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Artikel vom 05. July 2013 15:51, 83 mal gelesen

Ottmaring

4.500 Jahre altes Mädchen aus dem „Kiniholz“

Einzelgrab aus der Glockenbecherzeit entdeckt und darin älteste Ottmaringerin gefunden

Autor: bag
Teile des Schädels (oben) und Knochenstücke der Gebeine sowie ein Glockenbecher (rechts) erinnern an das Mädchen, das vor 4 500 Jahren in Ottmaing begraben wurde. (Foto: G. Bachmeier)

Teile des Schädels (oben) und Knochenstücke der Gebeine sowie ein Glockenbecher (rechts) erinnern an das Mädchen, das vor 4 500 Jahren in Ottmaing begraben wurde. (Foto: G. Bachmeier)

Es waren nur Teile eines Schädels, ein paar Knochensplitter von den Gebeinen und die Reste eines Glockenbechers, der vor etwa 4500 Jahre als Grabbeigabe dem dort bestatteten Mädchen auf die Reise ins Jenseits mitgegeben wurde. Mehr war nicht mehr zu sehen von der ältesten bisher gefundenen Ottmaringerin.

Entdeckt wurde das Grab bei der Erschließung des Baugebietes "Am Königholz", so der Kreisarchäologe Dr. Karl Schmotz, der aus den wenigen, was die Jahrtausende, der Pflug oder vielleicht auch der Bagger, der eingesetzt wurde, um das Baugebiet zu erschließen, noch übrig ließen. Dennoch konnten die Forscher bei der Freilegung des Grabes noch wichtige geschichtliche Erkenntnisse aus der Glockenbecherkultur ableiten.

28 Bauparzellen sollen im neuen Baugebiet "Am Königholz" erschlossen werden so Bürgermeister Ludwig Geiger, der hofft, mit der Ansiedelung junger Familien die Landflucht der jüngeren Genrationen etwas eindämmen zu können. Schon lange vorher hatte der Kreisarchäologe den Verdacht, dass es sich einmal um ein wasserführendes Tal handelte und sich dort eine prähistorische Siedlung befinden könnte.

Die Erschließungsmaßnahme des Baugebietes, die im Frühjahr begann, bot dem Archäologen schließlich die Möglichkeit, dem Verdacht näher nachzuforschen. Daraufhin wurden in den letzten zwei Wochen so an die 30 Befunde zutage befördert. Einige wiesen auf die Keltenzeit des 2./3. Jahrhunderts hin, andere wiederum stammten aus der Bronzezeit von 2 200 bis 12. Jahrhundert vor Christus.

Das Grab, aus dem Dr. Schmotz das Mädchen freilegte, datierte er auf die Glockenbecherkultur, Mitte des 3. Jahrtausends vor Christus. Dass es sich um ein Mädchen handelte, konnte der Archäologe durch die Reste der Gebeine und der Bestattungsform erkennen. Denn damals war das Totenritual stereotypisch.

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