Deggendorf Probleme bei Abschiebungen - Einsatz im Transitzentrum

Die in Gewahrsam genommenen Personen werden nun in andere EU-Länder abgeschoben. Foto: dpa

In der Nacht auf Montag wollte die Polizei im Transitzentrum in Deggendorf zehn Asylbewerber in Gewahrsam nehmen. Sie sollten in andere EU-Länder abgeschoben werden. Zwei der Asylbewerber leisteten aber massiven Widerstand.

Gegen 3.30 Uhr begann der Polizeieinsatz in Deggendorf. Es sollten sechs Asylbewerber aus Sierra Leone und eine vierköpfige Familie aus Aserbaidschan in Gewahrsam genommen werden. Die Familie sollte in die Slowakei überstellt werden, die restlichen Asylbewerber nach Italien. Es handelte sich dabei um Abschiebungsmaßnahmen im Rahmen des sogenannten Dublin III-Abkommens, so Johan Lankes, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern. Dieses Abkommen regelt, dass Flüchtlinge nur in dem Land Asyl beantragen dürfen, in dem sie angekommen sind. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stellte fest, dass die betroffenen Personen über Italien beziehungsweise die Slowakei in die Europäische Union eingereist waren.

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Die Gewahrsamnahme und Überstellung der Familie aus Aserbaidschan verlief ohne Zwischenfälle. Bei zwei Asylbewerbern aus Sierra Leone verlief das Vorhaben jedoch nicht so problemlos. Ein 19-Jähriger verletzte sich bei seiner Gewahrsamnahme selbst und wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Bei der Einlieferung in das Krankenhaus leistete er erneut massiven Widerstand gegen die Polizeibeamten. Eine 21-jährige Asylbewerberin musste außerdem von den Beamten gefesselt werden, weil sie sich bei ihrer Gewahrsamnahme stark wehrte. Die Frau wurde ärztlich untersucht, sie hatte sich aber nicht verletzt. Gegen die beiden Asylbewerber aus Sierra Leone werden von der Zentralen Ausländerbehörde Niederbayern beim Amtsgericht Deggendorf Abschiebehaftbefehle beantragt.

Im Anschluss an diese Aktionen führte die Polizei zusammen mit Mitarbeitern der Regierung von Niederbayern eine Begehung der Unterkunft durch. Hierbei wurde einer der abzuschiebenden Asylbewerber in einem anderen Zimmer der Unterkunft entdeckt und ebenfalls in Gewahrsam genommen. Da sich dieser am Flughafen seiner Rückführung widersetzte, wurde von der Zentralen Ausländerbehörde beim Amtsgericht Erding auch für ihn ein Abschiebehaftbefehl beantragt. Zwei weitere Asylbewerber aus Sierra Leone waren nicht aufzufinden. Polizisten wurden bei dem Einsatz nicht verletzt.

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