, sondern das verlängerte Wochenende, in welchem ich meine Familie für eine kurze Zeit endlich wieder sehe. Wir fahren mit dem Wohnmobil hoch zur Golden Bay. Wir wachen im Hostel Shambala zu einer Meditation und anschließendem Yoga auf, besuchen das Wholemeal Cafe in der Hippie-Stadt Takaka geschlagene zwei Mal – glaubt mir, wenn ihr da einmal wart, wollt ihr immer wieder hin – und verbringen entspannte Tage am Pahara Beach und Tata Beach der Golden Bay. An einer Tour der Erdnussbutter Fabrik Pic’s in Nelson nehmen wir an meinem letzten Tag des verlängertes Wochenendes natürlich ebenfalls teil. Normalerweise mag ich wirklich keine Erdnussbutter aber diese Marke hat es mir seit Neuseeland wirklich angetan. Das schönste an all diesen Aktivitäten war jedoch, sie zusammen mit meiner Familie zu machen und wunderschöne, tiefgründige Gespräche mit meiner Schwester zu haben.

Es war ein guter Grund für meine Familie, in Neuseeland zu reisen und für mich eine tolle Möglichkeit den Besuch von ihnen zu bekommen. Es ist eine kurze und schöne Zeit mit ihnen, die aber eben auch vorbei geht. Jetzt freue ich mich aber jedoch auf meine noch bevorstehenden Monate in Neuseeland. Die Zeit geht viel schneller vorbei, als ich gedacht hätte. Vielleicht ein bisschen zu schnell. Deshalb will ich jede einzelne Minute meiner letzten Zeit in Neuseeland wahrnehmen und genießen und so wenig wie möglich davon jemals vergessen.

Ich kann nur jedem, der die Möglichkeit hat, einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen, dazu raten, diese Chance zu nutzen. Es ist die – bis jetzt – beste Zeit meines Lebens!

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 13: Surfing and Solo – 28. Februar 2017

Vier Wochen sind um und ich genieße somit die fünfte und letzte Woche meiner Sommerferien. Und so entscheide ich, auf eigene Faust noch einmal mehr die Schönheit dieses Landes zu erkunden. Ich mache einen mehrtätigen Surfkurs am Strand von Sumner (Christchurch) um alle nötigen Basics draufzuhaben, um anschließend problemlos alleine Surfen gehen zu können. Nach mehreren Tagen Training, Meerwasser schlucken und Muskelkater in den Armen bin ich sogar vorbereitet für die schlimmsten Wellen. Mein Surflehrer erklärt mir, dass ich durch mein Yoga und Tanz einen erheblichen Vorteil mit der Balance und Beweglichkeit habe und ich freue mich, doch nicht alles falsch gemacht zu haben.

Ich lerne eine Frau aus Südafrika kennen. Wir surfen zufälligerweise immer synchron auf der gleichen Welle und unser Surflehrer beschreibt uns darauf hin als die Seelenverwandten.

Nach großartigen Tagen am Strand zieht es mich dann nach Akaroa. Ein zweites Mal besuche ich mein Traumland und es hat sich nicht verändert. Ein paar mehr Touristen sind dieses Mal dort, aber auf meinem vierstündigen Wanderweg zur Spitze einer Bay bin ich dann doch mehr oder weniger fast alleine und genieße die Ruhe und den Vogelgesang. Auf dem Rückweg schaffe ich es dann, nur eine Stunde statt meiner drei Stunden Hinweg zu laufen, da es sich so schnell abgekühlt hat. Ich habe leider keine warmen Sachen für die kleine Wanderung eingepackt, und so renne ich so schnell ich kann zurück um nicht ganz auszukühlen. Es ist gerade nochmal gut gegangen, doch ich lerne daraus, dass gute Vorbereitungen bei diesen Wanderungen das A und O sind. Vor allem in Neuseeland, wo es schon mal vier Jahreszeiten an einem Tag geben kann.

Meine Sommerferien neigen sich dem Ende zu und ich starte in den Schuljahresanfang mit einer Fortbildung für Lehrer, die sich mit der Thematik „SOLO Taxonomy“ auseinandersetzt. SOLO gibt mir die Möglichkeit, Schüler noch gezielter dabei zu unterstützen, Testaufgaben und Aufsätze mit guter Struktur und Übersicht zu vervollständigen. SOLO gliedert sich in Prestuctural, Unistructural, Multistuctural, Rational und Extended Abstract. Ziel ist, seinen Standpunkt selbst einschätzen zu können und zu erkennen, was zu einer super Antwort noch fehlt. Dazu hilft ein großes Vokabular, welches ebenfalls unter jedem Schritt zu finden ist. Das von Universitäten erprobte SOLO ist jedoch für jede Altersstufe anzuwenden. Pam Hook zeigt uns bei dieser Fortbildung ebenfalls viele erfolgreiche Bespiele aus der Arbeit von Schülern aus der Grundschule, welche SOLO anwenden. Pam Hook ist eine großartige Frau, die einem neben ihre liebevollen, ehrlichen und lustigen Erzählungen die Wichtigkeit von SOLO nahebringt. Ich höre dem Vortrag gespannt zu und hoffe, dass SOLO noch größer wird und häufiger angewendet wird. SOLO ist nicht dazu da, Schüler in Schubladen zu stecken und zu klassifizieren, sondern Schülern zu zeigen, zu was sie eigentlich fähig sein können und in welchem Lernfortschritt sie sich gerade befinden.

Mit diesem tollen Ferienende und der großartigen Fortbildung freu ich mich auf ein neues Schuljahr und großartige Dinge, die ich erfahren darf.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 12: Chocolate, penguins and doughnuts - 24. Februar 2017

2017! Immer noch in Neuseeland und immer noch auf meinem Roadtrip durch die Südinsel.

Doch wie kann man besser in das neue Jahr starten als mit guter Gesellschaft. Und so besuchen meine Mitreisende und ich gute Bekannte in Dunedin und wandern gemeinsam in der Banks Peninsula auf einen Berg, um einen 360 Grad-Blick erhaschen zu können. Meine einheimischen Freunde machen mit mir eine Stadttour durch Dunedin, die ich sonst als normaler Tourist mit einem ganz anderen Auge kennen lernen würde. Außerdem besichtigen wir das Lanarch Castle. Ich vergleiche das mit der Burg Trausnitz aus meiner Heimatstadt und merke, dass neuseeländische Burgen so viel jünger sind, als ich es von Deutschland gewohnt bin. Das Lanarch Castle wurde 1871 gebaut, wohingegen die Burg Trausnitz schon im Jahr 1235 fertig gestellt wurde. Eine ziemlich junge Burg ist das in Dunedin also.

Die Schokoladen-Fabrik „Cadbury“ in Dunedin lasse ich mir als Schokoladen-Kenner natürlich ebenfalls nicht entgehen. Ich kreiere meine eigene Schokolade und fühle mich anschließend einen halben Tag krank. Es heißt zwar, viel hilft viel, aber zu viel Schokolade ist dann doch nicht ganz so gut für mich. Trotzdem genieße ich das Flair der großartigen Studentenstadt mit den vielen kleinen Secondhand-Shops und den außergewöhnlichen Plätzen.

Von Dunedin aus geht es weiter nach Oamaru und damit auf die Suche nach kleinen blauen Pinguinen. Mit der Unterstützung der Cousine einer Freundin und ihrem Mann, einer ganzen Weile spannenden Wartens und ganz viel Regen krabbelt plötzlich eine riesige Gruppe von Pinguinen aus dem Meer. Drei kleine blaue Pinguine finden einen Meter entfernt von mir Unterschlupf im Keller eines Hauses, um geschützt vor gefährlichen Tieren und der Kälte die Nacht zu verweilen. Nach diesem nächtlichen Abenteuer, vielen Kunst-Gallerien und tollen Gesprächen – unter anderem mit einem erfahrenen Kletter, der den Mount Cook schon bestiegen hat – setze ich meine Reise zum Mount Cook fort, um dort um die Gletscherseen zu wandern, einen perfekten Blick auf den Mount Cook bekommen und anschließend weiter zum Lake Tekapo zu fahren, um dort auf einem Campingplatz neben einer Schweizer Familie im Auto zu schlummern und den Sternenhimmel zu begutachten. Lake Tekapo besitzt den wohl schönsten Sternenhimmel der ganzen Welt.

Und so neigt sich mein Südinseltrip langsam dem Ende zu. Ich besuche noch ein paar Wochenmärkte, fotografiere in Springfield den Doughnut von Homer Simpson, besuche eine Freundin und ihre Familie in Christchurch und fahre am nächsten Tag zurück nach Hause. Und mit Zuhause meine ich meine WG in Hawarden. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell daran gewöhnen würde und diese WG als ein richtiges Zuhause ansehen würde. Doch ich tue es. Und es gefällt mir. Ich freue mich, nach einer großen Reise, auf der ich so viele tolle Orte und Menschen kennenlernen durfte, nun endlich wieder in meinem Bett zu schlafen, gute Freunde in der Nachbarschaft zu haben und beim Einkaufen erkannt zu werden. Ich genieße es, jeden Tag aufzuwachen und auf meinem Weg in die Arbeit Schafen und Shetlandponys begegnen zu dürfen. Es ist ein Geschenk, das ich noch lange genießen möchte.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 11: Weihnachten und Silvester bei Hitze und Sonnenschein - 17. Januar 2017

Des Öfteren werde ich gefragt, wie ich denn Weihnachten und das neue Jahr feiere - hier in Neuseeland, also auf der anderen Seite der Erdkugel und damit ganz schön weit von meiner Familie und Freunden aus Deutschland. In Neuseeland, einem Land, in dem wir auf der „falschen“ Seite der Straße fahren und an Weihnachten Hochsommer ist.

Im Prinzip ist das ganz einfach. Ich darf nur manchmal eben ein bisschen umdenken und mich von meinen Gewohnheiten nicht zu sehr beeinflussen lassen. Und das ist auch gut so. Warum nicht mal was Neues ausprobieren? Wobei ich damit natürlich nicht sagen möchte, dass Gewohnheiten immer etwas Schlechtes sind. Gewohnheiten sind sehr interessant und bringen mich des Öfteren zum Lächeln. Sie stellen sie mir ein Bein, helfen mir aber auch auf. Ich lerne, Gewohntes mit dem Neuen und Unbekannten verknüpfen zu können, und ich muss sagen, es gefällt mir!

Doch wie genau feiere ich jetzt Weihnachten?

24. Dezember in Landshut (Deutschland):

Ich bin daran gewöhnt, am heiligen Morgen im Pfarramt, mit dem Chor der Christuskirche in Landshut bei Kaffee und Schoko-Croissant zusammenzusitzen und noch einmal die Lieder durchzugehen. Anschließend fahren wir zusammen zu zwei Seniorenwohnheimen, wo wir zusammen mit unserem Pfarrer, unserem Chorleiter und guten Freunden einen Gottesdienst feiern und ihn musikalisch unterstützen dürfen. Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue auf meine Senioren, die glücklichen Gesichter und ihre Unterstützung bei den Liedern. Das ist eines der größten Geschenke für mich an Weihnachten. Anschließend dekoriert meine Familie den Weihnachtsbaum und wir machen einen großen Weihnachtsspaziergang um einen See. Wieder zuhause gibt es Mittagessen, verpacken unsere Geschenke und bereiten uns auf den Heiligen Abend vor. Am Abend gibt es dann ein riesiges, superleckeres Essen mit der Familie, wir hören Musik, essen Plätzchen und es gibt Bescherung. Den späten Abend verbringen wir dann bei einem Weihnachtsgottesdienst in der Kirche. Die Weihnachtszeit ist für mich eine Familienzeit.

24. Dezember in Neuseeland

Am 24. Dezember 2016 wache ich um neun Uhr morgens im Zelt am Gillespeech Beach auf und packe alles so schnell wie möglich zusammen, da mich die Sandflys attackieren und ich wohl das einzige übriggebliebene Futter für sie bin. Jeder andere war nämlich schlau genug, so früh wie möglich aufzustehen und ihnen so zu entkommen. Neun Uhr morgens seh’ ich jetzt zwar nicht als sehr spät an, jedoch trotzdem spät genug, um die letzte auf diesem wunderschönen Zeltplatz zu sein. Somit düse ich mit meiner Reisekumpanin zum ersten Tagesziel - Lake Matheson/Spiegelsee - wo wir meinen alljährlichen großen Weihnachtsspaziergang um einen See durchführen.

Ich genieße das klare Wasser, die Natur und natürlich das extrem laute Vogelgezwitscher. Nach einem wunderschönen Spaziergang, fahren wir mit dem Auto weiter nach Hasst und widmen uns dort einem Picknick am Strand. Einige Neuseeländer erklärten mir, dass sie ihr Weihnachten mit einem Picknick oder BBQ am Strand verbringen, nachdem ich mir Weihnachten ohne die Kälte und den Schnee zu Beginn nicht so ganz vorstellen konnte. Aber das liegt nur daran, dass ich das nicht gewohnt bin, denn möglich ist natürlich alles. Ich bin jetzt in Neuseeland, und damit gehört für mich an Weihnachten jetzt auch ein Picknick dazu. Und das gefällt mir!

Ich übernachte in Makaroa, um am nächsten Morgen gleich in der Früh nach Wanaka aufbrechen zu können, um am 25. Dezember 2016 in der Früh (Obacht: Zeitverschiebung!), also in Deutschland am 24. Dezember 2016 abends, über das WIFI der Stadt Weihnachtsgrüße zu verschicken und Zeit mit der Familie verbringen zu können. Weihnachtszeit ist Familienzeit und per Videoanruf klappt das super. Ein Hoch auf die Technik!

Da in Neuseeland eigentlich erst am 25. Dezember Weihnachten gefeiert wird, beschließe ich, das Ganze einfach zwei Tage lang zu zelebrieren. Und so lasse ich es mir nach den Videoanrufen in einer Bäckerei bei Kaffee und Kuchen gut gehen. Anschließend geht es natürlich mal wieder zum Strand, um alle Sonnenstrahlen einzufangen und ich springe in den See in Wanaka. Ich kann bei Gitarre und Gesang von einer Gruppe nebenan gut entspannen und träume durch den Tag. Am Abend erreiche ich nahe Queenstown einen etwas abgelegenen Campingplatz, von dem ich perfekt den ganzen Sternenhimmel betrachten kann. Als ich am nächsten Tag aufwache, wird mir die Schönheit dieses versteckten Campingplatzes erst richtig bewusst. Hier wurden Teile von Herr der Ringe gedreht und das kann ich mir hier auch gut vorstellen. Die Natur des Campingplatzes sieht so schön aus. Wie aus einem Teil von Herr der Ringe - nein, schöner!

In Queenstown statte ich vielen kleinen Shops in der Innenstadt einen Besuch ab. Ich lerne in dieser vollen Stadt einige nette Personen aus den verschiedensten Orten der Welt kennen. In Queenstown, der Touristenstadt am See, ist einiges los und es wird nicht schnell langweilig. Für jeden ist hier ein bisschen was dabei. Fergburgers, den angeblich besten Burgerladen der Welt, habe ich nicht besucht, da er wahnsinnig überlaufen war und ich mehrere Stunden für einen vegetarischen Burger hätte anstehen müssen. Bei der Hitze an diesem Tag entscheide ich mich deshalb, die kleine Schwester, die Fergbakery, zu besuchen und dort lieber etwas Süßes mitzunehmen und das Gebäck dann entspannt am Strand zu verspeisen.

Nach Queenstown geht es für mich weiter nach Arrowton, wo ich den meiner Meinung nach besten Queesecake der Welt mit Boysenberry-Mousse verputzen darf. Anschließend schlendere ich glücklich und mit vollem Bauch durch den Farmers Markt in Arrowtown, lasse mich von den kleinen Ständen inspirieren und höre mir großartige Geschichten von den Verkäufern an.

In den nächsten Tagen besuche ich Te Ana und fahre mit dem Kajak durch Milford Sound. Milford Sound ist mit seinen Wasserfällen berühmt für seine regnerischen Tage und ich habe wirklich Glück, einen sonnigen Tag erwischt zu haben.

Doch auf der Autofahrt von Milford Sound zurück nach Te Anau muss ich ungewollt eine Pause einlegen, da das Kühlwasser durch ein Loch in einer Röhre ausgelaufen ist und ich nicht mehr weiterfahren kann, ohne das Auto zu beschädigen. So werde ich nach einigen Stunden in der Sonne durch die AA (einer Autoversicherung in Neuseeland) gerettet. Ein Mechaniker holt mich samt Auto ab, repariert es und lädt mich und meine Reise-Kumpanin ein, die Nacht im Haus seiner Familie übernachten zu können, da die Unterkünfte in den Feiertagen in Te Anau (Milford Sounds nächstgelegener Stadt) ausgebucht sind. Zu diesem Zeitpunkt bin ich besonders froh, dass ich nicht alleine reise, und ich jemanden an meiner Seite habe, der mir hilft, dieses Erlebnis gemeinsam durchzustehen. Ich bin ein wenig misstrauisch in Bezug auf das Auto, da mir der Mechaniker fremd ist und ich mich ehrlich gesagt nicht so sehr mit alten Autos auskenne. Daher spreche ich mich zur Sicherheit noch einmal mit dem Mechaniker meines Vertrauens aus meinem Wohnort ab, bevor wir zustimmen, eine Röhre des Autos reparieren zu lassen. Ich bin sehr dankbar über meinen Sicherheitsumkreis von Menschen in Hawarden, die ich um Rat fragen kann und die mich kennen. Speziell in Neuseeland muss man zwar generell eh keine Angst haben, wenn man auf Reisen geht, da es eine sehr ungefährliche Insel ist. Trotzdem tut es mir gut, zu wissen, dass sich einige gute Freunde nur wenige Stunden weit weg aufhalten.

Nach meinem einen Abenteuer hüpfe ich sofort in das nächste und probiere mit meiner Reisegefährtin auf unserem nächsten Stopp Couchsurfing aus. In Invercargill verbringen wir dadurch einige Tage in einer WG, haben schöne Abende zusammen, kochen gemeinsam und lassen uns die Stadt zeigen. Couchsurfing ist eine super Sache, da man dadurch mehr Einheimische kennenlernt, und dadurch einen ganz anderen Einblick in die Stadt genießen kann.

Ich feiere Silvester mit einer Bartour ebenfalls in Invercargill. Zu Beginn vermisse ich die gewohnten, großen Feuerwerke. Jedoch lerne ich, dass das auch ohne geht. Ich zähle drei kleine Mini-Raketen und stoße mit meiner Reise-Kumpanin in einem Irish Pub auf das neue Jahr an. Wir lernen nette Kiwis von der Nordinsel kennen, und feiern mit ihnen gemeinsam das neue Jahr. Die Frauen der Gruppe lernen uns Choreographien auf bestimmte Lieder, die gespielt werden und wir tanzen und lachen zusammen. So wie sich das eben gehört! Und einen ein halben Tag später versende ich noch einmal Grüße und ein einen guten Rutsch ins neue Jahr, da ja nun nach der Zeitverschiebung auch meine Familie und Freunde endlich in 2017 hineinrutschen. Für ein paar Stunden war ich ihnen ein ganzes Jahr voraus.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 10: Three strangers, one intension - 2. Januar 2017

Je länger ich reise, desto mehr spannende Persönlichkeiten lerne ich kennen. Und doch haben sie alle etwas gemeinsam. Irgendetwas hat sie nach Neuseeland gebracht. Ob das jetzt Magie oder das Schicksal ist weiß ich nicht. Sicher bin ich mir aber, dass da ein ganzer Haufen Mut dazu gehört. Damit ihr genauer versteht, was ich meine, erzähle ich euch von drei Personen, die ich kennen lernen durfte.

Mit dem Sohn nach Neuseeland

Helmut (Name von der Redaktion geändert) hat sein Leben lang in einer traumhaften Gegend in Deutschland gearbeitet. Er hat viele Hotels aufgebaut und auch geleitet. Als Helmut 60 wurde, beschloss sein Sohn, nach Neuseeland auszuwandern, da er sich nach vielen Reisen in dieses Land verliebt hatte. Helmut entschied, nachdem ihn nicht mehr so viel in Deutschland hielt, sich seinem Sohn einfach anzuschließen. So kam er zu Beginn seiner Rente nach Neuseeland. Heute ist er 85 Jahre alt, lebt auf einer großen Farm und verkauft als kleines Hobby an einem Straßenverkauf selbstgemachte, Marmelade, Eier, Beeren und frisches Obst und Gemüse. Er ist glücklich über seine Entscheidung und genießt Neuseeland. Seine bayerische Kultur hat er einfach mitgebracht, und spricht mit seinem Sohn so viel bayerisch wie er möchte.

Einmal hin, für immer geblieben

Hamish (Name von der Redaktion geändert) ist in Schottland geboren und aufgewachsen. Seine Familie lebt auf der ganzen Welt verstreut und er muss reisen, um mit jedem Zeit verbringen zu können. Er hat in Schottland schon im Gefängnis gearbeitet sowie zehn Jahre in einer Psychiatrie. Bei der Psychiatrie war er sich eigentlich sicher, seinen Traumjob gefunden zu haben und wollte dort bleiben. Genauso sehr wollte er aber mehr von der Welt sehen und entschied sich dazu, für ein paar Monate auf Reisen zu gehen und dann zurückzukommen. Es blieb jedoch nicht bei ein paar Monaten. Er kam nach Hause und entschied sich, gleich noch einmal nach Neuseeland zu fahren und irgendwann beschloss, gleich dort zu bleiben. Jetzt arbeitet er als Zimmerer in Neuseeland und genießt jeden Moment seines Lebens.

Ein Tapetenwechsel

Jonas (Name von der Redaktion geändert) ist in Deutschland aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach seinem Abi zog seine Familie zusammen mit ihm nach Neuseeland um einen Tapetenwechsel zu machen. Mittlerweile leben sie seit 10 Jahren in Neuseeland. Jonas hat hier studiert und die Familie hat hier einen permanenten Wohnsitz und ist als offizielle neuseeländische Familie eingetragen.

Immer mehr Menschen haben Lust und gehen auf Reisen um ein Abenteuer zu erleben. Vorallem seit den letzten Jahren kommen immer mehr und mehr Touristen nach Neuseeland und viele Reisende, die ich treffe, könnten sich gut vorstellen, hier zu wohnen. Ich mit eingeschlossen. Neuseeland besticht durch seine umwerfende Natur und die warmherzigen Menschen. Trotzdem ist es nicht einfach, Hals über Kopf deine Sachen zu packen und umzuziehen. Und wenn es dazu kommen sollte, was packe ich denn dann ein?

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 9: Roadtrip - 30. Dezember 2016

Ich habe Sommerferien! Die freie Zeit nutze ich zusammen mit einer Freundin aus Landshut aus, die mich in Neuseeland besucht. Mit ihr geht es auf einen Roadtrip durch die Südinsel.

Da wir die Straße durch Kaikoura durch das Erdbeben auslassen müssen, fahren wir gleich hoch, über Murchison, nach Nelson, wo wir auf der Matratze im Kofferraum eines kleinen Honda Civic übernachten. Durch Zufall treffen wir am nächsten Tag einen Freund, den ich aus meiner Reise durch die Nordinsel kennengelernt habe. Es ist schön, vertraute Gesichter wiederzutreffen. So verbringen wir den Nachmittag mit ihm, bis wir anschließend unseren nächsten Stop in Richmond einlegen.

Wir haben unseren kleinen Walk durch den Abel Tasman Nationalpark geplant, und somit geht es am Samstag in der Früh ab nach Marahau, um von dort mit dem Watertaxi den ganzen Abel Tasman abzufahren, in Anchorage auszusteigen und dann für zwei Stunden zurück zu unserem Startpunkt nach Marahau zu wandern. Den Nationalpark muss man unbedingt gesehen haben. Er ist ein absoluter Traum mit seinen weißen Stränden, Vogelgesang, Stille und umwerfenden Ausblicken, mit denen man beim Wandern belohnt wird.

Danach fahren wir noch am gleichen Tag nach Kaikerikeri – einem Geheimtipp, den mir eine nette Frau aus der Schule gegeben hat. Und sie hat absolut recht, denn die goldenen Strände sind hier atemberaubend. Wir schlagen unser Zelt im Bethany Park auf und lassen den Abend mit einem leckeren Essen in einer super ausgestatteten Küche ausklingen.

Am nächsten Tag in der Früh machen wir einen ausgiebigen Strandspaziergang und träumen noch ein wenig, bis es anfängt zu regnen und wir entscheiden, Richtung Westport zu fahren. An der Westküste angekommen, machen wir es uns an einem Campingplatz in Gentle Annie gemütlich. Gentle Annie ist der, für mich, bisher schönste Campingplatz. Dort gibt es einen Aufenthaltsraum, welcher wie ein gemütliches Cafe eingerichtet ist. In diesem Aufenthaltsraum gibt es einen kleinen Teich mit Fischen und einen wunderschönen Steinofen, der dem Raum mit vielen weiteren Accessoires und unter anderem vielen Büchern den Flair verleiht. „Gentle Annie“ ist ein kleiner Familienbetrieb, der jeden Morgen frischen Kaffe aus hochwertigen Bohnen für die Gäste zubereitet.

Wir genießen die kurze Zeit dort sehr, wissen aber, dass wir weiter reisen wollen und noch mehr sehen wollen, noch mehr erleben wollen.

Und so machen wir noch einen kleinen Abstecher in die verlassene Stadt Karamea, wo wir die Meereszunge und ganz viele grüne Pflanzen sehen können, bevor wir uns auf den Weg zurück nach Hector (Richtung Westport) machen, um die Westküste dann nach Süden abzufahren.

In Hector verbringen wir spontan eine Nacht, nachdem wir David, den netten Besitzer des „The old slaughterhouse“-Hostels kennengelernt haben und er uns kostenlos einen Platz angeboten hat, auf dem wir unser Zelt aufschlagen und sicher sind. Die Lage dieses Hostels ist wunderschön, da man nach einem zehnminütigen Wanderweg nach oben einen atemberaubenden Ausblick auf die ganze Küste hat und so neben einer Tasse Tee den Untergang der Sonne in das Meer beobachten kann.

Am nächsten Tag fahren wir von Hector Richtung Greymouth, um dann, ein zweites Mal unerwartet zu halten. Diesmal in Charleston, weilwir eine Goldmine besichtigten, stockdunkle Tunnel mit Glühwürmchen entlang laufen und Dean, den Leiter dieser Goldmine, die seiner Familie gehört, kennenlernen. Zum Abschied beschenkt er uns reichlich mit gutem brasilianischen Cappuccino, Blumenkohl, Eiern von seinen Hühnern und einem kleinen Manuka-Baum, der als unser Weihnachtsbaum umfunktioniert wird. Für Weihnachten sind wir dann also gewappnet. Wir machen noch einen kurzen Abstecher am Strand, nicht weit entfernt von der Goldmine, wo wir gemeinsam mit Freunden von Dean und ihm selbst zusammensitzen, Ideen austauschen und über eine kleine Brücke zwischen zwei Felsen klettern, um eine wunderschöne Aussicht zu haben und die starken Wellen sogar von hinten beobachten zu können, bevor sie brechen. So spüre ich erst richtig wie gefährlich und kraftvoll die Wellen der Westküste eigentlich sein können. Der Sonnenuntergang macht den Blick für diesen Zeitpunkt dann natürlich noch einmal schöner.

Wir verabschieden uns von der Gruppe und es geht weiter an den Pancake Rocks vorbei Richtung Greymouth/Stillwater. Doort übernachten wir für zwei Nächte in dem Ferienhaus einer Teacher Aid meiner Schule und entspannen uns ein wenig.

Wir erkunden die Gegend in und um Greymouth und genießen es, auch mal etwas länger an einem Ort und in einem Haus zu bleiben.

Von Stillwater fahren wir am siebten Tag unserer Reise dann nach Hokotika, um dort die anscheinend besten Fish and Chips zu probieren und anschließend mit einem Eis aus der „Alice Fudge Kitchen“ in der Hand durch Hokitika zu schlendern.

Wir schlafen in Okartio, um am nächsten Morgen um 5:30 Uhr den Okarito Trick Walk hoch zu wandern und den bilderbuchgezeichneten Sonnenaufgang auf einer Plattform auf der Spitze eines Berges zu genießen.

Wir machen einen Stopp im Franz Josef Village sowie am Fox Glaciar, um dann am Gillespies Besch auf einem schönen DOC-Campingplatz direkt am Meer anzukommen. Wir schauen uns den Sonnenuntergang von einem vom Meer angespülten Baumstumpf an und lernen am Abend an dem Campingplatz am Lagerfeuer Menschen aus aller Welt kennen.

Kurz vor dem Schlafen gehen, passiert dann etwas unerwartetet. Ein großes Possum schleicht an einem Baumstamm entlang und wird von einer Familie aus Neuseeland gesichtet. Dazu muss man wissen, dass die Possums aus Australien nach Neuseeland gebracht wurden und hier als Pest gelten, da sie den einheimischen und vom Aussterben bedrohten Kiwi-Vogel angreifen und fressen. Der Junge reagiert auf das Possum, in dem er sich einen Stock schnappt und das Possum totschlägt. Ich erschrecke, weil diese Situation sehr brutal auf mich wirkt und ich das nicht gewöhnt bin. Jedoch verstehe ich, dass er mit dieser Aktion den Kiwi retten möchte. Wir Menschen sind selbst schuld, dass wir Possums nach Neuseeland gebracht haben. Aber ist es nun die richtige Lösung, sie für unseren Fehler zu töten?

Andererseits frage ich mich auch, ob es die richtige Lösung ist, sie leben zu lassen und damit indirekt den vom Aussterben bedrohten Kiwi auszurotten. Ich finde es ist sehr schwer, darüber ein Fazit zu ziehen. Was ist schon richtig und was ist falsch? Ich kann euch darauf keine Antwort geben.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 8: Collingwood, Erdbeben und Quads - 20. November 2016

Ein Hoch auf das verlängerte Wochenende! Diesmal verbringe ich gemeinsam mit Freunden ein paar schöne Tage in Collingwood. Collingwood liegt im Norden der Südinsel in der nähe von Nelson. Das Wetter spielt leider nicht ganz so mit, aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen.

Am ersten Tag wollen wir einen Track wandern, kommen aber davon ab, verirren uns, und kriechen demzufolge durch dichte Büsche, um irgendwie weiter zu kommen. Nach ein paar Stunden schaffen wir es, einen kleinen Fluss zu finden und folgen ihm. Wir kommen müde, aber glücklich bei unserem Auto an und beschließen anschließend, noch den eigentlichen, ausgeschilderten Track zu wandern.

Ich bin trotzdem sehr froh, dass wir uns zu Beginn verirrt haben, da der Weg so viel schöner war.

In Collingwood habe ich in den weiteren Tagen außerdem den nödlichsten Punkt der Südinsel besucht und die bekannten, riesengroßen Felsen am Meer, die Windows sogar auf einem Bildschirmschoner zeigt, besichtigt. Dahin bin ich natürlich barfuss, neben Schafen und Kühen gewandert, um das komplette Neuseeland-Feeling einzufangen. Außerdem waren alle unsere Schuhe patschnass, sodass meine Füße so und so nass und dreckig geworden wären.

In Collingwood, dem Ort am Meer, gibt es außerdem ein süßes, rosarotes Schokoladenhaus, in dem man viele unterschiedliche, mit Liebe zubereitete, Schokoladenpralinen kaufen kann. Ich konnte mich gerade noch davor zurück halten, jede Praline einzeln zu probieren, da sie echt zum Anbeißen aussahen.

Die Autofahrt zurück wird dann – zur Abwechslung – mal von sonnigem Wetter begleitet und wir schauen uns auf dem Weg noch ein paar Wasserfälle an.

Todmüde angekommen falle ich ins Bett, möchte Energie sammeln und einfach schlafen. Doch da hat mir aber jemand einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn um Mitternacht, wache ich von einem Schütteln und Ruckeln auf. Zuerst denke ich, dass ich einen Albtraum habe, doch als ich merke, dass die Bewegungen um mich herum nicht aufhören, wundere ich mich. Es fühlt sich an, als würde ein Elefant durch unser Haus trampeln und ich frage mich, warum er ausgerechnet durch unser Haus laufen muss, und was ein Elefant hier überhaupt macht. Schlaftrunken realisiere ich langsam, dass der Elefant eigentlich ein Erdbeben ist, renne aus meinem Zimmer und stelle mich zusammen mit meinem Mitbewohner und einer deutschen Wwooferin, die bei uns übernachtet hat, unter einen Türrahmen. Wir alle hoffen, dass das Rütteln bald aufhört, doch als es immer schlimmer wird, rennen wir gemeinsam im Pyjama aus dem Haus in den Garten, um sicher zu gehen, dass uns nichts passieren kann, falls unser Haus einstürzen sollte. Mein Papa, ein Geologe, schreibt mir wenige Minuten nach Mitternacht nach dem ersten starken Erdbeben und informiert mich sofort über alle relevanten Fakten und Maßnahmen, während ich gemeinsam mit den anderen vor dem Radio sitze und angespannt die Nachrichten verfolge. Wir bleiben von größeren Schäden verschont. Den Grund dafür lese ich in der WhatsApp-Gruppe meiner Familie:

Papa: „Bleibt weg von hohen Gebäuden, es könnten noch Nachbeben in ähnlicher Stärke kommen.“
Schwester: „Ich glaub', in Elisas Dorf gibt’s eh keine hohen Gebäude.“

Durch die Erdbeben haben wir die nächsten zwei Tage schulfrei, weil sich jeder erst einmal von dem Schock erholen muss. Wir nutzen die Zeit und verbringen die letzten Tage der German Wwooferin zusammen mit ihr auf einer Farm, jäten Unkraut, fahren mit Quads durch Flüsse, und geniessen oben auf dem Berg angekommen die Aussicht über alle Hügel der riesengroßen Farm. .. Mein Fazit zu dem Erdbeben: Medien lieben es zu dramatisieren, und ich bin echt erstaunt, wie schnell die Nachricht von den Erdbeben in Neuseeland um die Welt gegangen ist. Mir ist einerseits sehr wichtig, nicht die Augen vor den Tatsachen zu verschließen, andererseits muss man nach dem kleinen Schock auch wieder beginnen, sein ganz normales Leben weiterzuleben, denn das sind Dinge, die keiner beeinflussen kann und es wird nicht besser, wenn man sich da hineinsteigert. Fakt ist, dass es mehrere Erdbeben in verschiedenen Teilen von Neuseeland waren und schlimme Schäden angerichtet wurden, was man allein schon sieht, wenn man die Straße von Kaikoura betrachtet. Fakt ist auch, dass ich momentan noch viele Nachbeben spüre und bis nächsten Monat wohl noch Erdbeben bis zur Stärke 6 kommen können. Trotzdem lebe ich weiter und werde meine Neuseeland-Erfahrung weiter genießen, denn genau dafür bin ich hier.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 7: Art, Dolphins and the Dreamland - 03. November 2016

Art, Dolphins and the Dreamland

Da am Montag ein Feiertag ist, verbringe ich das verlängerte Wochenende in Akaroa, einer Stadt in einer Bucht, die früher von Franzosen besiedelt wurde. Man findet dort viele süße, kleine Shops an fast jeder Ecke, die berühmt berüchtigten britischen „Fish 'n' Chips“-Läden sowie einige Kunstwerke und historische Gebäude. Eines der für mich schönsten Kunstwerke in Akaroa ist das „Giants' House“, welches ich am darauffolgenden Tag unbedingt besichtigen will. Das Giants' House heißt deshalb so, da ein kleines Mädchen vom Tal zum Giants' House auf einem Hügel hinauf blickte. Es meinte, das Haus sei so groß, dass es das Haus eines Riesens sein müsse.

Darin lebt heute die erfolgreiche Künstlerin Josie Martin, welche seit vielen Jahren zahlreiche Kunstworkshops leitet und schon viele Preise gewonnen hat. Sie treibt sich gerne in Italien, Amerika, Frankreich, Spanien, der Türkei, Indien und China herum und hat trotz ihrer zahlreichen Erfolge nie den Boden unter den Füßen verloren. Josie liebt bunte Farben, was man allein schon an ihrer Vielfalt von Farben in ihrem Outfit erkennt. Außerdem bleibt sie einem mit ihren blau gefärbten Haaren und der lebensfrohen Einstellung im Gedächtnis.

Josie Martin, die begabte Künstlerin und Gärtnerin, fand damals chinesische Scherben beim Einzug in ihrem Garten und kam auf die Idee, atemberaubende und bunte Skulpturen aus Mosaik zu gestalten und dadurch etwas Neues zu schaffen, anstatt diese Scherben einfach zu entsorgen. Aus dieser großartigen Idee entstand der heutige künstlerische Garten. Darin finden sich verschiedene verspielte Details sowie ein selbst gestalteten Klavier, aus dem französische Lieder erklingen. Falls ihr die Möglichkeit habt, diese Attraktion einmal besichtigen zu können, würde ich euch das auf jeden Fall ans Herz legen.

Ein weiteres Erlebnis ist und bleibt für mich in Akaroa das Schwimmen mit Hector-Delphinen, einer sehr kleinen und sehr gefährdeten Delphinart. Da ich generell etwas Respekt vor größeren Fischen habe, ist es für mich ein kleines Abenteuer, runter vom Jetboot und mit dem Wetsuit in das Wasser zu hüpfen. Zu Beginn habe ich noch etwas Angst und fühlte mich schutzlos. Doch nach ein paar Minuten voller Zweifel im Wasser, ob ich wirklich das Richtige tue, und der Angst, einem Orka zu begegnen, der vor ein paar Tagen in Akaroa gesichtet wurde, legen sich meine Sorgen und ich beginne, mich langsam etwas zu entspannen. Die Delphine sind bei beiden Stopps, die wir machen, jeweils nur ein bis zwei Meter weit von uns entfernt, kommen jedoch nicht näher, da sie, wie sich herausstellt, auf Futtersuche sind.

Dennoch ist es für mich eine große Überwindung und eine großartige Erfahrung und ich bin froh, sie zu machen. Delphine fressen wohl so viel, als würden wir jede Stunde einen Burger essen, was die Wahrscheinlichkeit natürlich kleiner macht, mit ihnen zu spielen. Ich würde auch lieber bevorzugen, etwas zu essen anstatt zu spielen, wenn ich so oft Hunger hätte.

Dafür begleiten die Delphine uns aber ein Stück neben dem Jetboot, springen in die Höhe, atmen und spritzen Wasser, was eines der schönsten Dinge ist, die ich je gesehen habe. Außerdem kann ich im Wasser einen kleinen Babydelphin beobachten, der neben seiner Mutter her schwimmt sowie Robben und Pinguine, die sich im Wasser vergnügen. Auf dem Weg zurück gibt es im Boot dann eine heiße Schokolade, was während eines hohen Wellengangs eine kleine Herausforderung darstellt, diese zu trinken anstatt sie aus Versehen auf dem Boden zu verschütten. Wieder auf dem Festland angekommen, heißt es dann erst einmal raus aus dem Wetsuit, rein in die heiße Dusche und anschließend ab in den nächsten „Fish 'n' Chips“-Shop. Wobei ich als Vegetarier hier natürlich eher die Chips bevorzuge.

Nach diesem erlebnisreichen Wochenende ruft einen aber dann auch wieder die Arbeit und man freut sich schon, alle bekannten Gesichter wiederzutreffen. Doch auf dem Weg zurück nach Christchurch, ist es auf jeden Fall ein absolutes Muss, erst noch den Weg über die Summer Road zu nehmen. Zwischen Bergen und Wolken habe ich das Gefühl, durch ein verwunschenes Traumland voller Freiheit zu fahren und genieße den Roadtrip in vollen Zügen.

Die Natur kann so schön sein. Wir sollten wirklich auf sie acht geben und sie schützen.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 6: No! I don’t want to make an update! - 21. Oktober 2016

No! I don’t want to make an update!

Montag Nachmittag. Der erste Schultag nach den Ferien geht zu Ende und ich möchte alle Bilder von meiner Kamera auf den Laptop übertragen. Da passiert es. Mein Laptop fragt mich, ob ich ein Update machen will. Ich drücke natürlich auf „Nein“, doch anstatt auf mich zu hören, beschließt der Laptop, sein eigenes Ding durchzuziehen. Und somit darf ich erst einmal eine halbe Stunde warten bis ich dann beginnen kann, dass zu tun, was ich eigentlich vorhatte. Endlich kann ich die Bilder öffnen und die kleine Diashow weckt wieder Erinnerungen.

Der Plan für die zwei Wochen Frühlingsferien erstreckt sich über die Nordinsel. Von Hawarden (bei Christchurch) geht es nach Taupo, Rotorua, Tauranga, Auckland und Warkworth.

Von da aus beschließen wir, spontan unseren ursprünglichen Plan über den Haufen zu werfen und doch noch hoch zu den Bay of Islands nach Paihia zu fahren. Dort kann man nämlich super den 90 Miles Beach erreichen und befahren sowie auf Sanddünen beim Te Paki Stream surfen gehen.

Ein kleiner Tipp von mir, falls ihr einmal vorhabt, dort oben Sandboarden zu gehen. Öffnet nicht den Mund und schreit auf dem Weg nach unten. Sand im Mund ist manchmal nicht ganz so schön - ich spreche da aus Erfahrung. Trotzdem ist und bleibt Sandboarden für mich eines der absoluten Highlights, welches ich immer wieder mitmachen würde. Außerdem konnten wir sehen, wo sich der Pazifische und der Tasmanische Ozean treffen.

An der Spitze der Nordinsel kann man auch eine kleine Fähre nehmen, die nach Russel führt und die sagenhafte Landschaft erkunden. Manchmal ist es schön, einfach die Seele baumeln zu lassen und die Zeit zu genießen. So ein schöner Platz auf einem Ast, direkt neben dem Meer, ist für mich dabei genau das richtige. Dort kann ich den Wellen zuhören und über das Leben zu philosophieren, bevor der Alltag einen dann irgendwann wieder einholt. Unter anderem haben wir dort auch einen sehr lustigen Briefkasten gefunden. Auf die Idee, eine Mikrowelle als Mailbox zu verwenden, muss man erstmal kommen. Das ist wahres Kiwi-Engineering!

Nachdem wir supernette Menschen aus der ganzen Welt an der Spitze der Nordinsel kennen gelernt haben und gemeinsam „International Shithead“, ein Kartenspiel der Extraklasse, gespielt haben, geht es dann - mit einer Backpackerin mehr im Auto - zurück nach Taupo.

Von dort aus war der nächste Stopp dann Wellington, was mir wie das kleine New York erscheint. In Wellington haben wir dann gemeinsam mit der Backpackerin unseren letzten Abend mit Billard spielen und guter Musik verbracht, bevor wir uns am nächsten Tag verabschieden mussten und in der früh die Fähre nach Picton nahmen und von dort nach Hawarden zurückfuhren.

Schon auf der Südinsel angekommen fanden wir ganz zufällig einen kleinen Pinguin in Kaikura, was normalerweise nicht üblich ist, da dort eher Seerobben anzutreffen sind. Wir hatten also wirklich Glück und konnten ihn sogar aus ziemlicher Nähe begutachten. Ich habe noch nie davor einen Pinguin gesehen. Für mich war es atemberaubend ihn zu beobachten während der Pinguin von Stein zu Stein watschelt und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, den dritten Versuch zu starten, um endlich auf einen größeren Stein hüpfen zu können ohne abzurutschen. Wirklich süß!

Also, gib nie auf und hab immer dein Ziel von den Augen, dass du erreichen willst. In kleinen Schritten klappts!

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 5: Grüße aus meiner WG in Neuseeland - 16. September 2016

Schöne Grüße aus meiner kleinen aber feinen WG in Neuseeland!


Ich wohne jetzt seit guten drei Wochen in einem hellen Häuschen mit einem eigenen kleinen Zimmer. Meine Nachbarn nebenan sind Schafe, genauso wie die gegenüber und hinter mir. Weit und breit nur Schafe. Aber das ist hier wohl gewöhnlich und ich mag es sehr.

Zu Beginn war es sehr komisch, das Haus als eigenes Haus für das ganze Jahr anzunehmen. Gedanklich gesehen wohne ich ja immer noch in einem großen Zimmer mit Dachgeschoss in Landshut. Daran habe ich 18 lange Jahre gewöhnt und Gewohnheiten legt man nicht so schnell ab. Mittlerweile kann ich aber sagen, dass ich beginne, mich im Haus in Neuseeland wohl zu fühlen. Ich merke, wie wichtig es ist, seinen eigenen kleinen Raum zu haben, auch wenn ich mich dort nicht all zu oft aufhalte. Langsam findet so alles seinen Platz und ich kann dort meinen gesamten Kofferinhalt sortiert wiederfinden. Der Grund, warum ich mich nicht zu oft in meinem Zimmer aufhalte ist jedoch nicht, weil es mir dort nicht gefällt, sondern weil hier in Hawarden – trotz der geringen Einwohnerzahl- immer etwas los ist. Beispielsweise habe ich beim „Kiwi Watch Program“ für ein Wochenende teilgenommen. Das beinhaltet, dass wir circa 20 Kilometer wandern und dabei Ratten aus Fallen entfernen und diese dann neu mit Hühnereiern befüllen. Das ist deshalb so wichtig, um den gefährdeten Neuseeländischen Vogel namens Kiwi zu schützen.

Das Lustige am neuseeländischen Wandern ist jedoch, dass das kein gewöhnliches „das Wandern ist des Müllers Lust“-Wandern ist. Wandern kann hier schonmal in Klettern und in Durchqueren hoher, eiskalter und starker Flüsse, manchmal netterweise mithilfe Hängebrücken, umschwenken. Die Action kommt hier auf jeden Fall nicht zu kurz, da versucht wird, das alles so schnell wie möglich zu machen um gegen die Dämmerung anzukämpfen, da es sonst natürlich schwerer wird, die Fallen zu finden. Nach diesem Tag des Abenteuers übernachtet man dann in einer kleinen Hütte zusammen mit allen Beteiligten und den darauffolgenden Tag geht es den Weg dann wieder mit Gepäck durch Nina Valley, um zum Auto zu gelangen. Ich kann euch sagen, die nächsten Tage tun einem dann auf jeden Fall erstmal die Füße weh. Ich würde aber jedem raten, der die Möglichkeit dazu hat und fit genug ist, das einmal auszuprobieren. Die Aussicht und den Spaß ist es auf jeden Fall wert.

Die restlichen Hühnereier gab es dann in den darauffolgenden Tagen in Form von Spiegeleiern, Rühreiern und Omeletts und ich sag euch, ich habe glaube ich noch nie so viele Eier gegessen wie hier zur Zeit. Mir wurde außerdem erklärt, dass es zwei unterschiedliche Arten von Menschen gibt. Die, die essen um zu leben und die, die leben um zu essen. Ich gehöre definitiv zu Kategorie zwei und genieße es so, viele verschiedene neue, unbekannte und neuseeländische Produkte zu testen. Ich liebe beispielsweise Fijoas. Das ist eine neuseeländische Frucht, die aussieht wie eine grüne Zitrone, die säuerlich und erfrischend schmeckt. Als Saft, Riegel oder im Müsli ist das wirklich lecker.

Vegetarisch zu Essen ist in meinem Umfeld wohl nicht ganz so weit verbreitet, da hier sehr viele Farmer leben, die natürlich auch mit Fleisch handeln. Da liegt es nahe, ihre eigenen Produkte auch selber zu essen. Viel interessanter ist aber, dass ich, sobald ich zum essen eingeladen werde, mit Mengen von Samen und Nüssen beschenkt werde, da sich die zuvorkommenden und sehr netten Einwohner hier durchaus dafür interessieren und informieren wollen. Neben dem „Kiwi Watch Program“ und netten Esseneinladungen ging es für mich außerdem mit sehr netter Begleitung ins Kino nach Christchurch in den Film „Suicide Squad“, zu abendlichen Autorennen auf der Playstation gemeinsam mit meiner früheren Gastfamilie und des Öfteren nach der Schule auf eine Farm, um dort wilde Rennpferde zu trainieren, die dann von Agenten bewertet und in Kategorien eingestuft werden.

Alles in allem großartige Erlebnisse und ich kann davon nicht genug kriegen!

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 4: Die ersten Wochen - 21. August 2016

Tēnā koutou, tēnā koutou, tēnā tatou katoa. Das ist Maori und bedeutet so viel wie "Hello everyone." Also in diesem Sinne - Seid gegrüßt!

Nun bin ich schon drei Wochen in Neuseeland und langsam lebe ich mich ein. Derzeit komme ich noch bei Gastfamilien unter. Zu Beginn hat man ja noch kaum Bekanntschaften in einem fremden Land und hat wenige Anlaufstellen. Die Gastfamilien helfen einem dabei enorm, in Neuseeland anzukommen sowie auch deren Kultur besser kennenzulernen. Die Neuseeländer, die ich bis jetzt getroffen habe, sind sehr zuvorkommend, nett und offen, was mich positiv auf mein Jahr blicken lässt.

Die Landschaft ist außerdem unglaublich – vom Sternenhimmel ganz zu schweigen. Momentan ist zwar noch Winter, aber es fühlt sich nicht so kalt an, wie in einem Winter in Deutschland. Dennoch ist das Wetter hier unberechenbar. Zwiebelschichten sind ein muss, da es morgens noch frostig ist. Nachmittags kann es aber zum T-Shirt-Wetter umschwenken.

Jeder Roadtrip, Lauf oder auch nur Blick in irgendeine Richtung ist atemberaubend, da man eine großartige Aussicht auf die Berge und weite Landschaften hat. Das Meer ist außerdem auch nur eine halbe Stunde entfernt, wobei das Schwimmen im Winter natürlich noch zu kalt ist. Dafür gibt es aber Hanmer Springs, ein Bad mit vielen Rutschen und Pools. Der Geruch in der Nase kommt dort von ein paar stinkenden, natürlichen und sehr heißen Pools, die ohne Chlor betrieben werden. Eine gesunde Abwechslung!

Ende der vierten Woche ziehe ich in das Hostel ein, in dem ich mit einem Lehrer und einem Freiwilligen für das Jahr zusammen wohnen werde. Dort lebe ich dann nicht mehr aus einem Koffer, in welchem ich langsam den Überblick verliere, sondern kann meine Sachen sortieren, aufräumen und organisieren. Dann hat alles seinen Platz und ich muss nicht mehr ewig nach meinen Kuschelsocken suchen.

Übrigens: Ich war bei der Geburt des kleinen Lämmchens Felix dabei. Da die Mutter es nicht füttern kann, wird es mit der Flasche aufgezogen. Durch meinen Freiwilligendienst kann ich in meiner ersten Gastfamilie einen kleinen Einblick in das Farmleben erhaschen. Hier gibt es viel Platz, Freiraum und Futter für glückliche Tiere statt der Massentierhaltung in engen Käfigen. Die Frühstückseier gibt es hier morgens frisch aus dem Garten. Es ist so viel anders als das Leben in einer Stadt. WIFI ist dort nicht selbstverständlich, was es aber auch mal ganz angenehm macht, nicht immer erreichbar zu sein.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 3: The Journey begins - 5. August 2016

Alle notwendigen Dinge sind gepackt. Meinen letzten Abend in Deutschland verbringe ich mit Freunden und der Familie. Ich versuche, früh ins Bett zu gehen, um für den 28-stündigen Flug gewappnet zu sein. In der Nacht ist es jedoch sehr schwer für mich, meine Augen zu schließen, da ich weiß, dass es die letzten Stunden in meinem Zimmer sein werden.

Am nächsten Tag geht es für mich zum Flughafen. Dort treffe ich einen anderen Freiwilligen, der ebenfalls nach Neuseeland fliegt. Der erste Anlegepunkt ist Abu Dhabi. Von dort aus steigen wir um in das nächste Flugzeug nach Brisbane (Australien).

Im zweiten Flugzeug nach Brisbane kann ich ein bisschen schlafen. Nach etlichen Stunden Flug und kleinen Turbulenzen kommen wir verspätet in Brisbane an und verpassen um ein paar Minuten den Anschlussflug nach Christchurch. Dummerweise ist es der letzte Flug an diesem Tag. Die Turbulenzen im Flugzeug haben uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Plan umgeschmissen: Wir kommen auf Kosten der Fluggesellschaft in einem Hotel unter.

Nach ein bisschen Schlaf geht es dann früh am Morgen wieder zum Flughafen. Diesmal klappt alles reibungslos. In Christchurch empfangen uns zwei Personen der Schule.

Später als erwartet kommen wir an der Schule an, werden freundlich begrüßt und anschließend für die ersten Wochen von Gastfamilien aufgenommen, die mich unterstützen und mir alles zeigen. Ich bin sehr froh darüber, weil man zu Beginn noch niemanden kennt. Die Gastfamilien geben einem ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit.

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 2: Time to say Goodbye - 29. Juli 2016

Der große Abschied - oder auch, hallo neuer Lebensabschnitt. Diesem Zeitpunkt kann man viele Namen geben, denn es ist von allem ein kleines bisschen.

Letztes Vorbereitungsseminar, letzter Abiball, letzte Arbeitstage im Nebenjob, letzte Treffen mit Freunden und der Familie, letzte Einkäufe, letztes Koffer packen - Ich habe meine letzten Arbeitstage in meinem Nebenjob in einem italienischen Eiscafé mit brasilianischer und italienischer Besetzung verbracht und mich verabschiedet. Es fühlt sich komisch an zu wissen, dass ich jetzt nicht mehr jedes Mal zum Feierabend hin einen kostenlosen Eisbecher genießen kann und mit lustigen italienischen Floskeln um mich werfen kann, während mir zugelacht wird. Amore mio, ich sag euch, das war ein schönes Erlebnis.

Außerdem durften die Treffen mit Freunden und der Familie natürlich auch nicht zu kurz kommen, da ich weiß, dass ich viele davon nun ein ganzes Jahr nicht so einfach besuchen kann und manche nach diesem Jahr nicht mehr so schnell wiedersehen werde. Denn viele werden älter, studieren oder ziehen um. Wenn ich gefragt werde, wie weit Neuseeland gedanklich noch von mir entfernt liegt, antworte ich mit: „Ich bin noch nicht angekommen.“ Ich denke, das braucht seine Zeit. Einerseits würde ich am liebsten los und sofort dort sein und beginnen, andererseits genieße ich auch noch die letzte Ruhe vor dem Sturm mit meinem Leben in Landshut und allen, die daran teilhaben.

Ein guter Freund gab mir einen tollen Tipp, nachdem ich ihm von meinem Vorhaben in Neuseeland erzählt habe. Lass dich nicht stressen, meinte er zu mir. Und so plausibel wie das klingt, steckt dahinter wahrscheinlich mehr Wahrheit, als man zu Beginn glauben mag. Die deutsche Mentalität, die ich auch von mir selbst kennen gelernt habe, will gerne alles perfekt machen und das Beste geben. Das kann teilweise auch anstrengend sein. Da hilft nur, durchatmen und sich nicht stressen lassen. Die Augen offen halten, beobachten und dazulernen. Wir können nicht alles sofort perfekt machen, auch wenn wir das manchmal gerne so täten. Manchmal passieren aus kleinen Fehlern viele größere und schönere Dinge.

Ich versuche mich, so gut es geht auf dieses Jahr vorzubereiten und hoffe eigentlich, nichts in meinem Koffer zu vergessen. Ich packe meinen Koffer und nehme mit… - Für ein ganzes Jahr zu packen ist schwieriger, als ich zu Beginn gedacht habe, denn man kann nicht einfach so schnell zurückfliegen, wenn man etwas vergessen hat. Andererseits muss ich mir auch ins Gedächtnis rufen, dass man sich nie perfekt auf so ein Abenteuer vorbereiten kann. Und wenn ich etwas vergesse, ist das auch nicht schlimm, denn beispielsweise Wollsocken kann ich mir auch in Neuseeland kaufen. Dort gibt es ja auch eine Zivilisation. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und wenn doch, gibt es immer noch das "World Wide Web".

Im Land der Schafe: Elisa Merkl (19) lebt für ein Jahr in Neuseeland Eintrag 1: Die Vorbereitungen - 24. Juli 2016

Ich bin dann mal weg - So würde das jedenfalls Hape Kerkeling ausdrücken. Doch so einfach ist das leider nicht. Nachdem ich beschloss einen Freiwilligendienst an einer Schule in Neuseeland zu machen, kam einiges auf mich zu. Noch während meines Abiturs buchte ich erst einmal meinen Flug nach Christchurch, was auf der Südinsel von Neuseeland liegt.

Anschließend ging es darum, sich um ein Visum zu kümmern, sowie dem Arzt, der Bank, dem Bürgerbüro und dem TÜV einen Besuch abzustatten. Mittlerweile habe ich zum Glück schon einige Dinge auf meiner To-do-Liste abgehakt, aber ich habe auch noch einiges vor mir. Ich habe mir zwar einen Countdown bis zur Abreise eingestellt, der mir heute gesagt habe, dass ich in 50 Tagen in einem Flugzeug sitze und nach Neuseeland fliege, doch so wirklich realisiert habe ich es glaube ich noch nicht. Momentan stecke ich eher noch in den Vorbereitungen und versuche die letzte Zeit mit meinen Freunden und der Familie zu genießen.

Außerdem befinde ich mich derzeit in einem zweiwöchigen Praktikum in einem sonderpädagogischen Förderzentrum in Landshut, in welchem ich durch die Einblicke meine eigenen Erfahrungen sammeln kann und Tipps und Tricks erhalte. Dieses Praktikum hilft mir bei der Planung für meine bevorstehende Reise sehr, da ich mir so schon einmal ein bisschen vorstellen kann, was so alles auf mich zukommen wird.

Bei dem Aufbau eines Unterstützerkreises bin ich momentan ebenfalls dran. Dieser ist bei einem IJFD (=internationaler Jugendfreiwilligendienst) notwendig, um zumindest einen Teil der restlichen Kosten decken zu können. Ich lasse mich mal überraschen, wie reibungslos das abläuft.

von

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