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Artikel vom 05. März 2013 09:20, 891 mal gelesen

Straubing Tigers

Straubing hat das Schicksal in den eigenen Händen

Autor: Tobias Welck
AN IHRER CHANCENVERWERTUNG müssen die Straubing Tigers - im Vordergrund René Röthke im Spiel gegen Augsburg - vor den beiden letzten Spielen der Hauptrunde unbedingt noch feilen (Foto: Schindler).

AN IHRER CHANCENVERWERTUNG müssen die Straubing Tigers - im Vordergrund René Röthke im Spiel gegen Augsburg - vor den beiden letzten Spielen der Hauptrunde unbedingt noch feilen (Foto: Schindler).

Klar, die Enttäuschung in den Gesichtern der Spieler war nach der Niederlage gegen Augsburg abzulesen. Doch das Team der Tigers war schon vor dem Derby informiert über die anderen Ergebnisse am Nachmittag und wusste nach der Penalty-Niederlage: Man hat es nun dank des einen Zählers selbst in der Hand. Mit zwei Dreiern am kommenden Wochenende in Hannover und gegen Berlin sind die Tigers definitiv in den Playoffs.

"Natürlich hätten wir gegen Augsburg lieber gewonnen, das hätte die Lage noch etwas einfacher gemacht", sagt Stürmer René Röthke. "Und wir hätten es auch gerne etwas weniger spannend gehabt, als bis zum letzten Wochenende zu warten, aber wir können es jetzt aus eigener Kraft mit zwei Siegen schaffen. Das ist das Wichtigste, und wir sind als Team stark genug, das zu packen."

Und damit bringt der Angreifer die Stimmungslage im Team auf den Punkt. "Da geht noch was", ist sich auch Verteidiger Benedikt Brückner sicher. Der Playoff-Kampf spitzt sich also zu, und die Tigers haben weiterhin alle Chancen. "Das ist schon eine spannende Situation", sagt Torhüter Jason Bacashihua. "Eigentlich schaue ich ja nicht so auf die anderen Ergebnisse, aber in den letzten zwei Wochen ist das anders. Wenn ich heim komme, schaue ich als erstes ins Internet und die Tabelle an. Und ich rechne dann auch immer rum."

Auch Bacashihua zuversichtlich

Zumindest das Rechnen kann man sich fürs Erste sparen: Do or die heißt es am Wochenende - siegen oder fliegen. "Wir wissen, dass wir am Wochenende gewinnen müssen", sagt Bacashihua - und ist ähnlich optimistisch wie René Röthke. "Wir haben am Wochenende zwei gute Spiele gemacht. Wir haben alles versucht und spielen überhaupt seit der Länderspielpause gutes Eishockey. Meistens macht dann ein Tor am Ende den Unterschied."

Bilder vom letzten Vergleich zwischen Straubing und Augsburg (32 Einträge)

 



Dabei war die Situation für den Goalie nicht immer leicht in den letzten beiden Spielen: Denn in Düsseldorf war er 40 Minuten völlig unterbeschäftigt. Vier gefährliche Schüsse kamen da auf sein Tor, zwei waren drin. Und auch Augsburg hatte nach 40 Minuten gerade einmal zehn Torschüsse zu verzeichnen. "Das ist natürlich undankbar für einen Goalie", so "Cash" hinterher. "Man muss immer hellwach bleiben und die nötigen Saves machen."

Als die DEG im Schlussdrittel Chancen zum 3:2 und 3:3 hatte, war Bacashihua dann zur Stelle, und auch gegen Augsburg rettete er sein in der Schlussphase nachlassendes Team. Und sorgte in der Endphase auch noch für eine Schrecksekunde, als er sich an der Bank kurz am Auge behandeln ließ. "Das war nichts Schlimmes. Ich hatte nur etwas im Auge", klärt der Torhüter auf.

Chancenverwertung das Manko


Für die Tigers bleibt hingegen in der Endphase die Chancenverwertung einmal mehr das große Problem. Sage und schreibe 79 mal schossen die Tigers am Wochenende aufs Tor (die Gegner übrigens 36 Mal und damit weniger als halb so oft), und nur vier Treffer sprangen heraus. Dabei spielte sich in Düsseldorf das Geschehen quasi 53 Minuten im Drittel der DEG ab. "Das war ein komisches Spiel", musste Verteidiger Benedikt Brückner nach dem 3:2 erst einmal den Kopf schütteln. "Die waren einerseits wirklich nicht gut, sind aber andererseits immer mit vier Mann ihre Angriffe gefahren."

Das brachte bei den seltenen Angriffen der Düsseldorfer ganz schön Verwirrung in Straubings Abwehr, eröffnete aber andererseits eine Unmenge an Konterchancen. "Wenn wir das 3:0 gemacht hätten, wäre das Spiel frühzeitig entschieden gewesen, so haben wir sie noch einmal zurückkommen lassen, und so ist auch das Publikum noch einmal richtig laut geworden", so Brückner.

Der Ticker zum Nachlesen:


Dass am Ende beide gegnerische Trainer Straubings Team lobten (Düsseldorfs Christian Brittig: "Phasenweise war uns Straubing läuferisch deutlich überlegen", Augsburgs Larry Mitchell: "Straubing war in den ersten 40 Minuten besser"), bringt die Pucks freilich auch nicht ins Tor. Doch Trainer Dan Ratushny baut sein Team auf, sieht erst einmal das Positive, stärkt das Selbstvertrauen. "Defensiv war das in beiden Spielen bis auf wenige Fehler wieder sehr gut. Und wir arbeiten uns auch viele, qualitativ hochwertige Chancen heraus."

Bitter, dass im Heimspiel ausgerechnet ein Fehlpass von Rückkehrer Sandro Schönberger im eigenen Drittel den Ausgleich für Augsburg brachte. Schönberger hatte in dieser Phase im Schlussdrittel nach seiner Pause sichtlich mit den Kräften zu kämpfen, was er nach der Partie auch zugab. Doch an der Ausgangslage änderte das nicht viel: In Hannover am Freitag hätte man so und so gewinnen müssen, und man muss es jetzt auch. Alles entscheidet sich für die Tigers also am letzten Wochenende der Hauptrunde - und sie haben ihr Schicksal in den eigenen Händen...

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