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Artikel vom 05. März 2013 12:40, 72 mal gelesen

Kriminalstatistik der PI Freising

Mehr Fahrraddiebstähle und Wohnungseinbrüche

Autor: red
Symbolfoto: Mathias Adam

Symbolfoto: Mathias Adam

Im Landkreis Freising ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Straftaten angestiegen. Insgesamt wurden 3125 Delikte registriert, jedoch sank die Aufklärungsquote um 3,8 Prozent. Besonders stark gestiegen sind dabei Fahrraddiebstähle und Wohnungseinbrüche. Erfreulich stark rückläufig sind dagegen Sachbeschädigungen im Allgemeinen und insbesondere die an Fehrzeugen.

Hier die Kriminalstatistik der PI Freising im Wortlaut:

Diebstähle

Diebstähle aller Art machten der PI Freising im Jahr 2012 zu schaffen:

Insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2012 traten im Dienstbereich der PI Freising wiederholt Kabel- und Kupferdieb stähle auf. Die Täter zielten dabei insbesondere auf hochwertige Kupferkabel ab, die hauptsächlich von Baustellen entwendet wurden. Bei den Kabeldiebstählen wurden auch schon verlegte Kabel durchtrennt und mitgenommen. Das Gewicht der gestohlenen Kabel betrug allein in einem Fall ca. drei Tonnen. Der bei den fünf verübten Diebstählen im hiesigen Dienstbereich verzeichnete Schaden beträgt ca. 71.000 Euro

Bereits im April begann eine Einbruchserie, deren Ziele vorwiegend kleinere Handwerks-, bzw. Gewerbebetriebe waren. Ende Juni dann verlegten sich die mutmaßlich identischen Täter auf Sportheime. Die Tatorte lagen im und entlang des Ampertals. Die Serie setzte sich auch im Juli fort. Für die erste Jahreshälfte schlugen elf Taten mit einem Gesamtbeuteschaden von über 10.000 und einem Gesamtsachschaden von fast 15.000 zu Buche. Die Täter gingen meist mit brachialer Gewalt vor, so dass häufig im Vergleich zum Beuteschaden ein sehr hoher Sachschaden entstand. Die Täter konnten letztlich überführt werden, es handelte sich dabei um drei Freisinger.

Ein herausragender Diebstahl, der sogar im Abendmagazin "Quer" des Bayerischen Rundfunks Erwähnung fand, ereignete sich in der Nacht vom 05.05.12 auf 06.05.12. In dieser Nacht wurden von der Anlieferzone der Brauerei Weihenstephan 96 Paletten mit insgesamt 576 Bierfässern (30-l-Edelstahlfässer) entwendet. Der Wert der Fässer belief sich auf ca. 29.000,-- . Der Diebstahl konnte einer Tätergruppe, die am 15.06.2012 in Wernigerode auf frischer Tat festgenommen wurde, zugeordnet werden. Es handelte sich hierbei um fünf männliche Personen aus der Ukraine.

Besondere Resonanz in der Bevölkerung fand auch der Diebstahl von Volksfestbier- und -hendlzeichen für Senioren, die die Stadt Freising jeweils kurz vor Volksfestbeginn an die 70jährigen und älteren Freisinger verbunden mit einer Einladung zum Besuch des Seniorentages verschickt. Mit Schreiben vom 22.08.12 erstattete die Stadt Freising Anzeige gegen unbekannt. Vermutlich zwischen dem 16. und 18.08. wurden insgesamt jeweils 60 Bier- und Hendlzeichen im Wert von 816 aus einer Postsendung entwendet. Den Ermittlungen zufolge wurden über 5.000 Postsendungen mit jeweils einem Bier- und einem Hendlzeichen in insgesamt 14 Postkisten dem Briefzentrum am Flughafen übergeben. Aus einer der Kisten wurden 60 Kuverts entnommen, geöffnet und Zeichen und Einladungsschreiben aus diesen entfernt. Die Einladungsschreiben wurden, noch bevor die Postsendungen die Sortiermaschine des Briefzentrums durchlaufen hatten, vermutlich um die entstandene Lücke auszufüllen, wieder durch die losen Einladungsschreiben ersetzt. Da besagte Kisten mit den Wurfsendungen allerdings von der Stadt Freising bis zum Briefzentrum durch viele Hände gegangen waren und sehr vielen Personen zugänglich waren, konnte bis dato kein Täter ermittelt werden.

Seit Anfang Oktober wurde der Bereich der PI Freising dann von einer bislang nicht erreichten Serie von Dämmerungswohnungseinbrüchen (DWE) heimgesucht. Bislang gelangten 24 Delikte zur Anzeige. Der dabei entstandene Sachschaden betrug über 15.300. Der Beuteschaden belief sich bislang auf über 114.000. Brennpunkte waren zum einen das Stadtgebiet Freising, aber auch entlang der BAB A9 insbesondere in den Gemeindebereichen Allershausen und Kranzberg.
Die PI Freising betrieb, zeitweise mit Unterstützungskräften, umfangreiche Fahndungsmaßnahmen. Einer der ersten Dämmerungswohnungseinbrüche der Saison fand im Bereich Kirchdorf statt. Drei zunächst unbekannte Täter drangen über die Terrassentüre in ein freistehendes Einfamilienhaus ein und entwendeten Schmuck im Wert von 2.800. Da es allerdings Hinweise auf ein am Tatort gesichtetes Kfz-Kennzeichen gab, konnte noch am selben Abend einer der drei Täter, ein 33jähriger Freisinger Kraftfahrer, festgenommen und seine Wohnung durchsucht werden. Obwohl keiner der entwendeten Schmuckgegenstände sichergestellt werden konnte kann der Tatnachweis sehr sicher geführt werden.

Drastisch gestiegen waren im Jahr 2012 auch die Fahrraddiebstähle. Hier hatte die PI Freising 263 Fahrraddiebstähle zu verzeichnen. Im Jahre 2011 waren es lediglich 199. Dies stellt einen Anstieg um 32,2 Prozent dar. Betrug die Aufklärungsquote 2011 noch 8,5%, so waren es 2012 nur noch 4,2%. Insbesondere im Stadtgebiet Freisings finden inzwischen ca. ein Drittel der Verkehrsbewegungen mit dem Fahrrad statt. Die größte Anzahl der Diebstähle finden im öffentlichen Raum statt. Falls das gestohlene Rad überhaupt abgesperrt war, hinterlassen die Täter bei Tatausführung häufig nicht einmal die zerstörten Fahrradschlösser am Tatort zurück, so dass eine Spurensicherung nicht möglich ist. Da trotz Presseaufrufen zudem häufig keine Zeugen zur Verfügung stehen, ist eine Tataufklärung praktisch nur durch Zufall möglich. In zunehmendem Maße werden allerdings auch hochwertige Fahrräder aus dem privaten Raum von Eigentümergaragen entwendet. Jedoch stellt sich auch hier die Aufklärung trotz Spurensicherung schwierig dar. Häufig sind Tore nicht versperrt oder Schlösser defekt, so dass die Täter leichtes Spiel haben. Seitens der PI Freising wird versucht, durch Pressearbeit und Sicherheitsaktionen eine entsprechende Sensibilisierung bei den Radfahrern zu erzielen.

Time out

Kultstatus scheinen inzwischen auch die sog. "Time-Out-Parties" in Freising zu besitzen. Die von einem örtlichen Veranstalter durchgeführten Parties für Jugendliche ab 14 und junge Erwachsene finden jeweils am Anfang von Schulferien statt, haben einen Einzugsbereich von Landshut bis München und füllen jedes Mal die Freisinger Luitpoldhalle mit der maximalen Besucherzahl von 1.700 Personen. Inzwischen haben Jugendbanden insbesondere aus dem Münchner Raum entdeckt, dass sich hier Handydiebstähle relativ einfach realisieren lassen. Die Täter haben es hier insbesondere auf die teuren Mobiltelefone ihrer Opfer abgesehen.

Nach dem 31.07. kamen bei der PI Freising insgesamt acht Diebstähle von Mobiltelefonen zur Anzeige. Nach der Veranstaltung am 28.10. wurden 17 Diebstähle - davon 11 Mobiltelefondiebstähle - und im Zusammenhang mit der Party am 26.12. vier Mobiltelefondiebstähle, eine Erpressung und ein Raub, wobei Ziel des Täters jeweils die Erlangung des Mobiltelefons war.

Von den Taten am 31.07. konnten durch die Ermittlungsgruppe der PI Freising vier Fälle geklärt werden. Von den 11 Fällen im Zusammenhang mit der Party am 28.10. konnten bislang sechs geklärt werden. Hinsichtlich der Fälle vom und im Zusammenhang mit dem 26.12. wurden bislang die richterlichen Beschlüsse beantragt.

Besondere Erwähnung finden soll noch der o.a. Raub, der inzwischen geklärt werden konnte.

Die 15jährige Geschädigte befand sich nach ihrem Besuch der Time-Out-Party in Freising auf dem Weg zum Bahnhof Freising, als sie und ihre Freundin von einer Gruppe Jugendlicher zunächst angesprochen und anschließend verfolgt wurde. Zuerst wurde sie von einem der zunächst unbekannten Täter am Gesäß berührt, schließlich vom zweiten festgehalten, währende ersterer versuchte ihr die Handtasche von der Schulter zu reißen. Durch massive Gegenwehr der 15jährigen wurde die Tasche so beschädigt, dass Täter Nummer eins das darin befindliche Handy entnehmen konnte. Beide Täter flüchteten zum Bahnhof und fuhren mit der S-Bahn nach München. Die Geschädigte blieb unverletzt, zeigte den Raub jedoch erst am nächsten Tag an. Anhand von Videoaufzeichnung aus der S-Bahn konnte die 15jährige den Beschuldigten anhand einer Wahllichtbildvorlage identifizieren. Ein Durchsuchungsbeschluss wurde beantragt. Der Zufall wollte es, dass vor Eingang des Beschlusses der Beschuldigte in München durch Polizeibeamte kontrolliert wurde, wobei er die selbe Kleidung wie in der Tatnacht trug und das geraubte Mobiltelefon in der Hosentasche mit sich führte. Der Beschuldigte ist geständig.


13.11.12: Erweiterter Suizid - dreifacher Kindsmord


Nachdem die PI Freising im Laufes des Nachmittags des 13.11.2013 über ein eventuelles Tötungsdelikt informiert wurde, versuchten Einsatzkräfte diesem Hinweis nachzugehen und konnten im Stadtgebiet Freising das gesuchte Fahrzeug, einen Opel Zafira, feststellen. Als die Fahrerin einer Kontrolle unterzogen werden sollte, setzte diese ohne anzuhalten ihre Fahrt fort. Die Streife folgte dem Pkw in gebührendem Abstand. Ob Kinder im Fahrzeug waren konnten die Beamten nicht erkennen.

Gegen 15.00 Uhr verunglückte dann auf der Autobahn A 92 in Fahrtrichtung Stuttgart kurz vor Unterschleißheim dieser Pkw.

Die 38-jährige Fahrzeuglenkerin hatte, wie sie später zugab, ihrem Pkw nach rechts von der Fahrbahn auf die Leitplanke gelenkt, woraufhin sich der Zafira mehrmals überschlagen hatte. Im Fahrzeug befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls noch Zwillinge im Alter von 4 Monaten (Mädchen und Junge), sowie ein 6-jähriges Mädchen. Die Kinder konnten nur leblos geborgen werden und wurden unter laufenden Reanimationsmaßnahmen mit Hubschraubern in Kliniken verbracht. Die Mutter wurde schwerverletzt ins Klinikum Freising eingeliefert.

Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, hatte die Frau kurz, bevor sie von der o.a. Streifenbesatzung gesichtet werden konnte, ihre drei Kinder auf einem Waldparkplatz erstickt und war anschließend ziellos mit ihnen herumgefahren mit dem letztlichen Ziel auch ihr eigenes Leben zu beenden.

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